Montag, 13. August 2018

Urlaub im Sauerland (2018) Tag 6 - Medebacher Bergweg (Etappe 4)

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Gestern haben wir es geschafft und den Medebacher Bergweg mit der vierten und letzten Etappe beendet. Die letzte Etappe hatte gute 15 km und wir waren fast 6 Stunden unterwegs - inkl. Pausen.
Karte aus der Komoot App
Gestartet sind wir in Düdinghausen an der Kirche. Von dort ging es hinter der Kirche durch einen kleinen Garten und von dort über die Landstraße.




Vorbei an ein paar Schafen, die gerade Besuch von einer Kröte bekamen, ging es über den Kreuzweg hinauf zur Kapelle.


Kreuzweg Düdinghausen
Die Katholiken mit ihren Kreuzwegen - wieso quälen die sich nur immer so? Ich war jedenfalls rappelfertig, als ich oben ankam. Die Aussicht von oben war allerdings bombastisch :-)
Kreuzweg Düdinghausen
Blick von der Kapelle auf Düdinghausen
Hinter der Kapelle ging es kurz durch ein Wäldchen und danach an der Landstraße entlang. Weil es weder Radweg noch Seitenstreifen gibt, wurde an einem Zaun entlang ein Stück Wiese gemäht, das nun als Wanderweg diente.



Die Wege wechelten von Schotter, verdörrtem Gras zu asphalt. Es war warm, aber durch das ständig wehende Lüftchen ließ es sich super aushalten.
Weiter ging es durch das Katmecketal mit ausgetrocknetem Bach. Auf der anderen Seite ging es dann wieder bergauf. Denn um nach Oberschledorn zu kommen, mussten wir einen Hügel überwinden.



Von oben konnten wir dann ganz toll beide Dörfer sehen. Links unser Zwischenziel, Oberschledorn. Rechts unseren Startpunkt, Düdinghausen.
links Oberschledorn, rechts Düdinghausen
 Kurz vor Oberschledorn verläuft die Landesgrenze in Form eines Feldweges. Der Weg verläuft mitten über eine Wiese. Die linke Seite ist Hessen, die rechte Seite ist Nordrhein-Westfalen :-D
Landesgrenze Hessen (links) und NRW (rechts)
alter Grenzstein
Oberhalb von Oberschledorn kamen wir am Kreuz heraus. Dort war früher mal ein kleines Wildgehege mit Rehen. Ich kann mich erinnern, dass wir dort mal eine Fahrradtour hingemacht haben. Dass muss Anfang/Mitte der 90er Jahre gewesen sein. Einen Zaun gibt es dort heute noch. Aber statt Rehe sind dort Tannen eingesperrt.

Blick auf Oberschledorn
Im Dorf angekommen ging es hinüber auf die andere Seite und dort dann wieder recht steil bergauf, vorbei an Kühen, Hühnern und Alpacas! Was es im Sauerland nicht alles gibt :-D
Weg durch Oberschledorn


Wenn man schon fast ganz oben ist, kommt man zur Schutzhütte "Brand". Dort ist ungefähr die Hälfte von Etappe 4 und man kann dort herrlich verweilen. Daher hockten wir uns dort gemütlich in den Schatten und machten Rast.
Schutzhütte "Brand"

 Mit einer dreisten Wespe habe ich meine Mettwurst geteilt. Sie war zufrieden und stach mich nicht :-)
Vom Rastplatz geht es weiter leicht bergauf bis zum Spieberg. Dann wieder etwas abwärts bevor es zur Hardt wieder etwas hinauf geht.

Oben auf der Hardt war dann der EINZIGE verwirrende und schlecht ausgeschilderte Punkt des gesamten 64 km langen Medebacher Bergwegs! Wenn man von Oberschledorn hinauf kommt, ist als nächster Punkt die Hardt angegeben. Dort befindet sich auch wieder ein großer Wegweiser. ABER: Wenn man diesen Wegweiser erreicht hat, ist man eigentlich schon zu weit gelaufen.

