Dienstag, 27. Juli 2021

Kleiner Rundweg oberhalb von Waldkirch

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Vor etwa 2,5 Wochen, am 11.07.2021, haben wir uns nach einem gemütlichen Morgen - mit ausschlafen und leckerem Frühstück - mit der S-Bahn nach Waldkirch aufgemacht. Die Fahrt dauert nur knapp 15 Minuten.
Unser Rundweg, Karte von Komoot
Direkt vom Bahnhof in Waldkirch sind wir losgewandert. Auf dem Plan stand eine Tour, die wir zuletzt vor 5 oder 6 Jahren gewandert sind.
Über den Ritterweg ging es erstmal den gut einen Kilometer den Berg hinauf zur Kastelburg. Der Ritterweg bietet alle paar Meter einen hölzernen Ritter in Lebensgröße und eine Tafel mit Infos über ihn. Der "stattlichste" unter Ihnen ist Johann von Schwarzenberg - mit seinem bunten Schild und dem riesigen Breitschwert :-D - Seine andere Burg haben wir auch schon besucht und auch von dieser Tour aus gesehen.
Die Kastelburg wurde zwischen 1250 und 1260 durch die Herren von Schwarzenberg erbaut. Heute thront sie direkt über dem Waldkircher Bahnhof. Wie die auf der gegenüberliegenden Talseite stehende ältere Schwarzenburg diente sie der Verteidigung der Stadt Waldkirch sowie der Kontrolle über den Handelsweg durch das Elztal.
Erster Bewohner der Burg war Johann I. von Schwarzenberg. 1354 wurde die Burg an Martin Malterer aus Freiburg verkauft. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg durch kaiserliche Truppen am 14. März 1634 zerstört, um sie nicht den vorrückenden schwedischen Truppen überlassen zu müssen.
Von der Burganlage sind unter anderem der besteigbare Bergfried und der Palas erhalten. Der Bergfried ist 28 m hoch und dient heute als Aussichtsturm. Leider war er an diesem Sonntag geschlossen. Aber man hat auch so eine richtig tolle Aussicht von der Burg auf Waldkirch und den gegenüberliegenden Kandel.
Über einen kleinen Rundweg haben wir die Kastelburg noch einmal komplett umrundet, bevor wir unseren Weg fortsetzten.
Wir folgten der gelben Raute immer Stückchenweise. Erst Richtung hohe Tanne, dann Richtung obere Hütte. Unterwegs konnten wir fast waagerecht wachsenden Fingerhut sehen, der nur an den senkrechten Spitzen noch blühte.
Durch eine Lücke zwischen den Bäumen hindurch konnten wir die Reste der Schwarzenburg sehen, die auf der anderen Seite des Tals, auf einem Ausläufer des Kandels gelegen ist. Neben der Kastelburg ist die Schwarzenburg die weniger bekannte zweite Burgruine von Waldkirch. Besucht haben wir die Schwarzenburg bereits HIER.
Plötzlich wurde es immer dunkler und etwas windig. Regen war eigentlich keiner gemeldet für diesen Tag. Durch eine andere Lücke hatten wir dann den Blick über Waldkirch zum Kandel (mit der Kastelburg auf der linken Seite). Der Gipfel des Kandels war in einer fetten dunklen Wolke verschwunden!

Wir bekamen auch etwas Regen vom Rande dieser Wolke ab. Aber im Wald haben wir ihn kaum bemerkt und er war auch schnell wieder vorüber gezogen.

Vorbei an Trompetenflechte und historischen Grenzsteinen ging es weiter über breite Waldwege.

