Dienstag, 24. Mai 2022

Rheinauenweg - Etappe 3/9 - Neuenburg bis Hartheim - Ein totaler Fehlschlag!

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Nach Monaten Pause in der dunklen Jahreszeit wollten wir am 21. Mai nun endlich mit dem Rheinauenweg weiter machen. Etappe 3 von 9 stand an. 
Im RE Richtung Basel
Wir fuhren mit dem Regionalexpress nach Müllheim und dann eine Station mit der französischen Regionalbahn, die nach Moulhouse fährt, bis nach Neuenburg, wo wir gegen 10 Uhr ankamen.
weiter mit der französischen Regionalbahn
Wir wanderten vom Bahnhof aus das schmale Pfädchen hinab ins Industriegebiet - wo wir auf Etappe 2 ja schon hinauf gewandert waren.

Vorbei an der alten Mülldeponie ging es zum Rhein und dann waren wir nach 1,5 km endlich auf dem Rheinauenweg.
Wir kamen gute 500 m weit, bis wir vor einem Zaun standen. Hier ging es nicht weiter: Landesgartenschau! :-( Kein Hinweis für Wanderer und Spaziergänger. Es gab lediglich ein Schild, das den Radfahrern eine Umleitung vorgab. Daher dachten wir, wir kämen als Fußgänger irgendwie dran vorbei - ist ja oft so. Kamen wir aber nicht.
Wir wussten, dass die Landesgartenschau in Neuenburg ist (noch bis zum 3. Oktober 2022). Wir wussten, dass die in der Nähe des Rheins ist. Was wir nicht wussten ist, dass wegen der Landesgartenschau der Wander- und Radweg auf 1,5 - 2 km gesperrt worden war :-/ Dazu haben wir vorab auch nirgendwo Hinweise gehört oder gesehen.
Also wieder ein Stück Retour und über einen Trampelpfad am Zaun entlang, hinauf zur Straße. Wir versuchten, uns einen Weg um das LGS-Gelände drum herum zu suchen. Direkt parallel zum Rhein ging es nicht weiter. Man läuft als Fußgänger ja nicht einfach auf die Autobahn!
Also irgendwie drum herum. An der Bundesstraße entlang, an der Autobahnauffahrt vorbei. Absolut nicht schön. Am Ende ging es für uns nur noch Richtung Ortszentrum, wo wir promt in einer Baustelle landeten und diese nicht einfach direkt passieren konnten. Die Umleitung führte weiter nach Neuenburg hinein. Am Ende waren wir wieder fast am Bahnhof! Da hätten wir auch von dort aus gleich in den Ort reinlaufen können, wenn wir das vorher gewusst hätten. Das hätte uns zuminst mal 3 km gespart.
 
Ich wurde langsam echt stinking. Geplant waren 22 km für die wir uns 7-8 Stunden Zeit lassen wollten. Etwas Zeitdruck blieb im Hinterkopf nämlich präsent, denn um 18:50 Uhr wäre der vorerst letzte Bus vom Zielort abgefahren. Danach hätten wir bis nach 21 Uhr dort festgesteckt! Wir hatten also keine Zeit, dauernd im Kreis zu laufen und die vergeudeten Kilometer hätten es mir am Ende auch sicher schwer gemacht, das Ziel noch zu erreichen. Denn wenn man 22 km geplant hat, und vorher schon 7 km herumirrt, ist das nicht besonders gut!
dunkelblau = tatsächlich gelaufener Weg / helllblau = geplanter Weg / rot = LGS

Immer wieder ein Blick auf die Karte. Wie kommen wir am schnellsten um das LGS-Gelände herum und wieder auf den Rheinauenweg? Schatz hat zweimal nach dem Weg gefragt. Zuerst eine Frau, die gerade im Garten arbeitete. Als Einheimische würde sie sich doch sicher auskennen, oder?
 
