Sonntag, 30. Mai 2021

Kapellen, Steinzeithöhlen und viel Aussicht bei Ehrenstetten

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Diese Wanderung haben wir am 8. Mai 2021 gemacht. Gefunden hatte ich sie bei einer anderen Wandersfrau aus unserer Ecke, die immer super schöne Touren macht. Und das wir südlich von Freiburg Steinzeithöhlen haben, war mir auch neu. Da MUSSTE ich einfach hin :-D
Unser Rundweg, Karte von Komoot
 
Mit dem Auto ging es ins rund 20 Minuten entfernte Ehrenstetten - ein Ortsteil von Ehrenkirchen. Dort parkten wir am Rathaus auf einem kostenfreien Parkplatz. An einem großen Weinhandel ging es die Straße hinauf und kurz darauf in die Reben.
Schnell hatten wir etwas Höhe erreicht und eine tolle Aussicht auf das Dorf. Auch die Fernsicht war super an diesem Tag und ich hätte heulen können, dass ich zum fotografieren nur mein Smartphone dabei hatte. Denn auf der voherigen Tour hatte ich ja meine gute Kamera ersäuft :-/ Allein wegen der Aussicht müssen wir diese Tour im Herbst nochmal laufen :-D Aber auch noch wegen was anderem - aber das erfahrt ihr erst weiter unten ;-)
Wir waren kaum 2 km weit gekommen, als es mich plötzlich hinlegte. Mir ist - nach Ewigkeiten mal wieder - der Fuß weggeknickt. Einfach so. Ich hatte flache Schuhe an, die Straße war glatt und ohne Schlaglöcher. Einfach so! Ich hab es nicht kommen sehen und reagierte instinktiv, rollte mich etwas seitlich ab, um Schlimmeres zu verhindern.
Als mir das beim letzten Mal passiert ist, hab ich mir richtig fies das Knie aufgeschlagen, war kurz ohnmächtig und konnte 2-3 Wochen nicht richtig laufen. Dieses Mal blieb es zum Glück bei leichten Abschürfungen, einem kleinen Bluterguss am Knie und einem richtig fies geprellten Handballen.
Nachdem ich etwa 5 Minuten auf dem Boden gehockt hatte, um zu gucken, ob Karlheinz wieder ohnmächtig werden wollte, habe ich mich auf eine nahegelegene Bank umgesetzt. Dort hab ich auch nochmal gut 10 Minuten gesessen und Schatz immer wieder versichert, dass es nicht so schlimm wäre und wir ruhig weiter wandern könnten.
Irgendwann glaubte er mir und es ging weiter. Erstmal hinab in den Ort, dann wieder in die Reben hinauf.

Die Ausicht war herrlich, der Himmel von ein paar Wölkchen verhangen, Sonnenschein und leichter Wind. Nicht zu warm, nicht zu kalt. Einfach perfekt.

Irgendwann kam die Ölbergkapelle in Sicht. Das war das erste Ziel dieser Tour. Es sollte nicht die letzte Kapelle gewesen sein, die wir an diesem Tag passierten. Aber die mit der schönsten Aussicht.

Die Kapelle wurde 1954 zum Gedenken an die in den beiden Weltkriegen gefallenen und vermissten Männer aus Ehrenstetten errichtet.
Wir hatten einen herrlichen Blick hinüber zum Schauinsland und zu den Vorbergen des Schwarzwaldes. Aber auch ins Rheintal, ins Hexental und zu den Vogesen.



Über das sog. Himmelsstäpfele, eine schmale steile Treppe, die die Weinbauern schon vor Jahrhunderten benutzten, um auf den Ölberg zu gelangen, kraxelten wir hinab. Von unten sieht es tatsächlich so aus, als würde die Stiege direkt in den Himmel führen :-)

Ab hier folgten wir dem Steinzeitpfad. Der breite Weg wurde bald zu einem schmalen Pfad. Durch den vielen Regen der vergangenen Tage war es teilweise sehr rutschig und man musste vorsichtig gehen.


