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Samstag, 28. August 2021

Sauerland-Urlaub 2021 - Tag 3 (Latrop - Schanze - Kyrillpfad - Waldskulpturen - Rundweg)

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Am 11. August haben wir die erste Wanderung in unserem Urlaub gemacht. Nachdem wir ausgeschlafen und gefrühstückt hatten, fuhren wir eine gute Stunde mit dem Auto nach Latrop (bei Schmallenberg).
Unser Rundweg, Karte von Komoot
Auf dem Wanderparkplatz konnten wir unser Auto schön im Schatten abstellen. Die Route hatten wir uns vorab aus einem Wanderführer ausgesucht und in die Online Karte von Komoot übertragen, so dass wir die Wander-App als Navi laufen lassen konnten. Das ist echt bequem, vor allem, wenn die Runde - so wie diese - aus zig verschiedenen Wegezeichen zusammengestückelt ist :-)

Vom Wanderparkplatz aus folgten wir dem Weg Richtung Schanze. Im Wald war es schattig, aber sehr schwül, was ich daran merkte, dass mir ständig die Brille beschlug, sobald ich stehen blieb.

Bei dem feucht-warmen Wetter bekamen wir reichlich Pilze vor die Linse. In der langen Wanderhose schwitze ich mich halb zu Tode, aber bot dafür weniger Angriffsfläche für sämtliche Stechviecher. Man kann halt nicht alles haben.


Über breite Waldwege ging es leicht bergauf. So viele Schmetterlinge wie auf dieser Tour habe ich gefühlt das ganze Jahr über nicht in Freiburg zu sehen bekommen.
Zweimal wollten wir rasten. Und bis zur ersten Rast hatten wir die Wege tatsächlich komplett für uns alleine. Lediglich am Altarstein, der an eine heidnische Opferstätte erinnern soll, begegneten wir zwei anderen Wanderern.
Altarstein Latrop
Als wir das erste Drittel des Weges hinter uns hatten, fanden wir eine Bank an einer Wegekreuzung. Hier machten wir unsere erste Rast. Es war herrlich ruhig im Wald und ein laues Lüftchen trocknete den Schweiß im Gesicht.

Wir hatten unser Brötchen gerade halb gegessen, da hörten wir lautes Gerede und schreiende Kinder. Etwa 10 Minuten später - wir wollten gerade wieder los - kam vom oberen Weg eine Horde Holländer an. Erst ein Mann mit zwei Kindern. Kurz drauf zwei weitere Erwachsene mit Hund. Alle sammelten sich unten auf der Kreuzung und gingen einfach nicht weiter. Wir blieben sitzen. Mit den Sabbelstrippen zusammen weiter zu wandern, kam gar nicht in die Tüte!

Nochmal etwa 10 Minuten später kam dann noch ein älterer Herr und weit abgeschlagen eine jüngere und eine ältere Frau. Als alle wieder beisammen standen, wurde kurz beratschlagt und dann liefen sie weiter - genau den Weg, den wir auch gehen wollten. Stöhn...
Brutsystem des Buchdruckers
Wir warteten noch ab, bis die Horde außer Sicht- und Hörweite war und liefen dann ganz langsam auch wieder los. Zum größten Teil wanderten wir über den Rothaarsteig (ein 157 km langer Fernwanderweg im Rothaargebirge).

Unterkiefer eines Rehs am Wegesrand entdeckt
Etwa 3 km nach unserem ersten Rastplatz überholten wir die inzwischen wieder weit abgeschlagenen holländischen Frauen. Kurz darauf den alten Herrn. Vom Mann mit den Kindern war weit und breit nichts zu sehen.
Erst als wir den nächsten Wanderparkplatz (nahe dem Kyrillpfad) erreichten, fanden wir auch diese wieder. Scheinbar hatten die dort geparkt. Wir hatten sie also ab jetzt "los" :-)

Gedenkstein für Kriegsopfer
Über den Kyrillpfad führte unsere Wanderung weiter. Hier hatte der Orkan Kyrill im Januar 2007 erhebliche Schäden angerichtet. Seither ist diese Fläche sich selbst überlassen. Lediglich ein paar Pfade, Brücken und Stege werden freigehalten und gepflegt.

Ich fand es erstaunlich, wie die Natur in den paar Jahren wieder nachgewachsen ist. In welcher Vielfalt und wie sie die Landschaft verändert hat, die vorher Fichte-Monokultur war.
Vom Kyrillpfad ging es über einen fast schnurgeraden Waldweg weiter. Der WaldSkulpturenWeg ist eigentlich 23 km lang. Wir sind ihm nur wenige Kilometer gefolgt und bekamen 3 von 11 Kunstwerken zu sehen.



Nachdem wir die dritte und für uns letzte Skulptur passiert hatten, bogen wir über einen Steg nach rechts ab.