Sie sagte uns, das wir der von der nächsten Kreuzung ausgeschilderten "Westtangente" folgen sollten. Diese war gleichzeitig auch eine offizielle Umleitung für Radfahrer. Prima! Dort sollten wir dann auch direkt an den Rhein kommen. Das machen wir!
 
Gelandet sind wir allerdings am Parplatz P1 der Landesgartenschau. Schatz hat direkt einen der Parkplatzwächter angehauen, ob er wüsste, wie man am Areal vorbei und zum Rhein käme. Er wusste es auch nicht genau, weil er nicht aus der Gegend wäre. Meinte aber, man käme dran vorbei und über einen Stichweg zum Rhein. Also latschten wir mal weiter.
Über die Rheinwaldstraße, vorbei am Sportgelände, Firmen und einem Indoor Kinderspielplatz kamen wir dann auch wieder auf einen Wanderweg. Die DurchFAHRT für Autos und Motorräder war gesperrt. Kein Hinweis für Radfahrer und Fußgänger. Also: weiter. Ein Blick auf die online Wanderkarte verriet, dass wir in ein paar Metern wieder auf der geplanten Route gewesen wären :-)
Auf dem Weg fanden wir duzende Hirschkäfer. Allen fehlte das weiche Hinterteil. Einige zuckten sogar noch. Da war wohl irgendein verfressenes Tier am Werk gewesen. Wir waren guter Dinge...für rund einen Kilometer. Dann standen wir vor dem nächsten Zaun!
Der Rad- und Wanderweg war gesperrt. Auch für Radfahrer und Fußgänger! Hätte man das nicht direkt am Anfang auch schon erwähnen können, statt einen erstmal nen Kilometer latschen zu lassen?! 😠
Am Zaun dann ein Hinweiszettel mit Umleitungsempfehlung. Für Radfahrer eine recht schnelle Angelegenheit. Für uns als Wanderer ein Ding der Unmöglichkeit :-(
 
Bis hierher waren wir schon 7 km gelaufen, sind 90 Minuten durch die Gegend geirrt und waren noch immer im beschissenen Neuenburg! Ich war dermaßen enttäuscht, dass ich vor dem scheiß Bauzaun in Tränen ausgebrochen bin.

Der Hinweis war mit Stand von März/April 2022. Also recht neu. Wie lange diese Baumaßnahmen gehen, konnte man aber nirgendwo erfahren.
B ist da, wo der Bauzaun den Wanderweg von Neuenburg aus versperrt!
Eine mögliche Ausweich-Route würde uns drei Viertel der Etappe nichtmal ansatzweise am Rhein oder durch die Rheinauen führen! Und ob wir da überall durchkommen würden, ist auch fraglich. Daher können wir die 3. Etappe für dieses Jahr wohl erstmal abschreiben. 

Nachdem ich mich wieder etwas beruhigt hatte, kam eine Gruppe Radfahrer angeradelt - auch gestoppt von dem ollen Bauzaun. Ärger und Unverständnis auch bei denen. Kurze Beratung. Mit dem Fahrrad wäre man schnell auf der empfohlenen Umleitung. Also radelten sie zurück. 

Uns blieb ja auch nichts anderes übrig, als die rund 3 km bis nach Neuenburg zurück zu latschen. Während wir uns auf dem Rückweg befanden, hielten wir noch einen weiteren Radfahrer und einen einheimischen Jogger auf, die ebenfalls auf dem Weg zum Bauzaun waren. Muss ja nicht jeder wie ein Idiot vorm Zaun enden.
 
Aber das zeigte uns auch, dass sowohl Einheimsiche, als auch Ortsfremde von dieser Sperrung nicht wirklich was wissen/wussten und es nicht genug Hinweise gibt. Sonst würde sich ja keiner freiwillig bis vor den Zaun begeben, oder?

