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Am 17. Oktober war es soweit. Die zweite Etappe unseres ersten Fernwanderwegs stand auf dem Programm :-) Die Etappe war nicht ganz so weit wie die erste, aber die Anfahrt war halt doch noch etwas lang, weshalb wir wieder um 6:30 Uhr aufgestanden sind. Außerdem hatte ich mir Geleinlagen für die Trekkingschuhe gekauft, da ich im Urlaub nicht dazu kam, mir direkt neue Schuhe zu kaufen. Die haben ein bisschen die abgelatschte Sohle ausgeglichen. Vor der dritten Etappe sollte ich aber besser neue Schuhe besorgen.
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Etappe 2 - Karte von Komoot
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Vom Freiburger Hauptbahnhof aus ging es mit der Regionalbahn bis nach Bad Bellingen, wo wir
die erste Etappe am 25. September mit Blasen an den Füßen beendet hatten.
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Mit der Regionalbahn nach Bad Bellingen
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Vom Bahnhof in Bad Bellingen läuft man quasi ganz geradeaus den Berg hinab in den Ort. Auf dem gleichen Weg wie beim letzten Mal haben wir den Kurpark angesteuert, denn direkt dahinter liegt ja der Rhein.
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Am Rathaus von Bad Bellingen
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Herbstlicher Kurpark von Bad Bellingen
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In den 3 Wochen, die seit unserem letzten Besuch vergangen waren, hatte sich der Kurpark stark verändert. Er wurde winterfest gemacht. Die schöne Bepflanzung in den Kübeln und in einigen Beeten war verschwunden und die Bäume hatten ihr Laub zum Teil schon verfärbt.
Durch den Kurpark ging es hindurch und auch unter der Autobahn. Dann standen wir wieder am Rhein, bei dieser Aussichtsplattform mit Sitzgelegenheiten. An diesem Tag war es nicht so schön, denn der Hochnebel hielt sich hartnäckig.
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Wieder am nebeligen Rhein
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Da wir nun wieder auf dem Rheinauenweg waren, folgten wir unserer blau-gewellten Raute weiter nach Norden.
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Die verschiedenen Untergründe dieser Etappe
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Auch auf dieser Etappe kamen wir an so manchem Zeugnis der Vergangenheit vorbei. Zum Beispiel an den Betonfundamenten einer Drahtseilfähre hinüber ins Elsass, die es hier bis 1922 gab. Da wurde sie dann aber abgebaut, weil durch den Versailler Vertrag der Rhein zur Landesgrenze wurde und die Felder der Bauern aus Bad Bellingen auf der anderen Seite plötzlich wieder zu Frankreich gehörten.
Ein paar Meter weiter, wo früher das Fährhaus stand, kann man nun einen im Rhein gefundenen Anker sehen. Wie sowas großes wohl einfach "verloren" gehen kann?
Der Weg führte weiter nach Norden. Der Nebel sollte sich laut Wettervorhersage bereits am Mittag lichten. Aber es tat sich nichts. Es blieb weiter nasskalt und trübe.
Die von hunderten Schnecken besiedelten Grashaufen am Wegesrand von vor 3 Wochen waren nun zu großen Heuballen zusammengerollt und lagen weiter am Wegesrand.
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Unser Wegezeichen
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Auf Grund der Tulla'schen Rheinbegradigung und der Inbetriebnahme des Rheinseitenkanals durch Frankreich, sank der Grundwasserspiegel hier wohl drastisch, so dass fast alle Rheinseitenarme versiegten. Ohne die Hinweistafel hätten wir den zugewachsenen Graben wohl nicht als früheren fischreichen Wasserlauf erkannt. Sicher hat der Rheinseitenkanal für das europäische Transportwesen eine große Rolle gespielt und spielt sie wohl auch heute noch. Doch die Folgen durch den menschlichen Eingriff in die Natur sind wirklich krass.
Wie schon auf der ersten Etappe kamen wir an einigen Hochwasserrückhalteräumen vorbei. Was früher die Auwälder übernahmen, geschieht heute durch künstlich angelegte Becken. Den ersten mussten wir nicht durchqueren. Der Wanderweg verläuft an seinem oberen Rand entlang. Das Becken ist riesig. Seht ihr den Radfahrer auf dem Bild (Mitte) unten? 👇
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Radfahrer (in rot eingekreist) zum Größenvergleich
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Nach dem Rückhaltebecken verlief der Weg schnurgerade auf dem Rheindamm weiter. Wir konnten ewig weit gucken und überlegten, wie mental anstrengend es wohl werden wird, immer nur gerade aus laufen zu müssen.