Nur noch einen knappen Kilometer bis zur Hängebrücke. Von der hatten wir im Wanderführer gelesen. Dass es sowas hier gibt, wussten wir vorher auch nicht.
Und dann erreichten wir sie. Wir hatten sie uns etwas anders vorgestellt. Man kann sie passieren, muss es aber nicht. Sie ist nicht direkt Teil des Wanderweges, sondern nur als "Attraktion" dort hingebaut. Wenn man nicht schwindelfrei ist oder das Gewackel nicht verträgt, kann man auch gemütlich auf breiten Wegen drum herum laufen.
Natürlich sind wir einmal drüber spaziert :-) Es war ein kurzes, aber schönes Erlebnis. Die meisten Hängeseilbrücken machen mir nichts mehr aus, seit ich auf der Rückfahrt von unserem Allgäu-Urlaub über die Brücke im österreichischen Holzgau gelatscht bin :-D Da hieß es tatsächlich: Rüber oder zurück zum Auto!
Hier hatten wir das zweite Drittel unseres Weges geschafft und waren nun auf der Suche nach einer gescheiten Rastmöglichkeit. Direkt an der Brücke hätte es was gegeben. Aber dort war natürlich schon alles belegt.
Und wie so oft schon fanden wir keine! Während auf den ersten zwei Dritteln des Weges mehr Rastmöglichkeiten waren, als wir uns wünschen konnten, fand sich auf dem letzten Drittel tatsächlich ewig lange nichts.
Stele am Grenzweg
Da es zusätzlich auch nochmal kurz, aber richtig steil bergauf ging, war ich quasi von jetzt auf gleich mit meinen Kräften am Ende. Ich kam nur noch im Schneckentempo voran. Erst 3 km vor unserem Ziel kam dann endlich mal ein Rastplatz in Sicht. Zum Glück keiner da. Nichts wie hin. Hier haben wir dann unsere zweite Pause gemacht. Ich hatte sie wirklich dringend notwendig.
Rastplatz am Zinses Eck
Über schmale und breite Wege ging es von hier aus nur noch bergab. Bald erreichten wir einen Bach, dem wir hinab ins Tal folgten.
Und dort wo der Bach sich mit einem anderen vereint, ist der Wanderparkplatz mit unserem Auto :-)
Dieser Rundweg hatte 18 km. Wir waren 5,5 Stunden unterwegs, davon etwas über 4 Stunden reine Gehzeit.

Die Tour hat uns super gefallen, weil sie so abwechslungsreich war. Aber man sollte die 400 Höhenmeter und die Länge der Runde nicht unterschätzen.

Wieder Zuhause angekommen, ging es nur noch unter die Dusche. Zum Glück hat Papa gekocht. Frisch geduscht konnten wir quasi direkt losspachteln :-)

Den Abend verbrachten wir gemütlich auf der Couch.

Samstag, 22. August 2020

Sauerland-Urlaub 2020 - Tag 3 (Wanderung über den Wilzenberg bei Schmallenberg)

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Heute waren wir schon um 6:30 Uhr wach. Wir wollten unsere erste Wanderung machen. Dafür sind wir ins rund 40 Minuten entfernte Schmallenberg gefahren. Die Runde hatten wir in dem Wanderbuch gefunden, das uns Papa zu Weihnachten geschenkt hat.
Unser Rundweg, Karte von Komoot
Schmallenberg liegt an der Lenne und war im Mittelalter Mitglied der Hanse. Nachweislich gab es in der Kernstadt seit dem 15. Jahrhundert Textilgewerbe. Vierhundert Jahre später wurde die Stadt mit dem Produktionsschwerpunkt Strumpfwaren zum Zentrum der Sauerländer Textilindustrie. Dies brachte Schmallenberg den Beinamen Strumpfstadt ein. Schmallenberg hat heute rund 25.000 Einwohner.

Geparkt haben wir kostenlos am Friedhof. Da gibt es einen schönen großen Parkplatz. So früh am Tag war dort aber noch nicht viel los.
Sauerländer Fachwerk
Es war warm und schwül in Schmallenberg. Wir waren kaum bis in den Kurpark gelaufen, da lief uns die Brühe nur so runter.
Im Kurpark waren ziemlich viele Enten, die im Schatten vor sich hin dösten. Und wir fanden einen angelnden goldenen Hasen.
Über den Kreuzweg ging es dann hinauf Richtung Wilzenberg. Der Anstieg über die asphaltierte Straße war anstrengend.

Blick zurück auf Schmallenberg
Am Wegesrand immer wieder Bienen und Hummeln. Aber auch hier - wie schon im Schwarzwald - nur sehr wenige Schmetterlinge.


Dann kamen wir zum Baumkreis. Den hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt. Besonders fand ich ihn jetzt nicht.

Vom Baumkreis aus konnten wir dann schon den Wilzenberg sehen. Da sollte es hinauf gehen. Mir entfuhr ein Stöhnen. Der Schweiß kam doch jetzt schon aus allen Poren.