Wir waren jedenfalls beide total enttäuscht. Ich besonders. Denn da geplant war, dass wir den ganzen Tag nicht daheim sein würden, habe ich am Freitag Abend und Samstag früh noch ziemlich Stress gehabt, weil ich möglichst viel vorbereiten und gleichzeitig möglichst viel Haushalt vorarbeiten wollte. Wir sind extra um 6 Uhr aufgestanden - für NICHTS!
 
Einig sind wir uns nur, dass wir nun einfach mit der 4. Etappe weiter machen und evtl. die 3. im kommenden Jahr (die LGS geht ja noch bis Anfang Oktober und wie lange die andere Baustelle dauert, ist unbekannt) nachholen. Aber bevor wir die nächste Etappe in Angriff nehmen, wollen wir mal beim Wasser- und Schiffahrtsamt (oder sonst wo!) nachprüfen, ob auf der Strecke weitere Sperrungen wegen Baumaßnahmen zu erwarten sind. Nicht, dass wir wieder so ein Erlebnis haben wie am Samstag!

Als wir dann wieder den Parkplatz von der Landesgartenschau in Sichtweite hatten, und Schatz schon am schauen war, wann der nächste Zug zurück fährt, hab ich spontan gefragt, ob er nicht Lust hätte, mit mir auf die LGS zu gehen. Dann wäre die Fahrt nach Neuenburg wenigstens nicht ganz für den Allerwertesten gewesen. Die Idee fand er gut. Statt zu wandern, besuchten wir also die Landesgartenschau.

Mittwoch, 11. Mai 2022

Unsere Jahrestagswanderung 2022

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Am 1. Mai waren wir traditionell wandern. Da wir aber auch ausschlafen wollten, haben wir spontan beschlossen, unsere Jahrestagswanderung zu machen. Jahrestag haben wir im April schon gehabt - 15 Jahre wilde Ehe!
 
