Dienstag, 13. Juli 2021

Der Schinkenweg in Höchenschwand

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Ende Mai sind wir den Brotweg in Yach gewandert. Dazu passend gibt es auch noch einen Schinkenweg :-D Der ist allerdings weiter weg als Yach. Und zwar oben im Schwarzwald bei Höchenschwand (eine reichliche Stunde Fahrt ab Freiburg).
 
Lange wollten wir diesen Weg nach dem Brotweg schon gehen. Am liebsten hätten wir ihn direkt das Wochenende drauf gemacht. Aber irgendwie passte es nie. Entweder war es zu heiß oder zu Gewitter, um oben im Schwarzwald zu wandern.
Der Schinkenweg, Karte von Komoot
Am 3. Juli war es dann endlich soweit :-) Wir sind früh aufgestanden und dann etwas über eine Stunde mit dem Auto nach Höchenschwand gefahren. Zuletzt waren wir in dieser Gegend im Herbst 2019, als wir uns die Strohfiguren angesehen haben.
Geparkt haben wir gratis auf dem Wanderparkplatz beim Höchenschwander Natursportzentrum. Direkt daneben ist auch ein Wohnmobilstellplatz. Leider gibt es dort kaum Schatten.
Wir waren so früh unterwegs, dass das Gasthaus dort oben noch geschlossen hatte. Aber die Sonne knallte schon ordentlich. Ich war froh, dass ich ein T-Shirt mit längeren Ärmeln und meine Mütze an hatte :-)
Loipenhaus (Gasthaus)

Entlang des Schinkenwegs befinden sich reichlich Infotafeln mit allerlei Wissenswertem zum Schwarzwälder Schinken und seiner Herstellung.


Unsere Wanderung begann überraschend schattig. Wir sind extra im Uhrzeigersinn herum gelaufen. Denn laut Karte lag die eine Hälfte des Weges in einem Tal - wo wir pralle Sonne vermuteten. Und die andere Hälfte im schattigen Wald. Den Teil wollten wir zum Schluss haben, wenn es dann gegen Mittag richtig warm würde. Quasi aus dem Wald heraus, direkt zum Auto.

Schnell wurde aus dem Schatten dann tatsächlich eine sonnige Wiesenlandschaft. Die Ausblicke waren bombastisch und nach nur 10 Minuten erreichten wir schon die kleine Kapelle.
Von dort hatten wir einen wunderbaren Blick zum Feldberg und sogar die schweizer Alpen ließen sich blicken!

Ein kurzer Blick in die Kapelle - nichts besonderes. Aber die Alpen im Dunst, ließen mich nicht los. Ich hab sie lange bestaunt, bevor es wieder weiter ging.

Vorbei an satten grünen Wiesen mit Wildblumen ging es am Talrand entlang. Immer in der Sonne, die immer höher kletterte.
 
 
 
Die Landschaft war herrlich anzusehen. Sanfte Hügel, grüne Wiesen und immer wieder tolle Fernblicke. Baby-Haselnüsse entdeckten wir am Wegesrand und jede Menge Insekten.


Der Weg führte durch den Ortsteil Frohnschwand hindurch, wo wir nur Asphalt unter den Schuhen hatten. Aber nachdem wir das Dorf hinter uns hatten, führte ein Wiesenweg gut gepolstert auf ein Wäldchen zu.

Dort fanden wir noch grüne Heidelbeeren am Waldrand. Bis die reif sind, wird es noch etwas dauern.

Zwischen grünen Wiesen und Kornfeldern immer wieder der Blick auf die Alpenkette in der Schweiz.
Und dann wieder Asphalt. Entlang einer zum Glück wenig befahrenen Straße, marschierten wir auf das Dorf Oberweschnegg zu. Dieser Abschnitt erinnerte uns an die Wanderungen im heimischen Sauerland, wo man auch oft auf asphaltierten Wirtschaftswegen von einem Dorf zum anderen wandert.