Das schmale Pfädchen führte immer weiter und schnell waren wir froh, dass wir diese Richtung gewählt hatten. In die andere Richtung wäre es an manchen Ecken sicherlich eine Rutschpartie geworden.
Nach einer Weile gelangten wir zur Teufelsküche. Hier haben Jäger und Sammler am Ende der letzten Eiszeit, vor Rund 12.000 Jahren, regelmäßig ein Lager aufgeschlafen, um sich vor Wind und Wetter zu schützen. Das ist durch Radiokarbondatierung belegt.
Drei steinzeitliche Höhlen finden sich noch hier am steilen Osthang des Ölsberges. Von hier oben hatten die Jäger ihr Jagdrevier - das Möhlintal - im Blick und konnten Rentier und Wildpferdherden beobachten und jagen. Weil es hier damals im Sommer durchschnittlich um 9 Grad kälter war und die Winter viel länger dauerten als heute, sah die Landschaft damals ganz anders aus. Die eiszeitlichen Jäger blickten nicht auf einen Wald, sondern hinab in eine Steppenlandschaft.
Und gerade dieser Steilhang nach dem Regenguss wurde für mich nun zum Problem. Ich traute mich nicht über die rutschige Schräge hinüber zu dieser wenig vertrauenswürdigen "Treppe". Hoch wäre ich wahrscheinlich noch gekommen. Aber ich hatte Schiss, dass ich den Hang nicht wieder hinab käme. Und mich ein zweites Mal an diesem Tag auf die Fresse zu legen, kam gar nicht in die Tüte.
So blieb mir nur der Blick von unten durch die Sträucher und jungen Bäume. Es war frustrierend zu sehen, wie der ältere Herr, zack zack, oben war und über den oberen Pfad wandelte. Völlig Angstfrei und wie ein junger Hüpfer. Gut, er hatte zwei Wanderstöcke dabei. Sowas besitze ich (noch) nicht. Kurz überlegte ich, ob ich mich nicht doch hinauf wagen sollte - nein! Das hat mich den ganzen Rest der Tour aber noch verfolgt. Denn ich hatte vorab Bilder im Netz gesehen von diesen 3 kleinen Höhlen und will sie unbedingt auch mit eigenen Augen sehen. Wir müssen hier unbedingt nochmal her kommen - wenn es vorher ein paar Tage trocken war ;-)


Also blieben wir brav auf dem unteren Pfad - der bei dieser Nässe auch schon abenteuerlich genug war - und marschierten weiter im Gänsemarsch am Hang entlang.
Unten kamen wir noch am Hinweisschild einer abgegangenen Burg vorbei. Die kläglichen Reste waren aber bereits so überwuchert, dass man sie kaum noch erkennen konnte. Kurz danach überquerten wir den Bach und es ging wieder auf breiten Wegen weiter durch offene Landschaft.
Einen Blick zurück zum Ölberg mit seiner Kapelle konnten wir erhaschen. Und am Wegesrand blühte der Waldmeister.

Kurze Zeit später ging es wieder in einen Wald hinein. Hier hatte der viele Regen einen kleinen Teich entstehen lassen. Das ganze erinnerte ein bisschen an Mangroven :-)

Als sich der Wald wieder lichtete, erblickten wir die Streicherkapelle. Die steht auf einer Lichtung an einem gurgelnden Bach.

Erstmals erwähnt wurde die Kapelle 1554. Man nimmt an, dass es hier einst eine Siedlung gegeben hat. Belegt ist das allerdings nicht. Den Bach überquerten wir und folgten im dann weiter.

Wir kamen zur Mariengrotte. Die kannten wir schon von unserer Wanderung auf dem Bettlerpfad. Der führt nämlich auch hier her :-)
An der Grotte haben wir kurz gerastet. Aber lange habe ich es dort nicht ausgehalten. Das wilde Rauschen des Flusses setzte meiner Blase zu ;-) Wir überquerten den Strom also erneut und gelangten zu herrlichen Streuobstwiesen.

Hier summte und brummte es. Die ersten "Baby-Äpfel" waren zu sehen. Bienen und Hummeln fanden das nahe Smartphone allerdings doof und die meisten flüchteten, bevor ich auch nur ein Bild machen konnte.
Dann ging es schon wieder über einen reißenden Bach. Im letzten Sommer konnte man sicher trockenen Fußes die Furt nutzen. Aber an diesem Mai-Tag nahmen wir lieber die Brücke.
Wir hielten uns links und kamen schnell wieder zu einem schmalen Pfädchen, dass uns nun wieder unterhalb der Steinzeithöhlen zurück Richtung Ehrenstetten führte.