Der Wilzenberg ist ein 658 m hoher Berg am Westrand des Rothaargebirges. Er liegt bei Grafschaft, einem Ortsteil von Schmallenberg. Neben den als Bodendenkmal eingestuften Resten einer Wallburg (Ringwälle) befinden sich hier eine Wallfahrtskapelle aus dem Jahr 1633, der Wilzenbergturm von 1891 und ein 28 m hohes Hochkreuz.
Blick zum Wilzenberg
Kurz hinter dem Fraunhofer Institut mussten wir dann eine kleine Rast einlegen. Mein Kreislauf war kurz davor, sich zu verabschieden. Temperaturen über 25 Grad kann ich wirklich nicht gut vertragen. Kommt dann noch diese hohe Luftfeuchtigkeit hinzu, geht die Kondition schnell flöten. Wir haben also etwas gesessen, ich hatte das halbe Stück Kuchen, was vom Vortag übrig geblieben war gefuttert und was getrunken und dann ging es bald wieder. Also weiter!
Zum Glück erreichten wir bald das Waldstück. Dort ließ es sich etwas besser aushalten als auf offenem Feld. Der Aufstieg auf den Wilzenberg war anstrengend, aber nicht so schlimm wie erwartet, dank einiger Serpentinen.

Schon bald erreichten wir die Wilzenbergkapelle. Die war leider verschlossen, so dass wir sie nur von außen besichtigen konnten.
Wilzenbergkapelle

Nur ein paar hundert Meter weiter steht dann der Wilzenbergturm, der wegen seiner Optik auch "Eiffelturm" genannt wird. Der Turm ist nicht sehr hoch, nur etwa 17 Meter. Die Aussicht von dort ist Richtung Schmallenberg echt gut. Richtung Grafschaft leider nicht, da die Bäume zu hoch sind oder der Turm zu niedrig ist.
Wilzenbergturm

Immerhin hatte man von da oben einen guten Blick bis hinüber zum Kahlen Asten samt Astenturm.
Nachdem wir dort oben auch nochmal ausgiebig gerastet hatten, machten wir uns an den Abstieg.
Der Weg führte hinab nach Grafschaft. Schon bei den ersten Häusern, die wir erreichten, hatten wir einen tollen Blick zum Kloster Grafschaft.

Das Kloster Grafschaft war von 1072 bis zur Säkularisation im Jahr 1803/04 eine Benediktinerabtei. 1804 wurde das Kloster aufgelöst. Vom 19. Jahrhundert bis Mitte des 20. Jahrhunderts nicht monastisch genutzt, beherbergt die Anlage seit 1948 Borromäerinnen. Als Nachfolgegemeinschaft der schlesischen Kongregation ist Grafschaft heute ein Mutterhaus dieses Ordens. Der Orden betreibt dort das Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft als Lungenfachklinik. Mein Opa war hier regelmäßig Patient.
Unten im Ort kamen wir am Mühlplatz vorbei.
Am Kloster ging es auch direkt vorbei. Als wir den Ort hinter uns hatten, konnten wir den Blick zurück zum Wilzenberg genießen. Wie hoch der von hier unten aussah!
Mit einem Schlenker an den Mühlteichen vorbei machten wir uns auf den Weg zurück nach Schmallenberg. Der Himmel zog sich immer mehr zu. Wir hörten Donnergrollen. Mist!
Mein Körper lagert bei Schwüle immer unheimliche Mengen an Wasser ein. Bevorzugt in den Füßen. Da es an diesem Tag so unglaublich schwül war kam es, wie es kommen musste. Mir wurden unterwegs die Wanderschuhe zu eng und ich lief mir an jedem Fuß eine kleine Blase.

Auf den letzten 2 km bis zum Auto, bekamen wir dann schon die ersten Tropfen ab. Und gerade als wir das Auto erreichten, öffnete der Himmel seine Schleusen. Das nenne ich mal perfektes Timing.
Wir sind mit dem Auto dann hinauf zur Stadthalle gefahren, haben dort auch einen gratis Parkplatz bekommen und haben den Gewitterschauer einfach ausgesessen. Danach sind wir zu Intersport und haben uns Regenjacken gekauft. Denn unsere hatten wir - schlau wie wir sind - in Freiburg vergessen.
Natürlich schien wieder die Sonne, nachdem wir die Jacken gekauft hatten :-D Immerhin haben wir jetzt welche, falls es doch nochmal regnen sollte. Und gescheite sind es auch, die werden uns auch in Freiburg noch gute Dienste leisten.
In der Drogerie hab ich gleich die bereits von Heidi empfohlenen Blasenpflaster erstanden. Die wollte ich gleich auf meine beiden Blasen kleben.
Ansonsten haben wir noch einen Bummel durch Schmallenberg gemacht und uns die Kirche angeschaut.


Wieder am Auto haben wir die Rückfahrt nach Medebach angetreten, wo wir Rund 40 Minuten später ankamen. Dort wo es geregnet hatte, hatte es merklich abgekühlt. An den anderen Ecken war es immer noch sehr schwül.




Unser Rundweg hatte 12,5 km und wir waren 4 Stunden unterwegs - davon 3 Stunden reine Gehzeit.

Am Abend kamen Mama und Sina noch kurz vorbei und wir hatten einen geselligen Abend.
Papa kochte Schlemmer-Fischfilet mit Drillingen und Bohnensalat zum Abendessen. Ich klebte mir die Blasenpflaster auf die gereinigten Füße und dann ging es gegen 22 Uhr ab ins Bett. Wir waren platt.