Und zu diesem Anlass wandern wir einmal im Jahr - um unseren Jahrestag herum - immer die erste Wanderung nach, die wir zusammen unternommen haben 💕 Da wir seit April (2007) zusammen sind, unsere erste Wanderung aber erst im Juni unternommen hatten, sind wir da nicht ganz so streng mit dem Datum :-D Meist gehen wir aber wirklich irgendwann zwischen April und Juni.
Unsere Strecke, Karte von Komoot
Wie immer starten wir an der Wonnhalde (Straßenbahnhaltestelle der Linie 2). Dort ist inzwischen der Fußweg am neuen Rückhaltebecken freigegeben. Man muss also nicht mehr über die Straße zum Wald laufen.
Der neue Weg am neuen Rückhaltebecken
Deutlich angenehmer, aber durch den neuen und höheren Damm ist die Aussicht vom Weg nicht mehr ganz so toll wie früher. Am Waldhaus vorbei - wo an diesem Tag einiges für Kinder geboten wurde - geht es aber schnurstracks in den Wald hinein.
Wonnhalde
Vorbei am unteren See, einen Bach entlang bergauf zum oberen See, wo am Ufer hunderte Kaulquappen vor sich hin paddelten. Das Schild, dass man die Kaulquappen in Ruhe lassen, nicht rausholen und keine Hunde und Kinder ins Wasser lassen soll, steht immer noch. Ich finde es immer noch erschreckend, das es überhaupt notwendig geworden ist.
Am Rehbrunnen
Am Rehbrunnen haben wir uns nur kurz aufgehalten. Das veralgte, grüne Wasser stank wirklich unangenehm brackig. Dennoch, einer der - wenn nicht gar DER - schönste Brunnen in Freiburg :-)
Der "Waldstraße" folgend ging es weiter durch den Wald. Immer mal wieder schöne Aussichten durch die Bäume hindurch auf die Stadt und jede Menge zu entdecken am Wegesrand. Bienen, die ersten grünen Holunderbeerchen und - was ich sehr interessant fand - der Waldmeister in der freien Natur ist exakt genauso weit wie der auf meinem Balkon :-D
Eibenbrunnnen
Der nächste Brunnen auf der Tour ist der Eibenbrunnen. Ebenfalls an der Waldstraße gelegen kommt man automatisch an ihm vorbei.
Wir wandern weiter Richtung Günterstal und haben oberhalb des Klosters einen fantastischen Blick auf den Freiburger Stadtteil, der wie ein eigenständiges Dorf daher kommt. Hinten am Berg entdecken wir den Kybfelsen, auf dem wir auch schon das ein oder andere Mal oben waren. Durch den Zoom der Kamera sehen wir, dass da oben ziemlich viel los ist. Auf unserem Weg sind uns bisher nur wenige Menschen begegnet :-)
Günterstal mit Kybfelsen
Wir passieren diesen einen Stein, der da schon immer am Wegesrand gestanden hat. Vor einigen Jahren hat irgendjemand in gelben Buchstaben "Stein der Liebe" drauf gepinselt. Eigentlich fanden wir das doof, den Stein zu "bekritzeln". Aber zum 15. Jahrestag durfte es dann doch mal ein Bild sein :-D
Am Stein der Liebe
Weiter geht's, dem breiten Waldweg folgend. Vorbei am Marxenweiher, wo wir im letzten Jahr Molche gesichtet hatten. Dieses Jahr war das Grünzeug im Wasser noch nicht so weit. Weniger Versteckmöglichkeiten. Daher haben wir leider keinen Molch gesehen. Nicht weit entfernt vom Marxenweiher finden wir den Marxenbrunnen.
Marxenbrunnen
Den mag ich auch gerne, mit seinen blauen Mosaiksteinchen. Der Brunnen spotzt nicht mehr rum. Die "Leitung" scheint wieder frei zu sein :-D
St. Liboa Kloster Günterstal
Kurz hinter dem Marxenbrunnen geht es links hinab und dann scharf links noch etwas weiter. An der oberen Klostermauer entlang, gelangen wir in den Stadtteil Günterstal. Unten an der Straße haben wir das Günterstaler Tor zu unserer Rechten. Wir halten uns aber weiterhin links und laufen an der Straße entlang bis zur nächsten Haltestelle, vor der wir dann rechts abbiegen und am Klostergarten und einem Waldspielplatz wieder in den nächsten Wald gelangen.
Jägerbrunnen
Der Wanderweg führt am nächsten Brunnen, dem Jägerbrunnen, vorbei. Und über schmale Pfade wandern wir weiter durch den Sternwald.
 
Dort entdecken wir eine Hinweistafel für einen neuen Wanderweg. Die Tafel sieht nagelneu aus. Lange gibt es den wohl noch nicht. Er hat sogar ein eigenes Wegezeichen. Das schauen wir uns später daheim nochmal genauer an :-)
Sternwald
Unsere erste kleine Rast machen wir an der Sternwaldwiese. Ein Rast- und Grillplatz mit einem steinernen Pavillon. Dann geht es weiter...vorbei an Brunnen Nummer 5 :-D In dem hohlen Baumstamm neben dem Stephanienbrunnen haben wir schonmal Pilze entdeckt. An diesem Sonntag fanden wir dort allerdings keine.
Stephanienbrunnen
Kurz darauf sind wir schon am Wasserschlössle. Wir genießen die Aussicht über die Stadt und wandern dann zügig weiter. Hier oben ist - wie fast immer - sehr viel Betrieb.
Am Wasserschlössle
Nun geht es etwas steiler weiter. Den Berg hinauf über schmale Pfade. Der grün werdende Mischwald leuchtet herrlich, Anfang Mai.

