Heute waren wir schon um 6:30 Uhr wach. Wir wollten unsere erste Wanderung machen. Dafür sind wir ins rund 40 Minuten entfernte Schmallenberg gefahren. Die Runde hatten wir in dem Wanderbuch gefunden, das uns Papa zu Weihnachten geschenkt hat.
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| Unser Rundweg, Karte von Komoot |
Geparkt haben wir kostenlos am Friedhof. Da gibt es einen schönen großen Parkplatz. So früh am Tag war dort aber noch nicht viel los.
| Sauerländer Fachwerk |
Im Kurpark waren ziemlich viele Enten, die im Schatten vor sich hin dösten. Und wir fanden einen angelnden goldenen Hasen.
Über den Kreuzweg ging es dann hinauf Richtung Wilzenberg. Der Anstieg über die asphaltierte Straße war anstrengend.
| Blick zurück auf Schmallenberg |
Dann kamen wir zum Baumkreis. Den hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt. Besonders fand ich ihn jetzt nicht.
Vom Baumkreis aus konnten wir dann schon den Wilzenberg sehen. Da sollte es hinauf gehen. Mir entfuhr ein Stöhnen. Der Schweiß kam doch jetzt schon aus allen Poren.
Der Wilzenberg ist ein 658 m hoher Berg am Westrand des Rothaargebirges. Er liegt bei Grafschaft, einem Ortsteil von Schmallenberg. Neben den als Bodendenkmal eingestuften Resten einer Wallburg (Ringwälle) befinden sich hier eine Wallfahrtskapelle aus dem Jahr 1633, der Wilzenbergturm von 1891 und ein 28 m hohes Hochkreuz.
| Blick zum Wilzenberg |
Zum Glück erreichten wir bald das Waldstück. Dort ließ es sich etwas besser aushalten als auf offenem Feld. Der Aufstieg auf den Wilzenberg war anstrengend, aber nicht so schlimm wie erwartet, dank einiger Serpentinen.
Schon bald erreichten wir die Wilzenbergkapelle. Die war leider verschlossen, so dass wir sie nur von außen besichtigen konnten.
| Wilzenbergkapelle |
Nur ein paar hundert Meter weiter steht dann der Wilzenbergturm, der wegen seiner Optik auch "Eiffelturm" genannt wird. Der Turm ist nicht sehr hoch, nur etwa 17 Meter. Die Aussicht von dort ist Richtung Schmallenberg echt gut. Richtung Grafschaft leider nicht, da die Bäume zu hoch sind oder der Turm zu niedrig ist.
| Wilzenbergturm |
Immerhin hatte man von da oben einen guten Blick bis hinüber zum Kahlen Asten samt Astenturm.
Nachdem wir dort oben auch nochmal ausgiebig gerastet hatten, machten wir uns an den Abstieg.
Der Weg führte hinab nach Grafschaft. Schon bei den ersten Häusern, die wir erreichten, hatten wir einen tollen Blick zum Kloster Grafschaft.
Das Kloster Grafschaft war von 1072 bis zur Säkularisation im Jahr 1803/04 eine Benediktinerabtei. 1804 wurde das Kloster aufgelöst. Vom 19. Jahrhundert bis Mitte des 20. Jahrhunderts nicht monastisch genutzt, beherbergt die Anlage seit 1948 Borromäerinnen. Als Nachfolgegemeinschaft der schlesischen Kongregation ist Grafschaft heute ein Mutterhaus dieses Ordens. Der Orden betreibt dort das Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft als Lungenfachklinik. Mein Opa war hier regelmäßig Patient.
Unten im Ort kamen wir am Mühlplatz vorbei.
Am Kloster ging es auch direkt vorbei. Als wir den Ort hinter uns hatten, konnten wir den Blick zurück zum Wilzenberg genießen. Wie hoch der von hier unten aussah!
Mit einem Schlenker an den Mühlteichen vorbei machten wir uns auf den Weg zurück nach Schmallenberg. Der Himmel zog sich immer mehr zu. Wir hörten Donnergrollen. Mist!
Mein Körper lagert bei Schwüle immer unheimliche Mengen an Wasser ein. Bevorzugt in den Füßen. Da es an diesem Tag so unglaublich schwül war kam es, wie es kommen musste. Mir wurden unterwegs die Wanderschuhe zu eng und ich lief mir an jedem Fuß eine kleine Blase.
Auf den letzten 2 km bis zum Auto, bekamen wir dann schon die ersten Tropfen ab. Und gerade als wir das Auto erreichten, öffnete der Himmel seine Schleusen. Das nenne ich mal perfektes Timing.
Wir sind mit dem Auto dann hinauf zur Stadthalle gefahren, haben dort auch einen gratis Parkplatz bekommen und haben den Gewitterschauer einfach ausgesessen. Danach sind wir zu Intersport und haben uns Regenjacken gekauft. Denn unsere hatten wir - schlau wie wir sind - in Freiburg vergessen.
