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Montag, 1. Oktober 2018

Wanderung über den Hinterwaldkopf

[Dieser Beitrag kann indirekt Werbung ohne Auftrag enthalten, durch Markennennung, Ortsnennung oder Verlinkung]



Wieder konnten wir eine Wanderung von unserem Wunschzettel streichen :-) Gestern sind wir wieder etwas früher aufgestanden, um mit dem Bus nach Hinterzarten zu fahren. Von dort wanderten wir auf den 8 km entfernten Hinterwaldkopf.
Unsere Tour, Karte von Komoot
Den Hinterwaldkopf hatten wir auf sämtlichen der letzten Wanderungen immer mal wieder gesehen und haben uns gedacht, jetzt wird es Zeit, dort auch mal wieder hin zu wandern :-) Ein bisschen Schiss hatte ich schon, denn wir waren dort schon einige Male und der Abstieg ist ein wahrer Kniebrecher.
Bahnhof Hinterzarten
Um 10 Uhr waren wir in Hinterzarten am Bahnhof. Die Sonne lachte, aber mit 8 Grad war es noch reichlich kühl. Wir folgten den Wegweisern ein Stückchen durch den Ort.

Maibaum Hinterzarten

Wegweiser am Bahnhof in Hinterzarten

Und hinter der Kläranlage ging es von einer breiten asphaltierten Straße dann abrupt auf wurzelige schmale Waldpfade :-) Bis kurz vor dem Klärwerk hatten wir noch Horden von Wanderern hinter uns. Wir hatten schon Angst, die wollten auch alle zum Hinterwaldkopf. Aber zum Glück bogen die Meisten dann doch ab und liefen die Umleitung ins Löffeltal (der eigentliche Weg war nämlich wegen Waldarbeiten gesperrt) :-) Puh, Glück gehabt.
fast am Waldrand



kurz hinter der Kläranlage in Hinterzarten
Und es ging ordentlich bergauf. Das hatte ich so nicht mehr in Erinnerung! Nicht ganz so steil, aber dafür stetig. Wie einen das Gedächtnis doch veräppeln kann. Denn ich hatte mich scheinbar so über die Aussichten von oben gefreut, dass ich die Strapazen des Aufstiegs wohl verdrängt habe :-D
Teilweise führte der Pfad uns parallel zur Landstraße. Ein Pärchen überholte uns. Später überholten wir sie wieder. Wir trafen uns regelmäßig auf der Strecke, denn die zwei waren tatsächlich die einzigen beiden, die von den Hinterzartener Wanderhorden auch das gleiche Ziel wie wir hatten :-D



Zwischen den Bäumen hindurch hatten wir immer mal wieder einen schönen Blick auf die andere Seite vom Höllental, wo wir ja im Mai bereits gewandert sind :-) Eigentlich hatte ich auch noch in Erinnerung, dass wir von dieser Seite aus einen tollen Blick auf das Ravennaviadukt haben sollten. Aber entweder haben wir die Aussicht verpasst oder sie war zugewachsen. Jedenfalls haben wir das Viadukt nicht gesehen. Doof!
Blick zum Piketfelsen
Von Wanderung zu Wanderung steigert sich offenbar die Anzahl der entdeckten Pilze :-) Wir fanden dieses Mal ganze Kolonien. Teilweise mit einer weißen Schicht bedeckt. Ob die von einem anderen Pilz befallen waren oder ob das von der Kalkung des Waldes stammt, konnten wir nich herausfinden. Jedenfalls sah es seltsam aus.
Kleefeld

Der Pfad führte am Alpersbach entlang. Hier entdeckten wir die ersten Fliegenpilze. Es sollten nicht die letzten an diesem Sonntag gewesen sein. So viele Fliegenpilze wie gestern haben wir in unserem ganzen Leben noch nicht gesehen!
Entlang des Alpersbaches


Entlang des Alpersbaches

einer von unzähligen Fliegenpilzen
Entlang einer großen Wiese ging es weiter hinauf. Dort steht ein großer Schwarzwaldhof einsam und verlassen in der Gegend. Da wollte ich ja nicht unbedingt wohnen. Und doch ist es so idyllisch :-)
Schnell bog der Pfad aber wieder in den Wald ab und am oberen Ende trafen wir auf einen breiten Waldweg.