Weiter geht's, der gelben Raute folgend. Sie ist im Schwarzwald fast allgegenwärtig und führt zu ganz verschiedenen Zielen. Wir halten uns erstmal an die "Franzosenschanze" und danach an "St. Barbara".
Auch hier hat der Wald durch die Hitzesommer etwas gelitten. An einer Stelle fehlt ein ganzes Stück. Letztes Jahr schon. Inzwischen sind kleinere Bäumchen und Büsche nachgewachsen. Aber die ungewohnte Aussicht auf Freiburg hat man immer noch.
Sägemännle und Sägemännleweg
Schließlich erreichen wir den Sägemännleweg. Ein schmaler Pfad, der zu den lustigen Sägemännle führt. Wenn wir sie erreicht haben, sind wir fast oben bei St. Barbara. Von den durch Wasserkraft angetriebenen Figuren, deren Klingeln man schon von weitem im Wald hört, sind es nur noch 2-3 km bis zum Waldgasthaus. Dieses Jahr fanden wir nur 2 Figuren. Sonst waren es immer drei. Hoffentlich ist eines nur zur "Überholung" fort und nicht gänzlich geklaut worden.

Am Wegesrand finden wir einen weiteren hohlen Baumstumpf, aus dem allerlei Pflanzen wachsen. Er sieht aus wie ein natürlicher Blumentopf - das gefällt uns :-D In seiner Mitte sprießt ein riesiges Schaumkraut. So ein großes habe ich zuvor noch nie gesehen!
Ein natürlicher Blumentopf (hohler Baumstumpf)

Wir kommen zum anderen Ende des Sägemännleweges. Noch ein guter halber Kilometer bis nach St. Barbara. Fast geschafft.
Zum Waldgasthaus geht es dann wieder ein Stückchen abwärts. Die Aussicht von dort ist klasse. Eingeehrt sind wir aber nicht. Es war zu voll. Also wandern wir einfach weiter.
St. Barbara
Wir versuchen einen neuen Weg hinab. Denn eigentlich hatten wir vorgehabt, die Jahrestagswanderung dieses Jahr zu erweitern und einen Rundweg draus zu machen. Also biegen wir hinter St. Barbara links auf einen schmalen, steilen Pfad ab, der uns hinab bringen soll, Richtung Friedhof Bergäcker. Wir entdecken eine kleine Kapelle, die versteckt am Wegesrand steht. Die kannten wir tatsächlich noch nicht und freuen uns, in der bekannten Gegend doch noch etwas Neues entdeckt zu haben :-)
Versteckte Kapelle unterhalb von St. Barbara
Aber kurz darauf folgt schon das große Stöhnen. Der Pfad geht nicht weiter. Ein Zaun und ein Schild "Privatgrundstück. Betreten verboten!" versperren den Weg. Hätte man das nicht schon direkt oben am Pfad anbringen können?! Oder wenigstens einen Hinweis, dass es nach unten nicht weiter geht? Es bleibt uns am Ende trotzdem nichts anderes übrig. Wir müssen den steilen Weg wieder komplett hinauf kraxeln. Oben folgen wir dann ein Stück der Straße hinab, biegen dann links in ein Wohngebiet ab und sind dann wieder da, wo wir ursprünglich hin wollten.
Über einen Wiesenweg und eine Treppe gelangen wir zur Littenweilerstraße und folgen ihr links zum Friedhof Bergäcker.
Weiter geht's zum Campingplatz am Möslepark. Inzwischen ist klar, die Rundtour können wir vergessen. Es ist Sonntag, es ist spät geworden - wir sind wohl doch einmal zu oft stehen geblieben. Wir haben bereits 17 Uhr und hätten noch 60 - 90 Minuten vor uns. Dann noch die Rückfahrt mit Bahn und dem Sonntags nicht so oft fahrenden SEV Bus... duschen wollte ich auch noch. Kochen steht noch an. Ich will vor einem Arbeitstag nicht erst um 21 Uhr mit allem fertig sein. Der Mann ist beleidigt. Ich sage ihm, wenn er kocht, machen wir den Rundweg komplett. Dann hätte ich nicht so viel Stress. Oder er müsse den Rundweg alleine schließen, während ich schon heim fahre. Beides wollte er aber auch nicht. Ich kann ihm nicht helfen und lasse ihn schmollen, während wir den Weg zum Waldsee fortsetzen.
Waldsee
Auch hier fanden wir eine wahre Invasion von Kaulquappen. Der Waldsee war im Sommer 2018, in einem der Hitzesommer, gekippt. Fast sämtliches Leben in ihm ist jämmerlich verendet (über 1.000 tote Fische!). Der See wurde danach fast 2 Jahre lang gereinigt, entschlammt und was sonst noch, um ihn zum neuen Leben zu erwecken. Und da man nun wieder tausende Kaulquappen hier finden kann, scheinen die Bemühungen sich gelohnt zu haben.
Der Rand des Sees war schwarz von Kaulquappen!
Außerdem entdeckten wir diese neue Fontäne, die für wohl nicht nur hübsch anzusehen ist, sondern auch für eine Umwälzung des Wassers sorgt und dieses so mit neuem Sauerstoff anreichert. Das mussten 2018 die Pumpen von Feuerwehr und THW machen, um die restlichen Fische zu retten.
Durch den kleinen Park schlendern wir am See entlang. Noch einmal kommen wir durch ein kleines Waldstück parallel der Straße.
Hier duftet es intensiv nach Knoblauch. Während auf meinem Balkon der Bärlauch schon verblüht ist, sind hier im schattigen Wald die Blüten noch taufrisch und der Duft nach Knobi ist überwältigend :-D
Bärlauchfeld am Wegesrand
Wir steuern die Haltestelle "Musikhochschule" an (Linie 1) und begeben uns auf den Heimweg. Die Tour war schön, auch wenn wir nicht, wie geplant, eine Rundwanderung daraus machen konnten.
Dennoch bekamen wir 16 km zusammen, wir waren 4,5 Stunden unterwegs und davon waren 3,5 Stunden reine Gehzeit.