Wir kamen nahe des Himmelsstäpfeles wieder auf einen breiten Weg und folgten der asphaltierten Straße hinab nach Ehrenstetten.
In einem Park hinter dem Rathaus kamen wir zur dritten Kapelle unserer Tour, der Schächerkapelle. Hier finden sich auch ein paar historische Grenzsteine.
Nur noch ein paar Schritte und einmal um das Feuerwehrhaus herum und wir waren wieder am Auto. Die kleine, aber feine Tour hatte rund 9 km. Wir waren 3,75 Stunden unterwegs, davon 2 Stunden reine Gehzeit.
Zuhause habe ich mir gleich den geprellten Handballen gekühlt. Denn inzwischen konnte ich die Hand kaum noch schmerzfrei schließen. Da ich ja öfters mal umknicke, habe ich immer Kühlpads im Tiefkühlfach und konnte gleich loskühlen ;-) Das aufgeschürfte Knie habe ich mit Jodsalbe eingerieben - Empfehlung meines Hausarztes. Das war am nächsten Tag schon wieder in Ordnung.

Sonntag, 23. Mai 2021

Mühlen-Rundweg in Simonswald

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Diese Wanderung haben wir am 25. April 2021 gemacht. So langsam komm ich mit meinen Wanderberichten wieder auf Stand ;-) Dank des vielen Regens kamen ja leider kaum neue dazu.
Unser Rundweg, Karte von Komoot
 
Das Wetter sollte herrlich werden an diesem Sonntag. Sonnig und warm. Und so kam es auch. Wir fuhren am späteren Vormittag ins gut 30 Minuten entfernte Simonswäldertal. Dort bekamen wir noch einen kostenlosen Parkplatz auf dem Sägplatz in der Ortsmitte, direkt beim Gemeindehaus.
Und sahen schon direkt die erste Mühle! Das geht ja gut los :-) An der großen Infotafel informierten wir uns kurz, wo es lang ginge und wie unser Wegweiser aussehen würde und dann ging es los.
Verfolgt wurden wir die ersten 1-2 km von einem älteren Pärchen, das scheinbar auch diesen Weg wandern wollte und dann doch irgendwann "verschütt ging". 
Zuerst wanderten wir ein Stückchen durch den Ort, vorbei an der Kirche und dann auf einem schmalen Pfad zwischen Hauptstraße und Viehweide.



Weiter ging es an dem wilden Bach entlang, der sehr viel Wasser führte und unheimlich rauschte. Leider erreichten wir schon bald wieder eine kleine Nebenstraße, die asphaltiert an einigen Höfen vorbei führte und gefühlt gar kein Ende nehmen wollte.
Aber dann sahen wir die nächste Mühle: Die Schwanenmühle. Diese stand leider auf einem Privatgrundstück und wir konnten sie daher nur aus der Ferne bestaunen.
Die Wiesen waren bunt. Blühende Obstbäume, Schlüsselblumen, Löwenzahn, Schmetterlinge, Hummeln und Bienen. Ein Frühlingstag wie aus dem Bilderbuch.


Kurz nach der Schwanenmühle ging es endlich wieder in den Wald. Die ersten Meter entdeckten wir immer mal wieder putzige Figuren aus altem Metallschrott.

Oben im Wald angekommen tat sich eine kleine Lichtung auf. Es war so warm! Da kam mir der Brunnen mit seinem eiskalten Wasser richtig gelegen. Einmal kurz Hände und Arme eintauchen zur Abkühlung. Himmlisch!

Und dann...OH NEIN!!! Die um den Hals hängende Kamera hatte sich etwas verschoben und war mit einer Ecke ebenfalls ins Wasser des Brunnens getaucht! Sch....!!!!! Als ich den rechten Arm eintauchte, habe ich die Kamera noch festgehalten. Andersherum...nicht. Ich bin so blöd!
Ich hab sie direkt aus dem Wasser gerissen, alle Öffnungen auf, Akku und Speicherkarte raus. Mit einem Tempo das Gröbste und soweit ich reinkam trocken gelegt. Wie doof kann Frau eigentlich sein?! Das war's wohl mit gescheiten Fotos für die restliche Wanderung. Ich hätte mich selbst Ohrfeigen können.

Zum Glück macht das Smartphone auch ganz passable Bilder, wenn man auf Tierchen verzichtet. Denn Schmetterlinge, Eidechsen und Vögel sind mit dem Handy einfach nicht gescheit zu erwischen :-/

Da ja alles Gezeter und Gezauder nichts brachte, wanderten wir weiter. Sämtliche Öffnungen der nun unbenutzbaren Kamera blieben offen, damit sie schnellstmöglich trocknen konnten.
An einem kleinen Teich ging es hinab zur Wehrlehof-Mühle. Diese konnen wir auch von innen besichtigen und drin aufgebaut war ein kleines Lädchen, wo man Erzeugnisse des Hofes käuflich erwerben konnte. Wir haben nichts mitgenommen - mangels passendem Kleingeld (Selbstbedienung und keiner, der Wechselgeld gibt).