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Wie mit dem Lineal gezogen...der Rheindamm
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Unter der A5 hindurch und weg vom Rhein
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Aber nur ein paar hundert Meter weiter ging es unter der Autobahn hindurch, weg vom Rhein. Direkt in ein lichtes Wäldchen, was die Geräusche der Autobahn schnell verschluckte. Hier waren früher die Rheinauen!
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Offene Landschaft bei Steinenstadt
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Nun kamen wir vorbei an einem Campingplatz, offener Weidelandschaft und Ackerflächen. Nichts war mehr zu sehen von dem einstigen Feuchtgebiet und den Auwäldern. Aber immerhin etwas Abwechslung für die Augen ;-)
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Entlang der L134 - zum Glück nur kurz!
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Unschön war der knappe Kilometer entlang der doch recht viel befahrenen Landstraße. Aber als wir das geschafft hatten, ging es wieder in einen schönen Wald hinein und auf den Rhein zu.
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Durch den Wald wieder Richtung Rhein
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Hallo, Autobahn A5 :-/
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Hinter dem Wäldchen ging es mal wieder über die Autobahn. Wir hätten untern rum auch direkt drauf laufen können, weil sich dort eine Art "Ausfahrt" befand, die aber eigentlich nicht befahren werden darf.
Hinter der Autobahn dann rechts weiter über einen Wiesenweg und hinein in einen sehr lichten Wald mit niedrigen Bäumen und Büschen. Auch hier nichts zu sehen von den einstigen Auwäldern. Der Weg wird wahrscheinlich erst richtig interessant, wenn wir die Ortenau erreicht haben, wo das Naturschutzgebiet Taubergießen ist. Dort sind die Auwälder noch ziemlich so, wie sie sein sollen :-)
Nach einem guten Kilometer durch den lichten Wald kamen wir zu einer Brücke. Hier treffen sich die deutsche A5 und die französische A36. Und außerdem hatten wir hier bereits die Hälfte der 2. Etappe geschafft.
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Autobahn-Abzweig nach Frankreich
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Wir wollten nun gerne eine kurze Rast machen. Während am Anfang der Etappe gefühlt alle 200 m eine Bank stand, waren Rastmöglichkeiten ziemlich rar geworden, nachdem wir den Rhein kurz nach dem Rückhaltebecken verlassen hatten.
Also wanderten wir weiter, auf der Suche nach einem Rastplatz, einer Bank oder einfach nur einem Stein oder Baumstamm, wo wir uns kurz mal hätten hinsetzen können. Aber Fehlanzeige. Dafür kamen wir an eine Stelle, die endlich mal etwas Rheinauen-Charakter hatte :-) Dichter Wald und Wasserläufe. So stellt man sich doch einen Auenwald vor!

Leider war das Vergnügen nur kurz. Menschen waren wir auf der Tour bisher so gut wie keinen Begegnet, daher erstaunte es uns, als hier - mitten im Nirgendwo - plötzlich eine große sehr schlanke Frau auf uns zu kam. Von Ferne sah sie in ihrem Outfit etwas overdressed aus für diese Gegend. Und ehrlich gesagt, auch etwas "nuttig". Im Näherkommen stellten wir dann fest, dass es sich nicht um eine Frau handelt, sondern um einen jungen Mann. Viel zu dürr war er/sie allemal. Ich bewunderte ihn noch, dass er auf solchen Absätzen kilometerweit über diesen Weg spaziert sein musste, denn rundherum war absolut gar nichts - ich hätte in den Schuhen nichtmal 10 Meter auf Asphalt geschafft! Und dann kam mir die Frage in den Kopf: Wieso läuft er/sie hier am Arsch der Welt so angezogen herum? Traut er/sie sich nicht, das "Zuhause" zu tun? Und mir fing der Mensch an leid zu tun, weil er sein wahres Ich vielleicht vor der Umwelt versteckt. Wir haben freundlich gegrüßt - immerhin war es die erste Menschenseele seit Stunden, die wir getroffen haben. Es kam aber nur ein ungläubiges kurzes Starren und Weggucken zurück. Wir gingen weiter unseren Weg.

Nach einer Weile sahen wir wieder den Gevatter Rhein. Und einen Baumstamm! Endlich. Wir machten Rast - kurz vorm Ziel. Aber besser als gar nicht. Meine Füße waren jedenfalls sehr dankbar :-) In Sichtweite konnten wir einen großen Hügel ausmachen und wunderten uns, was das wohl wäre. Aber erstmal verputzten wir unsere üppig belegten Brötchen :-)
Der Hügel kam näher, wurde höher und auffällig gleichmäßig. Das war definitiv kein natürliches Gebilde. Aber erst, als wir kurz vor der Bahnbrücke ins Elsass wieder rechts abbogen, weg vom Rhein, erfuhren wir anhand von Infotafeln, was es mit dem Hügel auf sich hatte.