Dienstag, 3. Mai 2022

Seelenwanderung - Verwöhntour Nr. 12 (Von Hof zu Hof in Geiersnest)

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Nachdem wir in unserem Osterurlaub an einem Tag 18 km und am nächsten Tag nochmal 16 km gewandert waren, haben wir dann doch ein paar Tage Pause gebraucht :-D Die dritte und letzte Wanderung in unserem Urlaub machten wir am Ostersonntag (17. April 2022).
Unser Rundweg, Karte von Komoot - inkl. Signalverlust vom GPS
Dazu ging es mit dem Auto ins Hexental und dann über St. Ulrich hinauf nach Geiersnest. Fahrzeit insgesamt ca. 30 Minuten. Unser Vehikel parkten wir am Wanderparkplatz Gerstenhalm, wo noch unerwartet viele Stellplätze frei waren. An einem so herrlichen Feiertag hatten wir mit mehr Andrang gerechnet.
Wanderparkplatz Gerstenhalm und Blick zum Schauinsland
Wir stiegen aus dem Auto aus und waren noch keinen Schritt gewandert, da wurden wir schon mit einer bombastischen Aussicht belohnt. Wenn das auf der Tour so weiter ginge, hätten wir wieder einiges zu gucken :-D
Blick vom Wanderparkplatz ins Rheintal

Oben: Rosskopf (links) und Kandel (rechts)/Unten: Hochblauen
Die Wanderung führte uns oberhalb vom Parkplatz über einen breiten Weg in den Wald hinein. Es ging nur leicht bergauf - aber ich merkte es immer noch ganz leicht in den Beinen. Naja, wir hatten die 3 Tage dazwischen ja auch nicht völlig untätig nur rumgehangen ;-)
Blick hinab auf den Wanderparkplatz

Irgendwann hatten wir dann die Kuppe des bewaldeten Hügels erreicht und es ging auf ebenen Wegen ein Stückchen weiter und wieder aus dem Wald hinaus. Nach rechts hin öffnete sich der Blick über eine Weide und vor uns lag Freiburg.
Aussicht auf Freiburg