Oberweschnegg war sehr idyllisch. Gepflegte Gärten, schnuckelige Häuser, Kühe, Ruhe... total tote Hose :-D Wenn es nicht so weit ab vom Schuss wäre, könnte es mir dort sicherlich gefallen.

Und Lupinen gab es da in Hülle und Fülle. Lange habe ich gedacht, die gäbe es nur in violett - weil ich immer nur violette sah. Aber hier in Oberweschnegg gab es sie in zig verschiedenen Farben und ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Sogar ein Schmetterling ließ sich mit aufgeklappten Flügeln ablichten. Im Großen und Ganzen habe ich allerdings das Gefühl, dass es dieses Jahr erschreckend wenige Schmetterlinge gibt. Zumindest hab ich noch nie so wenige gesehen, wie in diesem Jahr. Ist das bei euch auch so?

Da wir uns im Einzugsgebiet es EuroAirports befanden, sahen wir auch immer wieder die großen Flugzeuge recht dicht über unseren Köpfen kreisen.

ein langer überdachter Brunnen mit Geranien




Von Oberweschnegg ging es weiter über Felder nach Tiefenhäusern. Nur kurz kamen wir durch ein kleines Waldstück, dass dann auch direkt mit einer richtig fiesen Steigung aufwartete (auf dem Bild sieht es mal wieder halb so wild aus).

Nahe eines Gasthauses entdeckten wir eine Art Container neben einer alten Scheune. Uns fiel sofort das Weihnachtsmann-Bild auf der Front ins Auge. Wir wünschten uns kurz "Frohe Weihnachten", grinsten und fanden dann den Schneemann auf der anderen Seite :-D

Krähen(?)-Spuren in einer Pfütze
Und dann begann endlich der Waldabschnitt, der uns zurück zum Auto führen sollte. Wir freuten uns sehr, denn zwischenzeitlich war es sehr warm geworden, die pralle Sonne stach richtig und es wurde auch zunehmend schwüler.

Das einzige Problem war nur, dass der in der Karte verzeichnete Wald kaum noch existiert. Einzelne Bäume zwischen niedrigem Buschwerk. So gut wie kein Schatten :-(

Also weiter in der heißen Sonne über breite "Wald-" Wege. Der arme kleine Maulwurf hat es auch nicht geschafft.

Immerhin ein paar wenige Pilze konnten wir entdecken. Wenn schon sonst nichts. So langsam wollten wir nämlich auch mal kurz rasten.
Während wir auf der bisherigen Strecke reichlich Bänke vorfanden, wurde es nun sehr mau mit Sitzgelegenheiten. Zwei Bänke fanden sich - in praller Sonne. Da mochten wir nicht rasten. Die nächste Sitzgelegenheit war ein Baumstamm. Der war zumindest halb im Schatten :-) Nichts wie hin.
Beim Brotweg hatten wir tatsächlich Brot mit. Für den Schinkenweg habe ich es mir nicht nehmen lassen, uns echten Schwarzwälder Schinken (aus dem Glottertal) zu besorgen :-D Mit Brötchen drum herum ein wahrer Genuss.
 
Ein Ei gab es auch (aber keinen Bommerlunder!). Als wir fertig gevespert hatten, saßen wir noch eine ganze Weile auf dem Baumstamm und beobachteten die großen roten Waldameisen, die sich emsig über die zerbröselten Eierschalen hermachten und sie zu ihrem Bau schleppten. Einige stellen sich dabei deutlich geschickter an als andere. Scheinbar gibt es auch unter den Ameisen ein paar "Deppen" :-D
An einer Stelle auf dem Weg konnte man die Schäden im kaum noch vorhandenen Wald auf einen Blick sehen. Während am Weg schon alles abgeholzt war, standen noch Duzende tote Bäume weiter unten. Und auch im dahinter liegenden Wald überall "tote Flecken" im Grün.
Dort oben ging uns dann auch auf, dass wir wohl in Tiefenhäusern die Tafeln Nr. 1 und 2 irgendwie übersehen hatten. Blöd!