Natürlich schien wieder die Sonne, nachdem wir die Jacken gekauft hatten :-D Immerhin haben wir jetzt welche, falls es doch nochmal regnen sollte. Und gescheite sind es auch, die werden uns auch in Freiburg noch gute Dienste leisten.
In der Drogerie hab ich gleich die bereits von Heidi empfohlenen Blasenpflaster erstanden. Die wollte ich gleich auf meine beiden Blasen kleben.
Ansonsten haben wir noch einen Bummel durch Schmallenberg gemacht und uns die Kirche angeschaut.
Wieder am Auto haben wir die Rückfahrt nach Medebach angetreten, wo wir Rund 40 Minuten später ankamen. Dort wo es geregnet hatte, hatte es merklich abgekühlt. An den anderen Ecken war es immer noch sehr schwül.
Unser Rundweg hatte 12,5 km und wir waren 4 Stunden unterwegs - davon 3 Stunden reine Gehzeit.
Am Abend kamen Mama und Sina noch kurz vorbei und wir hatten einen geselligen Abend.
Papa kochte Schlemmer-Fischfilet mit Drillingen und Bohnensalat zum Abendessen. Ich klebte mir die Blasenpflaster auf die gereinigten Füße und dann ging es gegen 22 Uhr ab ins Bett. Wir waren platt.











Ich erinnere mich daran, als Kind mit den Eltern im Sauerland gewesen zu sein. Als Erwachsene habe ich diese Region nie besucht. Was schade ist, denn es scheint dort richtig schön zu sein.
AntwortenLöschenFrüher sind wir auch im Sommer gerne gewandert. Jetzt verbringen wir diese Tage bevorzugt im eigenen Garten. Den hatte ich früher nicht.
Gerne wäre ich mit Dir auf den Turm gestiegen und hätte die schöne Aussicht genossen.
Es war auch bei uns heiß in den vergangenen Tagen und man versuchte so gut es geht, sie zu ertragen.
Liebe Grüße von Ingrid, der Pfälzerin
Ja, das Sauerland ist schön. Es gibt viel Landschaft, viel Landwirtschaft und auch viel historisches zu entdecken. Wir sind gerne dort oben - nicht nur, weil ich dort geboren und aufgewachsen bin :-)
LöschenManche Wanderungen haben wir bisher auch nur durch Zufall oder durch Infomaterial gefunden. Und oft war ich überrascht wie schön diese Runden sind. Eure war es auch. Nur wäre ich vermutlich nur wenige Stufen den Turm hoch gegangen. Das Hochsauerland mag ich auch besonders gerne ;)
AntwortenLöschenDie Bank würde ich sofort in unseren Garten stellen :)))
LG heidi
Die Bank hat mir auch super gefallen. Und so praktisch, mit dem Tischchen :-D Der Rundweg war auch schön. Nur auf die hohe Luftfeuchtigkeit hätten wir gut und gerne verzichten können ;-)
LöschenSehr tapfer, bei der Hitze eine Wanderung zu machen! Ich werde auch fast bewegungsunfähig, wenn es mal über 30 Grad oder noch schlimmer wird.
AntwortenLöschenDer Baumkreis ist wirklich etwas enttäuschend, der braucht wohl noch ein paar Jahre um zu beeindrucken.
Euer eisenzeitlicher Ringwall erinnert mich an unseren bei Otzenhausen, schade, dass nicht wirklich was davon erhalten blieb. Sie wurden halt später oft als Steinbrüche zum Hausbau genutzt.
Auf den Turm musste man natürlich rauf! War ja auch tolle Sicht!
Das kleine Häuschen da vor der Holzbrücke ... gab es davon nicht schon mal ein Foto von einer deiner Wanderungen und ich schrieb, das hätte ich gerne als Altersruhesitz? Aber vielleicht war das ja ein anderes...damals hattest du geantwortet, es wäre praktisch, weil da auch gleich eine Bushaltestelle sei.
Nee, das kleine Häuschen vor der Holzbrücke ist eine alte Mühle. Die gab es hier noch nicht, da wir zum ersten Mal in Grafschaft waren :-)
Löschenwelche Bedeutung hat eigentlich dieser seltsame Flattermann auf dem zweitletzten Bild?
AntwortenLöschenDer Flattermann ist der Floigenkaspar. Seine Figur hängt dort an seinem ehem. Wohnhaus (1802 - 1867). Der Mann war Bildhauer und hatte 10 Kinder. Um sein Einkommen aufzubessern, wollte er einen Flugapparat erfinden.
LöschenEr schnallte sich zwei Korbwannen um, klebte sich Gänse- und Hühnerfedern an den Körper und sprang aus der Dachluke seines Hauses - um es den Vögeln gleich zu tun. Er landete im Misthaufen und brach sich mehrere Rippen. Damit war seine Flugkarriere jäh beendet :-D
och je der Arme!
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