Blick über Horben hinweg zum Rosskopf
An einer anderen Stelle konnten wir über den Ort Horben hinweg bis zum Rosskopf mit seinen 4 Windrädern schauen. Den Berg sehen wir (von der anderen Seite) jeden Tag aus dem Küchenfenster :-)
Wegezeichen, Wanderweg, Blick zurück zum Gipfelkreuz und Blick hinab zum Paulihof
Die vielen anderen Leute, die hier oben zu Beginn noch unterwegs waren, verliefen sich schnell. Die meisten blieben oben auf der Kuppe an einem kleinen Gipfelkreuz mit Bänken hängen. Je weiter wir uns vom Parkplatz entfernten, desto ruhiger wurde es. Bereits nach etwa 1,5 km hatten wir den Weg für uns alleine :-) Es ging nun wieder gut bergab. Ein Wechsel aus Kies- und Wiesenwegen machte das Gehen angenehm.
 
Der erste Hof den wir erreichten, war der Paulihof. Einfach nur ein Hof. Nichts besonderes. Wir passierten das große Gelände auf einem asphaltierten Sträßchen. Über uns auf der Weide grasten ein paar Ziegen im Schatten eines Baumes.
Kurze Zeit später kamen wir wieder in ein kleines Waldstück. Wir folgten dem Wanderweg weiter abwärts und hatten auf halber Höhe plötzlich wieder Wiesen und Weitblick, bevor es erneut in einen kleinen Wald ging.

Auf dem Weg zum Schweighof
Von hier bis zum Schweighof verlor meine Wander App das GPS Signal und zog einfach eine gerade Linie. Irgendwie ist sowas echt nervig. Ich sehe gerne, wo ich her gelaufen bin ;-)
Am Schweighof
Wir erreichten den Schweighof, der auch Gastronomie zu bieten hat. Es war um diese Uhrzeit nicht so viel los, dennoch kehrten wir nicht ein.

Blick zurück zum Schweighof
Wir wanderten stattdessen am Schweighof vorbei...und bogen an der nächsten Gabelung prompt falsch ab! Zum Glück merkten wir es schnell. Immerhin bekamen wir so nochmal einen schönen Blick zurück zum Schweighof geboten :-) War der ungewollte Abstecher zumindest nicht ganz umsonst.
Blick hinab zum Heinehof (ca. Bildmitte)
Weiter ging es hinab mal durch Wald mal durch offene Weideflächen. Immer wieder boten sich herrliche Ausblicke.
Fast am Heinehof

Oberhalb vom Heinehof machten wir unsere Rast. Auf einer Bank unter einem blühenden und summenden Obstbaum mit Blick auf den Kuhstall. Es war richtig toll :-)
Aussicht während der Rast oberhalb vom Heinehof
Der Heinehof hat ebenfalls Gastronomie zu bieten. Hier war deutlich mehr los als am Schweighof. Aber auch hier kehrten wir nicht ein. Nagut, ich war dort ja auch schonmal. Vor ein paar Jahren - vor Corona - hatten wir dort mal die Weihnachtsfeier vom Geschäft ;-)
Heinehof-Kapelle
Der Heinehof war die tiefste Stelle unserer Rundwanderung. Ab hier ging es nun quasi nur noch bergauf bis zum Auto zurück. Mir kamen leise Zweifel an meiner Intelligenz, denn inzwischen machten sich die noch immer etwas steifen Muskeln wieder bemerkbar.
Blick zurück zum Heinehof u. Wegekreuz oben an der Straße
Aber es nützt ja alles nichts. Irgendwie muss man ja zurück zum Auto kommen. Also, langsam bergauf. An der Straße eine Bushaltestelle. Ich begann schon, so komische Gedanken zu bekommen, dass man ja auch sicher mit dem Bus zurück.... Aber nein! Hier fährt nur der Schulbus und es waren ja Osterferien. Also, über den schmalen Trampelpfad auf der anderen Straßenseite weiter bergauf.
Blick auf St. Ulrich & Geiersnest
Hölle, war das steil! Am Ende waren es nur 400 m, aber die gingen gefühlt fast senkrecht nach oben. Vorteil: Man schafft in sehr kurzer Zeit ordentlich Höhenmeter :-) Nachteil: Ich breche fast zusammen. Das hatten wir doch vor ein paar Tagen erst... Immerhin belohnte einen auf etwa halber Strecke des Trampelpfades die tolle Aussicht hinab auf St. Ulrich - inkl. einer kleinen Bank zum kurz verschnaufen.
Blick zurück auf den Trampelpfad und Blume am Wegesrand
Das obere Ende des Trampelpfades mündete in eine hölzerne Treppe, die oben zwischen zwei Häusern heraus kam. Ab hier wurde der Weg dann nur noch normal steil und nicht mehr ganz so anstrengend. Aber es ging erst über Asphalt und dann über einen breiten Waldweg immer noch weiter hinauf.