Der erste C-Falter, den wir dieses Jahr gesehen haben!
An der oberen Hütte machten wir unsere Rast. Wir genossen die Ruhe dort oben, denn wir waren ganz für uns alleine. Zumindest die ersten paar Minuten. Dann kam eine junge Familie mit zwei größeren Kindern und einem Baby und mit der Ruhe war es vorbei. Das Baby sorgte dann noch für allgemeines Gelächter. Ehrlich, ich wusste nicht, dass Babys so laut in die Windel pupsen können :-D Der Vater scheinbar auch nicht, denn nach dem ersten Geräusch drehte er sich gleich zu uns herum und verkündete: "Ich schwöre, das war die Kleine!" :-D
Als wir fertig gevespert hatten, machten wir uns schließlich an den Rückweg zum Bahnhof. Erst ging es nochmal ein kurzes Stückchen bergauf, aber schon bald begann der Abstieg, hinab nach Waldkirch.
Inzwischen war die dunkle Regenwolke auch wieder abgezogen und der Gipfel des Kandels wieder zu sehen. Die ersten Gleitschirmflieger waren auch schon wieder in der Luft.

Und wieder ist mir aufgefallen, wie wenige Schmetterlinge dieses Jahr unterwegs sind. Hauptsächlich Zirtonenfalter und Kohlweißlinge. Ein Tagpfauenauge habe ich dieses Jahr noch gar keines gesehen und die Admirale und Füchse sieht man auch nur gelegentlich.

Dafür machten wir kurz vor der Klinik einen besonderen Fund. Mitten auf dem Waldweg saß eine Kröte und tat so, als wäre sie ein Stein :-D Wir haben sie echt erst im letzten Moment entdeckt.

Unten in Waldkirch angekommen folgten wir der Elz zurück Richtung Bahnhof. Fische konnten wir im Wasser ausmachen und so manchen Wasservogel beobachten. Der scheue Kormoran wollte sich allerdings nicht ablichten lassen.
In Waldkirch sind wir noch etwas über den Marktplatz flaniert. Wenn in einem der zahlreichen Cafés noch ein Tisch frei gewesen wäre, hätten wir uns noch einen Eisbecher genehmigt. Aber es war alles voll. Also spazierten wir zurück zum Bahnhof.

Dazu überquerten wir noch einmal die Elz. Auf die S-Bahn mussten wir auch nur 15 Minuten warten. Perfektes Timing.
Unsere kleine Runde hatte gute 11,5 km und mit 3 Std. reiner Gehzeit war sie nicht allzu anstrengend. Es war toll, mal wieder die Kastelburg besucht zu haben. 
 
Und weil mich der Bildupload wieder in den Wahnsinn getrieben hat, hat es mal wieder länger gedauert, bis dieser Post fertig war. Immer wenn ich denke, DAS ist der Trick, funktioniert es wieder nicht... es ist so nervig!

4 Kommentare:

  1. Das Panorama ist ja toll. Wenn man so viel zu sehen bekommt, weiß man oft gar nicht wohin man zu erst schauen soll.
    Burgen und Schlösser schaue ich mir sehr gerne an . Irgendwie haben die was. Burg Eltz waren in der Pfalz waren wir auch mal.
    https://heidis-seite.blogspot.com/2017/04/burg-eltz-und-frohe-ostern.html

    Schöne Bilder übrigens :))
    LG heidi

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    1. Burg Eltz hab ich auch schon zweimal besucht. Einmal mit der Schule, als wir in der Eifel auf Klassenfahrt waren und einmal bei unserer Deutschlandrundreise 2016. Da hab ich dann eine englischsprachige Führung mitgemacht, weil es dem Mann nicht gut ging und ich zu ungeduldig war, auf den deutschen Guide zu warten :-D

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  2. Eine schöne Wanderung habt Ihr gemacht und ich bin wieder gerne virtuell mit gegangen.
    Liebe Grüße von Ingrid, der Pfälzerin

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  3. Hach liebe Nicky wie schön du das beschrieben hast, da bin ich gerne mitgewandert. Ich werde demnächst über das Altmühltal aus Bayern berichten, was meine neue Heimat ist.
    Ganz liebe Mittwochsgrüße
    Christine

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