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Am Samstag war ich wandern. Alleine. Ungeplant und mega spontan. Die erste richtige Wanderung (mit ordentlich Höhenmetern)
seit 2 Jahren! Alles was danach kam - und das war nicht viel - waren eher sehr lange Spaziergänge
im "Flachland" - wenn man die paar Hügel weglässt, die ich im
Sommerurlaub 2025 erklommen hatte. Im Sommerurlaub 2026 war ich gar nicht wandern, weil es einfach viel zu heiß war.
Ich bin am Samstagmittag spontan los. Eher unvorbereitet und völlig planlos. Fest stand für mich nur: Ich will raus! Wohin? Keine Ahnung. Also zog ich einfach los. Rucksack war trotzdem dabei. Zum Glück hatte ich auch eine Flasche Wasser eingesteckt. Denn am Ende wurde der angedachte Spaziergang zu einer richtigen Wanderung. Mit Fluchen, Schweiß, völliger Überschätzung der Rest-Kondition und großen Zweifeln an meiner geistigen Gesundheit.
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| Mein Rundweg - Karte von Komoot |
Los ging es an der Haltestelle Reutebachgasse. Da hält aktuell ja nur der SEV-Bus. Ich hab überlegt wohin ich will und bin erstmal hoch Richtung Bahnhof und dann zur Altbachschlucht. Da war ich schon ewig nicht mehr.
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| In der Altbachschlucht |
Durch die schattige Schlucht ging es erstmal nach oben in den Wald. In der Schlucht war es etwas arg feucht-warm. Und obwohl es da noch nicht richtig steil ist, kam ich gut ins Schwitzen.
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| in der Altbachschlucht |
Am oberen Ende der Schlucht gibt es einen Wald-Spielplatz. Dort fand gerade ein Kindergeburstag statt und der Geräuschpegel war entsprechend laut. Aber die Kinder schienen ihren Spaß zu haben.
Oben auf dem kleinen Parkplatz überhalb des Spielplatzes befindet sich eine Tafel, die an die einst hier stehende Kirche erinnert. Von der Kirche ist heute allerdings gar nichts mehr zu sehen. Aber von dort gehen gleich mehrere Wanderwege ab. Und wieder stand ich da und überlegte, wo ich als nächstes hin wollte. Richtung Panorama Hotel und Stadtmitte? Nein. Da hätte ich schon nach kurzer Zeit wieder nur Asphalt unter den Sohlen. Richtung Hebsackwiesen? Auch nicht. Gleiches Problem. Also weiter hinauf zum weißen Kreuz. Da war ich auch ewig nicht mehr.
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| Steil geht es hinauf zum Weißen Kreuz |
Schon nach wenigen hundert Metern kamen die Zweifel an meiner geistigen Gesundheit. Da ich meine Rest-Kondition gnadenlos überschätzt hatte, kam ich auf dem recht steilen Weg sehr schnell an meine Grenzen. Der Schweiß lief in Strömen und atmen wurde zu keuchen. Nur im Schneckentempo ging es voran. Aber wieder umkehren? Kam gar nicht in die Tüte. Auch wenn ich zwischendruch dachte, ich kollabiere jeden Moment.
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| am Weißen Kreuz |
Irgendwann hatte ich es dann endlich zum Weißen Kreuz geschafft. Ab hier ging es erstmal gemütlich und relativ gerade weiter bis zur Ladstatt. Immerhin etwas. Auf dem kleinen Mäuerchen habe ich ein paar Minuten gesessen, was getrunken und versucht, wieder normal zu atmen.
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| am Weißen Kreuz |
Ein Mann kam von oben, machte auch kurz Pause. Dann gingen wir beide weiter. Er nach unten. Ich nach oben. Da ich allein unterwegs war, konnte ich so schnell oder langsam laufen, wie ich wollte und musste auf niemanden Rücksicht nehmen. Ich genoss die Stille und die Zeit alleine. Denn vielen Menschen begegnete ich auf der ganzen Tour nicht. Ich hatte den Wald fast für mich alleine.
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| Auf dem Weg vom Kreuz zur Ladstatt |
An der Ladstatt - einer großen Wegekreuzung oben im Wald - dann wieder die Entscheidung: Wie geht es ab hier weiter? Da ich zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon völlig fertig war, ging es definitiv nicht noch weiter hinauf. Weiter oben wäre nur noch der Rosskopf-Gipfel gewesen. Ich war hier aber schon auf halber Höhe den Berg hinauf. Noch weiter hätte ich nicht geschafft. Nicht nach einer so langen Wanderpause. Wieder hinab bis zur Stadtmitte oder zu den Hebsackwiesen kam aber auch nicht in Frage. Denn da wäre immer noch viel zu schnell wieder Asphalt im Spiel. Ich wollte gerne im Wald bleiben, solange es geht.
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| Auf dem Weg Richtung Zähringer Burg |
Daher entschied ich mich für die letzte Möglichkeit: Weiter wandern zur Zähringer Burg. Denn auch da war ich schon ewig nicht mehr.
