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Am 13. August haben wir dann nochmal ausgeschlafen. Eigentlich wollten wir an diesem Tag den Medebacher-Bucht-Rundweg wandern (25 km). Dafür hätten wir aber um 6 Uhr aufstehen müssen. Da der Tag mit Heidi allerdings so schön und schön lang gewesen ist, und wir erst nach Mitternacht im Bettchen lagen, kam die lange Tour nicht in Frage.
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| Dreiherrenstein-Route, Karte von Komoot |
Der Wanderparkplatz dort war klein, aber schön schattig. Witzigerweise parkte dort noch genau ein anderes Auto - auch aus Baden-Württemberg :-D
Ausgesucht hatten wir uns die Dreiherrenstein-Route. Die war nicht allzu lang, aber auch nicht zu kurz. Ein paar Höhenmeter und viele Pfade sollte es geben. Genau das Richtige.
Ein Stückchen ging es über einen asphaltierten Wirtschaftsweg hinauf. Aber schon bald erreichten wir einen Waldweg - und dort lila schimmernde Pilze. Sowelche habe ich noch nie gesehen! Kennt sich von euch eine(r) damit aus?
Es ging steil hinauf, bald waren wir am schnaufen. Dafür konnten wir aber auch einen schönen Blick in die Landschaft erhaschen.
Die "Werbung" mit den vielen Pfaden stimmte. Wir wurden nicht enttäuscht. Der Aufstieg (wir sind die Runde im Uhrzeigersinn gewandert) verlief zu fast 100 % über schmale Pfade, die teilweise auch ordentlich zugewuchert waren.
Knapp 2 km schafften wir, bis ich die erste Zecke auf Wanderschaft entdeckte. An einer nicht so stark bewachsenen Stelle kam dann doch das Anti-Zecken-Spray zum Einsatz. Die restliche Wanderung blieb ich dann von Krabbelviechern unbehelligt :-)
Oben angelangt ging es durch idyllischen Buchenwald weiter. Das gefällt mir am besten am Kellerwald. Die vielen Laubbäume. Die Trockenheit der letzten Jahre hat hier zwar auch Spuren hinterlassen, aber die Schäden sind nicht allzu deutlich sichtbar, wie in den reinen Nadelwäldern.
An den lichten Stellen im Wald fanden wir blühende Heide. Die ist dieses Jahr etwas später dran als üblich, denn für gewöhnlich verpassen wir die Heideblüte immer, wenn wir um diese Zeit im Sauerland unterwegs sind.
Direkt daneben werden inversive Arten ausgemerzt. Dieser Teil des Kellerwaldes liegt echt am Hintern der Welt. Unfassbar, dass sich eingeschleppte Arten (Neophyten) bis hier hin ausgebreitet haben und die heimische Pflanzenwelt verdrängen.
Hat man erstmal den höchsten Punkt erreicht, geht es ein ganzes Stückchen auf fast ebenen Pfaden über den Berg. Hier oben gibt es dann auch wieder ein paar mehr Nadelbäume. Viele davon tot. In herabgefallenen Rindenstücken kann man die Brutsysteme des Borkenkäfers bereits erkennen.
| Toter Wald neben dem Wanderweg |
Dann erreichten wir endlich den Namensgeber der Wanderroute, den Dreiherrenstein. Der Stein markiert die Stelle, an der einst drei Ländergrenzen zusammenstießen. Der Grenzstein wurde 1590 gesetzt.
Bald darauf kamen wir aus dem Wald heraus auf eine große Lichtung. Hier haben wir die Hälfte unserer Tour erreicht, es gibt reichlich Rastmöglichkeiten und die kleine Quernstkapelle. In der Kapelle ist ein herrliches Licht, weil die Sonne durch die bunten Fenster scheint.
| Blick Richtung NRW zum Rothaargebirge |
Im Schatten der Kapelle rasten wir schließlich. Wir haben den weiten Blick Richtung Willingen und Kahler Asten. Ein Paar andere Wanderer gingen gerade, als wir ankamen. Vorher hatten wir den kompletten Weg für uns alleine. Und auch auf der zweiten Hälfte des Weges werden uns nur 2 Menschen entgegen kommen. Wir haben den Kellerwald für uns alleine.
Nach der Rast geht es über einen breiten Waldweg weiter. Die Steigung sieht nicht sehr steil aus, geht aber doch unglaublich in die Beine.
Die vielen Blumen und Schmetterlinge am Wegesrand sind eine willkommene Ausrede, um mal kurz stehen zu bleiben. Dann erreichen wir die Wolfsgrube. Mit den Wolfskaulen wurde um 1500 versucht, den Wölfen Herr zu werden. Man lockte die Tiere mit Aas in die Gruben, um sie dort zu töten. Nur gut 200 Jahre später, gab es kaum noch Wölfe im Kellerwald. Der letzte Wolf wurde hier im Winter 1819/1820 getötet.
Dieser eine Satz auf der Infotafel gefällt mir sehr: "Damit der Wolf zurückkehren kann, muss er in den Köpfen und Herzen der Menschen ankommen." Der Wolf war vor uns hier. Wir haben ihn ausgerottet! Die Menschen sollten lernen, wieder mit ihm zu leben. Im Gegensatz zu so manch anderem Tier, das man in Deutschland findet, gehört er hier her.
Kurz hinter der Wolfskaule findet sich die große Wegekreuzung "Frankenauer Tor". Hier verlassen wir den breiten Waldweg wieder, um den Abstieg zum Wanderparkplatz anzutreten.
Der Weg wird hier wieder schmaler, ist aber nicht mehr so zugewuchert wie beim Aufstieg. Er lässt sich sehr gut gehen.
Hier, auf der Schattenseite des Berges ist der Boden noch sehr feucht vom vielen Regen der letzten Nächte. Zum Teil ist der Pfad nicht gut zu gehen, da Wildschweine alles umgegraben haben. Außer Schnauzen und Hufabdrücken haben wir von den Tieren aber zum Glück nichts gesehen. Mit Wildsauen ist nicht gut Kirschen essen, vor allem wenn sie Frischlinge dabei haben. Von daher verzichten wir liebendgern auf eine Begegnung :-)
Nicht mehr weit und wir kommen wieder unten an die Straße. Dort ist der kleine Wanderparkplatz. Wir treffen die beiden Wanderer wieder, die gerade gingen, als wir zur Quernstkapelle kamen. Es sind die beiden aus Tauberbischofsheim, die ebenfalls mit uns hier parkten :-D
Unser Auto steht immer noch im Schatten. Trotzdem ist es heiß geworden. Wir reißen alle Fenster auf und machen uns an die Rückfahrt.
Die Dreiherrenstein-Route hatte 8,5 km und wir waren 3,5 Stunden unterwegs. Davon 2 Stunden reine Gehzeit.
Zurück bei Papa haben wir uns erstmal unter die Dusche geworfen. Papa kochte uns in der Zeit Abendessen und wir aßen dann gemeinsam diese leckere Ratsherrenpfanne.
Den restlichen Abend verbrachten wir wieder gemütlich auf dem Sofa.