Wegekreuz auf dem Weg zum Berglusthaus u. Blick ins Rheintal
Der Waldweg führte uns Richtung Berglusthaus. Vorher fanden wir allerdings nochmal ein Wegekreuz am Waldrand. Inklusive Bank und herrlicher Aussicht. Hier haben wir nochmal kurz pausiert, bevor wir weiter den Berg hinauf schnauften.
Fast am Berglusthaus
Und dann erreichten wir endlich das Berglusthaus. Hier hatten wir den schlimmsten und anstrengendsten Teil des 2 km langen Aufstiegs geschafft. Hallelujah! :-D
Wanderheim Berglusthaus

Vom Berglusthaus ging es auch nochmal leicht bergauf. Aber wirklich nur sehr leicht. Die Anstrengung des bisherhigen Aufstiegs war schnell vergessen, wo wir doch mit so vielen wunderschönen Weitsichten belohnt wurden. In dieser Gegend waren wir zum ersten Mal wandern und die Aussichten haben uns fast die Sprache verschlagen.
Wir wanderten gemütlich weiter bis kurz vor den Lehhof. Vorher bogen wir allerdings schon links ab. Kurz und steil ging es quer über eine Wiese. Oben dann wieder ein ebener Wiesenweg mit herrlichen Aussichten. Wir hätten auch ohne diese letzte kurze Steigung unten herum weiter wandern können. Aber nachdem wir die riesige, lärmende Horde dort gesehen hatten, die auch in unsere Richtung wollte (Rentner und Familien), sind wir dann doch lieber den letzten Hügel hochgelatscht :-D
Blick ins Rheintal bis zu den Vogesenm, unten das Berglusthaus
Den Weg da oben hatten wir dann tatsächlich für uns alleine. Und wenn uns die fantastischen Aussichten nicht immer wieder zum stehen bleiben animiert hätten, wären wir auch vor der lärmenden Horde am Auto angekommen. So kamen wir fast gleichzeitig mit denen an. Dafür hatten wir aber sicherlich den besseren Ausblick :-)
Eckhof unterhalb vom Wanderparkplatz
Unterhalb des Parkplatzes liegt der erste oder letzte (wie man es nimmt) Hof auf der Tour. Der Eckhof hatte allerdings geschlossen, wesegen wir die Hofeisdiele und den Hofladen nicht besuchen konnten.

Also, Rucksäcke im Auto verstauen, noch einmal diesen super Ausblick vom Parkplatz aus genießen und dann wieder ab nach Hause.

Dieser Rundweg hatte nur 7,5 km, wir waren 3 Stunden unterwegs und hatten eine reine Gehzeit von 1,75 Stunden (obwohl ich das erste Stück bergauf wieder nur im Schneckentempo voran kam) :-)