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| Auf dem Weg Richtung Zähringer Burg |
Der Weg verlief eine ganze Weile relativ eben mit nur geringer Steigung. Am Ende kam ich an der Zufahrt zu den Reutebach-Höfen heraus. Von hier konnte ich einen herrlichen Blick ins Tal werfen und sogar schon das Ziel in der Ferne ausmachen. Den Rosskopf mit nur noch 2 statt 4 Windrädern zu sehen, ist immer noch ungewohnt. Auch nach über einem Jahr.
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| Blick ins Tal und zum Rosskopf |
Auf dem Bild unten sieht man im Hintergrund ganz klein das Gasthaus unterhalb der Zähringer Burgruine. Da wollte ich hin.
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| unterhalb der Reutebach-Höfe mit Blick zum Gasthaus Zähringer Burg |
Der Blick ins Tal, über die Höfe hinweg war richtig schön. Auch wenn es am Horizont ziemlich diesig war an diesem Tag. Der schöne Fernblick entschädigte schnell für die Strapazen des Aufstiegs. Mensch, was hab ich das vermisst :-)
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| Reutebach-Höfe und Rosskopf Windräder mit freilaufenden Kühen |
Bis ganz nach oben, zum höchstgelegenen Hof musste ich noch hinauf. Vorbei an freilaufenden Kühen, die friedlich am Wegesrand grasten und sich auch nicht von den beiden asiatischen jungen Männern beirren ließen, die gefühlt tausend Selfies mit den Tieren gemacht haben :-D Der Anstieg war eher moderat. Aber durch den steilen Anstieg zum Kreuz, merkte ich schnell wieder, wie schwer die Beine bereits waren.
Am Hof vorbei ging es wieder in den Wald und über einen recht schmalen Pfad ein Stück hinab. Denn die Burgruine lag von hier aus gesehen ein ganzes Stück tiefer. Aber oben vom Hof aus konnte man wunderbar ins Rheintal sehen. Am Horizont der Kaiserstuhl und dahinter im Dunst ganz schwach zu erkennen die Vogesen in Frankreich.
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| Blick ins Rheintal und zum Kaiserstuhl |
Der Weg führte weiter durch den Wald. Mal etwas bergab. Mal leicht bergauf. Irgendwo muss ich einen Abzweig verpasst haben. Denn plötzlich gab es keine Wanderzeichen mehr. Ein kurzer Blick in die digitale Wanderkarte aus der Komoot App zeigte jedoch, dass ich nur einen kleinen Umweg machen musste, um wieder auf den richtigen Weg zu kommen. Schon bald war ich unterhalb der Burgruine.
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| Kleiner Umweg zur Zähringer Burg |
Zur Burg hinauf wurde der Weg kurzzeitig nochmal richtig Steil. Oben habe ich kurz Pause gemacht und noch was getrunken. Man kann in den Turm hinein. Dazu muss man aber im Gasthaus den Schlüssel holen und natürlich auch wieder abgeben (als Pfand lässt man seinen Personalausweis dort).
Jedoch kam ich jetzt quasi "von hinten" bei der Burg an und war viel zu platt, um extra nochmal zum Gasthaus hinab zu laufen und wieder zur Ruine hinauf zu laufen, nur um in den Turm zu können. Ich war vor Jahren auch schonmal oben und konnte zwischen den Zinnen in die Landschaft blicken. Ob ich - so fertig wie ich war - die vielen Stufen hinauf geschafft hätte, weiß ich auch nicht.
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| Ruine der Zähringer Burg |
Als ich mich genug ausgeruht hatte, machte ich mich wieder auf dem Weg hinab. Keine Sekunde zu früh, denn als ich ging, kamen die beiden Familien mit den Kindern hinauf, denen ich unten schon kurz begegnet war. Als ich schon fast unten war, hörte ich von oben die Kinder kreischen, dass die Tür zum Turm offen wäre. Ja, toll! Ein kleiner Hinweis vorher wäre echt nett gewesen. Vielleicht hätte ich des trotz der schmerzenden Beine ja doch zumindest versucht. Aber jetzt wieder den steilen Weg hinauf zu laufen, kam gar nicht in die Tüte.
Am Gasthaus vorbei und weiter hinab Richtung Kohlerweg trat ich den Weg zurück zur Haltestelle an. Der Kohlerweg ging von Waldweg direkt in Straße über und kurz darauf war ich in der Pochgasse, die hinab zur Zähringer Kirche und zum Bahnhof führt.
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| Katholische Kirche in Freiburg-Zähringen |
Von da waren es dann nur noch ca. 10-15 Minuten bis zur Straßenbahn- bzw. SEV-Bus-Haltestelle.
Die spontane und ungeplante Wanderung hatte "nur" 10 km und ich war satte 3 Stunden unterwegs! Am Ende taten mir dermaßen die Beine und Füße weh, dass ich kaum noch laufen konnte. Aber nach einer erholsamen Nacht hielt sich der Muskelkater am Sonntag in Grenzen. Das war überraschend, aber schön. Wenn das Wetter weiterhin mitspielt und der Oktober hoffentlich tatsächlich golden wird, werde ich wieder wandern gehen.
Die Zeit alleine hat mir gut getan. Ich bin stolz wie Bolle, dass ich trotzdem immer weiter gegangen bin, statt umzukehren. Aber das nächste Mal, bin ich besser vorbereitet ;-)