Es handelt sich um eine stillgelegte und renaturierte Mülldeponie! Darauf wäre ich spontan nicht gekommen. Betreten darf man das Gelände allerdings (noch) nicht.
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Bahn-Brücke in Neuenburg
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Kurz nach der Deponie gelangten wir in ein Gewerbegebiet in Neuenburg und von dort über einen steilen Trampelpfad hinauf zum Bahnhof. Der Zug fuhr uns vor der Nase weg. Macht nichts! Denn auf den letzten 3 km der Etappe hatte sich tatsächlich die Sonne durch den Hochnebel gebrutzelt und es war herrlich warm geworden.
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Bahnhof Neuenburg
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Wir bemühten die Google-Else, uns einen Weg nach Neuenburg hinein zu suchen und uns zu einem Eiscafé zu lotsen.
An einem hübschen Platz vorm Rathaus - ich glaube, es war der Marktplatz - mit Brunnen, Skulpturen und herbstlich dekorierten Kürbissen wurden wir schließlich fündig.
Bei einem leckeren Eisbecher ließen wir uns die Sonne auf den Pelz brennen und genossen es, einfach mal wieder ganz normal irgendwo sitzen zu können. So wie früher. Es war herrlich!
Als wir fertig waren, machten wir uns auf den Weg zurück zum Bahnhof. Unterwegs haben wir noch frische Feigen von einem Straßenstand erworben und ganz umweltfreundlich in unseren leeren Brotdosen verstaut :-)
Am Bahnhof stand bereits der nächste Zug. Abfahrt in 5 Minuten. Perfektes Timing, würde ich sagen :-) Die Bimmelbahn fährt nur eine Station und pendelt somit immer zwischen Neuenburg und Müllheim. In Müllheim bestiegen wir nach ein paar Minuten wieder die Regionalbahn nach Freiburg.
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In der Regionalbahn zurück nach Freiburg
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Diese Etappe hatte nur rund 15 km und wir haben dafür 3 Stunden und 20 Minuten reine Gehzeit benötigt.
Und so schwer uns die Entscheidung auch fiel, wir werden den Rheinauenweg erst im Frühjahr weiter fortsetzen. Im Herbst und Winter wird der Weg sicherlich sehr öde werden, da die Wälder kahl und kaum Tierchen unterwegs sind. Aussicht gibt es dort im Flachland ja auch keine. Außerdem macht uns die Zeitumstellung die längeren Etappen madig. Denn morgens in Dunkelheit und Kälte loslaufen und Abends im Dunkeln heimkehren macht ehrlich keinen Spaß. Mal ganz abgesehen davon, dass in dieser Jahreszeit der Rhein-Hochnebel wirklich ätzend ist und man durch ihn auch bei milderen Temperaturen schnell bis auf die Knochen durchgefroren ist.
Wir freuen uns sehr auf die dritte Etappe - aber erst im Frühjahr. Die nächste Etappe wird nämlich wieder rund 24 km lang werden (Neuenburg - Breisach) und bis dahin hab ich dann auch noch Zeit, mir neue Trekkingschuhe zu kaufen, und diese gescheit einzulaufen :-)
Soweit es das Wetter zulässt, werden wir Herbst und Winter eher mit kürzeren Touren bestreiten, damit wir bei Tageslicht raus kommen und nicht im Dunkeln nach Hause müssen. Möglichkeiten gibt es hier ja zum Glück mehr als genug :-)
Interessant was Du alles für Info´s eingefügt hast. Wo bei ich gerade ein bisschen grinsen musste. Das erinnert mich tatsächlich an einen Job den ich gemacht habe als unsere Jungs klein waren. Ich hab Service gemacht. Und da kam dann auch eine Frau ganz oft im Cocktailkleid zur Arbeit. Die High Heels wurden gegen Arbeitsschuhe getauscht und los ging es. Das Kleidchen blieb an. Irgendwann habe ich sie mal gefragt wo sie her kommt. Ich dachte auch an das Horizontale Gewerbe ... Sie hatte mehrere Minijob´s und kam aus der Disco ... und war eine Thekenkraft.
AntwortenLöschenIch gestehe Männer in Frauenkleider sind mir von jeher suspekt .... glauben sie doch gerne das sie dann wie eine Frau aussehen. Mich erinnert das gerne an Charlies Tante ....*gg
LG heidi
Wir hatten im Urlaub an der Nordsee in einer kleinen Stadt auch einen Mann in Frauenkleidern gesehen. Er war mindestens schon Sechzig, hatte einen Bart und graue Haare und trug Kittelkleid, Pumps und Handtasche. Ich gebe zu, dass ich genau hingeschaut habe. Es ist außerhalb der Norm und was fühlt wohl dieser Mensch?
AntwortenLöschenLiebe Grüße von Ingrid, der Pfälzerin