Dem folgten wir allerdings nur ein paar Meter, bevor es auf einem wieder schmalen Pfad noch weiter hinauf ging. Hinter uns hörten wir schon wieder das Gemurmel einer größeren Wandergruppe. Wir besetzten also eine Bank mit schöner Aussicht und ließen die Gruppe vorbei ziehen. Als wir gerade weiter wollten, überholte uns erneut das Pärchen, das wir schon von Hinterzarten kannten :-) Auch die beiden ließen wir vorbei. Ein gegenseitiges Grinsen konnten wir uns alle nicht verkneifen.
Blick von der Bank
Irgendwann dämmerte uns dann, wenn wir erst alle Gruppen vorbeiziehen lassen würden, um in Ruhe weiter wandern zu können, würden wir am Abend noch da sitzen. Also marschierten wir gleich nach der nächsten Gruppe wieder los.
Wir machten extra etwas langsamer, um ein bisschen Abstand zwischen uns zu gewinnen. Das ewige Gequatsche brauchen wir im Wald echt nicht.
Zwischendurch immer wieder herrliche Aussichten ins Dreisamtal oder auf das Örtchen Breitnau.
Blick ins Dreisamtal
Als der kleine Pfad dann das nächste Mal auf einen breiten Waldweg stieß, konnten wir unseren Muskeln endlich etwas Erholung gönnen, denn der breite Weg verlief auf fast 2 km völlig eben bis zum unteren Ende des Hinterwaldkopfes.
Blick auf Breitnau
Bevor es an den nochmal recht steilen Aufstieg zum Gipfel ging, ruhten wir uns etwas auf dem Waldsofa aus, das wir dort unten fanden :-) Es war so bequem, dass wir eigentlich am liebsten gar nicht mehr aufgestanden wären :-D

Aber es nützte ja alles nichts. Dort, mitten in der Pampa, wäre uns spätestens zum Abend hin ordentlich kalt geworden. Daher rafften wir uns dann nochmal auf, um die letzten Meter zum Gipfel zu erklimmen.
fast auf dem Hinterwaldkopf
Hinterwaldkopf-Hütte
Wie schon auf dem Feldberg ging der Weg über eine Kuhweide. Aber die Rindviecher hielten gebührenden Abstand. Wahrscheinlich hatten sie mein Gerede über eine Reitkuh bis zum Gipfel vernommen und trauten sich nicht näher heran. So musste ich doch selbst hinauf laufen :-D


kurz vor dem Gipfel
Oben auf dem Gipfel des Hinterwaldkopfes befindet sich ein großer Steinkreis. Also, eine aus Steinen aufgeschichtete runde Mauer. In der Mitte ein Denkmal für Gefallene aus dem ersten Weltkrieg.
Gipfel / Denkmal Hinterwaldkopf
Auf den Steinen lässt es sich herrlich sitzen. Die Aussicht von da oben beträgt 360 Grad und ist einfach nur bombastisch. Wir haben den Feldberg gesehen, den Schauinsland und den Kandel. Das Dreisamtal mit seinen Ortschaften und sogar den Rosskopf samt Aussichtsturm.

Blick zum Kandel

Feldberg
Schauinsland

Schauinslandturm
Auf einem Bild Richtung Freiburg ließen sich sowohl die beiden Stadttore als auch der Schlossbergturm ausmachen :-) Der Kaiserstuhl war kaum zu sehen, denn im Rheintal war es wieder arg diesig.
Blick ins Dreisamtal und Richtung Freiburg
Blick auf Freiburg
Oben trafen wir dann auch wieder unser Wander-Pärchen aus Hinterzarten. Die waren vor uns oben angekommen und lagen schon im Gras :-) Natürlich brachen sie daher auch wieder früher als wir von dort oben auf.
Dreisamtal und Rosskopf
Vom Hinterwaldkopf sind es dann nochmal 8 km bis Kirchzarten. Nachdem wir unsere Brötchen gefuttert und die Füße baumeln gelassen hatten, machten wir uns auch an den Abstieg, vor dem ich ja so Angst hatte. Denn der ist noch steiler als der Aufstieg und viel bergab quittieren meine Knie immer mit fiesem Stechen und Schmerz.
Abstieg vom Hinterwaldkopf

Von daher könnt ihr euch bestimmt vorstellen, wie überaus überrascht ich war, als ich es das erste Mal in meinem Leben schmerzfrei den Hinterwaldkopf hinab schaffte :-D Ich bin zwar im Schneckentempo hinab getapst, aber das hat offenbar gut geholfen.
Blick zurück zum Gipfel
Unten ging es wieder in den Wald und auf schmalen urigen Pfaden noch weiter steil hinab.


Erst kurz vor der Höfener Hütte fingen die Knie an zu mucken. Schade. An der Hütte lag dann unser Wander-Pärchen schon wieder herum - in Liegestühlen :-D Daher war es nun wieder an uns, die beiden zu überholen. Irgendwie war das echt lustig.
Höfener Hütte

Nicht lustig war, dass das Zwicken und Zwacken im Knie langsam immer mehr wurde. Daher ging es für mich nur sehr langsam talwärts.

Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir dann einen breiten Waldweg, der sehr eben verlief. Die Knie hörten nach ein paar hundert Metern auf zu schmerzen. Alles wieder gut. Aber nicht lange.

Denn inzwischen waren wir auf dem Giersberg angekommen. Der Weg führt über den Berg, an der Giersbergkapelle vorbei und hinab nach Kirchzarten. Auch von dort herrliche Ausblicke. Auf den zweiten Blick erkannten wir sogar die Kapelle auf dem Lindenberg - wo wir, ebenfalls im Mai, schon vorbei gewandert sind :-D

Blick zur Lindenbergkapelle
Da die Kapelle auf dem Giersberg nicht oben auf dem Gipfel liegt, ging es von dem schönen geraden Waldweg auch nochmal etwas abwärts. Und schon waren die Knie wieder am motzen. Schatz hatte ja davon geträumt, wie beim letzten Mal, noch von Kirchzarten bis Freiburg-Littenweiler zu wandern. Aber das war leider nicht möglich. Ich wollte es nicht riskieren, eine Entzündung in den Knien zu bekommen. Daher blieb es beim Tagesziel Kirchzarten.
Blick auf Kirchzarten von der Giersbergkapelle
Von der Giersbergkapelle hat man eine tolle Sicht auf Kirchzarten und hinüber Richtung Freiburg. Wir erkannten den Schlossbergturm und waren etwas irritiert ob des zweiten Turms, der sich später als die Spitze des Freiburger Münsters herausstelle :-D
Schlossbergturm
Spitze vom Freiburger Münster
Die Kapelle war leider eingerüstet, aber die Tür stand auf und innen war keine Baustelle. Richtig schnuckelig innen drin.
Giersbergkapelle
Neben der Kapelle ist noch eine Gaststätte. Wir haben aber außerhalb auf einer Bank gesessen, einen Müsliriegel verputzt und die Aussicht genossen. Das laute Gemurmel von der Terrasse des Restaurants war etwas nervig.

Wir machten uns also schon nach ein paar Minuten an den Abstieg. Vom Giersberg hinab kommt man über den Kreuzweg. Die ollen Katholiken mit ihren Kreuzwegen...können die nicht weniger anstrengend sein?! ;-) Da es eh recht steil runter ging, haben wir 2 Stationen abgekürzt und so gut 500 m Weg eingespart. Endlich unten angekommen fanden wir dieses tolle Schild vor:
Jetzt hatten wir nur noch knapp 2 km bis zum Bahnhof von Kirchzarten vor uns und der Weg war ein Klacks. Total eben und fein geschottert. Später im Ort dann natürlich asphaltiert. Eine Wohltat für die geschundenen Knie :-D
Blick zurück zum Giersberg
Ein Blick zurück zur Giersbergkapelle - sieht gar nicht so hoch aus! Und voraus die ersten Häuser von Kirchzarten.
Am Bahnhof kam gerade der Bus aus Freiburg an, der 10 Minuten später auch wieder direkt zum Hauptbahnhof zurück fahren würde. Der Bus war leer, also nichts wie rein - freie Platzwahl. Wie gut, dass wir so zeitig dort waren, denn am Ende war der Bus rappelvoll und einige Herrschaften beschwerten sich schon wieder über fehlende Platzwahl. Einige ließen uns auch schiefe Blicke angedeihen. Aber da wir nicht auf einem "Invalidenplatz" saßen, und keiner der rüstigen Renter den Eindruck erweckte, keinen Schritt mehr laufen zu können, haben wir den Teufel getan und unsere Plätze hergegeben ;-) Die Fahrt dauerte ja nur 15 Minuten. Wer wandern und meckern kann, kann auch nochmal 15 Minuten im Bus stehen. Mal abgesehen davon wäre für die Hälfte der Stehenden ja noch Platz gewesen, wenn andere Senioren ihre Rucksäcke mal auf den Schoß genommen hätten, statt sie auf den Sitz neben sich zu stellen - wir waren tatsächlich so ziemlich die einzigen ohne graue Haare im Bus! Hinten saß noch ein jüngerer Mann und vorne eine Frau in unserem Alter. Sonst nur Senioren! Wir kamen uns schon etwas komisch vor :-D
Insgesamt sind wir gestern knapp 18 km gewandert und haben dafür 4 Stunden gebraucht. Es war schön, mal wieder auf dem Hinterwaldkopf zu sein :-)