Der Weg ging nun mäßig aber stetig wieder bergauf. Und zum Glück wurde der Wald langsam wieder zu einem richtigen Wald. Unter den Blättern einer Pflanze entdeckte ich einen Ball aus entweder Eiern oder kleinen Insekten, die dort halb eingewebt im Schatten hingen. Keine Ahnung, was es genau war, aber es sah irgendwie interessant aus.

Das letzte Stückchen bergauf schlachte ganz schön. Aber dann kam auf einmal ein Hausdach in Sicht - die Gaststätte in der Nähe des Parkplatzes! Geschafft :-D

Wir hatten noch überlegt, auf den dort befindlichen Turm zu gehen und die Aussicht zu genießen. Ein kurzer Blick ins Internet verriet aber, dass der Turm Eintritt kostet (nur 1 EUR) und nur per Pedes erklommen werden kann (über das Treppenhaus oder die Kletterwand). Für knapp 250 Stufen war ich allerdings schon zu platt und Schatz wäre grundsätzlich ja eh nur mit Fahrstuhl mitgekommen, wegen seiner Höhenangst. 

Also haben wir das Auto gelüftet und sind dann zurück nach Hause gefahren. Der Schinkenweg war genauso interessant wie der Brotweg, landschaftlich genauso reizvoll, allerdings mit deutlich höherem Asphaltanteil. Am Ende hatten wir 13 km und eine reine Gehzeit von etwas über 3 Stunden.

Trotz viel "Straße" und "kaputtem" Wald können wir die Tour wirklich empfehlen :-)

4 Kommentare:

  1. Jup da bin ich ganz bei deinem Freund ... für kein Geld der Welt bekommst Du mich den Turm hoch. Aber wenn einer hoch geht ...Bilder machen nicht vergessen ...*gg
    Das hätte ich sicher auch gemacht... auf dem Schinkenweg selbigen verspeist. Bin mal gespannt was für Lebensmittelpfade Du noch findest. Deine Bilder sind echt klasse geworden :)) Vor allem die Alpen ....Finde ich super .
    LG Heidi

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  2. Interessante Namen für die Wanderwege. Aber es gibt beim Schinkenweg ja tatsächlich auch die Infos über Schinken aus der Region. Auf der Karte sieht es viel weiter aus als 13 km.
    Den Ausblick auf die Berge würde ich mit als Highlight des Tages sehen. Traumhaft. Ich sehe die Berge jeden Tag und kann mich daran gar nicht satt sehen.
    Schmetterlinge halten sich in diesem Jahr vermehrt bei mir auf dem Balkon auf. Vor allem in den Morgenstunden konnte ich schon einige sehen. Aber nicht nur Schmetterlinge, auch kleine Vögelchen, die die ersten Flugversuche starten. Das ist so schön und ich erfreue mich immer an den kleinen Tierchen.

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  3. Das ist eine tolle Aufnahme mit dem Schmetterling!
    Ich liebe auch leckeren Schwarzwälder Schinken. Den kann man immer und überall essen.
    Liebe Grüße von Ingrid, der Pfälzerin

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  4. Aha, ich hatte mich schon gefragt, ob der Schinkenweg nur willkürlich so heißt, aber nein, es gibt tatsächlich Infos dazu, gut!
    Oh Mann was für eine Arbeit für die Frauen damals, die Schweine so zu füttern, dass guter Schinken dabei rauskommt...12 Kilo Kartoffeln jeden Tag, uff...dann lieber Büroarbeit, gelle
    Grundsätzlich ein schöner Weg mit Ausblick und tollen Blüten, die gerupften Stellen werden wir wohl zunehmend sehen müssen. Aber Hauptsache, die anderen machen jedes Jahr ihre Flugreisen zu den Malediven etc....

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