Von der Mühle aus ging es weiter über einen schmalen Pfad hinab. Immer entlang eines Baches durch den Wald, bis wir wieder etwas urbaner unterwegs waren.

Über eine fein aufgeheizte Straße ging es vorbei an Häusern und Gärten und wieder hinauf bis zum Fallerhof. Ich war ganz schön am schwitzen. Aber irgendwann hatten wir den Anstieg wieder geschafft und der Weg führte endlich weg vom Asphalt und auf einen schönen Wiesenweg.
Auch dieser wurde leider viel zu schnell wieder durch ein Wohngebiet mit Straßen abgelöst. Und anschließend folgte noch ein ganzes Stück an der Bundesstraße/Talstraße entlang, um zur historischen Ölmühle zu gelangen.
 



 Die Ölmühle war riesig. Hier wird scheinbar auch heute noch Öl gemacht. Aber kaufen konnte man an diesem Tag leider nichts. Wir haben uns alles angesehen und wanderten dann weiter. 
Blick zurück zur Ölmühle
 
Auf einem Hinweisschild stand noch eine Sägemühle. Schatz meinte, die gehöre auch noch zum Rundweg und schlug die Richtung des Wegweisers ein. Oben am Hang stand ein Haus, da müsse sie doch sicher sein.
Die Hitze und der große Asphaltanteil hatten mich schon ziemlich geschafft. Und da soll ich jetzt noch hinauf kraxeln? Und wieder über aufgeheizten Asphalt? Menno...

Oben bei dem Haus angekommen war ich völlig fertig und keine Mühle weit und breit. Endlich bemühte Schatz das Smartphone. Besagte Mühle wäre von dort aus noch gute 45 Minuten entfernt gewesen - und wir hätten den ganzen Weg auch wieder zurück gemusst :-/ Das war uns dann beiden zu viel des Guten.
"Blüte der Jugend"

Also kehrten wir wieder um. Genossen auch auf dem Rückweg die Kunst am Wegesrand und gingen dann unserem Wanderzeichen weiter nach - wie wir es gleich hätten tun sollen ;-)

Inzwischen war auch meine Kamera wieder getrocknet und ich konnte noch das ein oder andere gute Bild mit ihr machen. Scheinbar hatte sie das kurze Bad im Brunnen doch gut überstanden und ich war heilfroh :-)
Nun brauchten wir nur noch der Wilden Gutach bis zum Auto zu folgen. Vorbei an einem Eiskeller (einer kleinen Höhle im Felsen, aus der es wirklich eisig heraus wehte!) und vorwitzigen Ziegen folgten wir dem Fluss weiter.
 

Wieder am Auto bemerkten wir, dass der kleine Kiosk in der Mühle am Parkplatz geöffnet hatte und kauften dort noch ein Eis. Das genossen wir im Kofferraum sitzend, bevor wir den Heimweg antraten.

Der Mühlenrundweg ist schön, hat aber einen doch recht hohen Asphaltanteil. Für die gut 10 km waren wir 2,5 Stunden in Bewegung und insgesamt 4 Stunden unterwegs.
Eine Woche später sollte sich herausstellen, dass die gute Kamera das kurze Bad im Brunnen nur kurzfristig überstanden hatte. Nachträglich hat sich leider irgendein Sensor verabschiedet, der jetzt jedes Bild, das außerhalb der Wohnung aufgenommen wird, völlig überbelichtet - ja fast weiß - erscheinen lässt :-( Für Outdoor-Aufnahmen ist sie so natürlich nicht mehr zu gebrauchen und ich trauere ihr arg hinterher. 
Lange habe ich nach einer neuen gesucht, die nicht zu teuer ist und ähnlich funktioniert wie die alte. Als ich dann endlich fündig wurde und bestellte, hatte ich schon große Vorfreude. Aber die Lieferung verzögert sich :-/ 

Inzwischen ist sie aber eingetroffen und die ersten Testbilder auf dem Balkon sind zufriedenstellend. Ich freue mich schon auf die erste Wanderung mit ihr :-)