Der Weg ist dort dreigeteilt. Dort woher wir kamen konnte es nicht weitergehen. Links ging es zurück nach Oberschledorn und geradeaus muss ja dann richtig sein. Dachten wir. Ein Blick auf die Karte war auch wenig erhellend, denn dort war der Weg viergeteilt, aber grundsätzlich geht es auch dort geradeaus weiter.

Wir liefen also geradeaus bis zur nächsten Kreuzung - ca. 200-300 Meter. Dort fanden wir dann unsere Markierung nicht mehr. Also, alles wieder retour.

Nochmal Karte und Wegweiser vergleichen. Der Wegweiser zeigte nach rechts bzw. links (je nachdem aus welcher Richtung man drauf schaute) in eine Wand aus Brennesseln und Brombeerranken. Das kann noch nicht richtig sein?!
Schatz sucht unseren Weg
Schatz schlug sich mutig ins Gestrüpp und suchte unser Wanderzeichen und einen Weg. Nichts! Ein blick auf die Karte unserer Wanderapp sagte, dass da noch ein Pfädchen sein sollte. Also mittels GPS das Pfädchen gesucht. Und tatsächlich! Etwa 10-20 Meter auf dem Weg zurück auf dem wir von Oberschledorn aus kamen ging ein Pfädchen - kaum zu erkennen - rechts in den Wald. Von oben kommend sahen wir dann auch die Markierungen - weit hinten an einem Baum, halb verdeckt von Ästen. Von unten kommend haben wir das nicht gesehen.
Unsere Abzweigung vor der Kreuzung auf der Hardt
Nachdem wir unseren Weg also wieder gefunden hatten, erreichten wir schnell das Kameradenkreuz und von dort war es nur noch ein Katzensprung bis zur Kuckucksuhle.
Kameradenkreuz


Jetzt hatten wir es fast geschafft. Nur noch hinter Schreiber's Hof hinab zum Weddel und am Waldrand entlang zum Wanderparkplatz am Weddelsee. Dort haben wir letzten Sommer den Medebacher Bergweg begonnen.
 Die Querung der Harbecke war einfach, da auch dieser Bach völlig trocken liegt.
trockene Harbecke
Am ehemaligen Medebacher Tretbecken vorbei und es war geschafft. Wir waren froh und fanden es auch irgendwie schade. Aber für nächstes Mal haben wir schon ein paar andere Wanderwege ausgesucht :-D
Unser Start- und Zielpunkt am Weddelsee
Zuhause haben wir uns gleich unter die Dusche geworfen und dann gab es Pizza zum Abendessen. Gestern war der erste sündige Tag seit wir im Sauerland sind. Denn es gab schon Döner zum Mittagessen :-D

Sonntag, 12. August 2018

Urlaub im Sauerland (2018) Tag 5 - Locheichen Route im Nationalpark Kellerwald & Sternwarte

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Gestern haben wir wieder einen ganz gemütlichen Vormittag verbracht, nachdem wir ausgeschlafen und gefrühstückt haben. Gegen 11:30 Uhr haben wir uns dann aufgemacht, um eine kleine Runde im Nationalpark Kellerwald (am Edersee) zu wandern. Wir hatten ja ursprünglich vor, wie letztes Jahr, jeden zweiten Tag zu wandern. Aber dadruch, dass wir auch hier im Sauerland die ersten Tage mit der Hitze zu kämpfen hatten, haben wir die Wanderungen ja auf die zweite Urlaubshälfte verschoben.

Nach zwei Monaten Zwangspause hatten wir nun quasi die dritte Wanderung in Folge. Unsere Beine waren schwer und ich hatte zwei kleine Blasen an den Füßen. Aber 21 Grad und Sonnenschein - das konnten wir nicht "ungenutzt" verstreichen lassen. Also suchten wir uns im Kellerwald eine kleine ca. 8 km Runde aus, für die wir gute 2,5 Stunden gebraucht haben.
Karte von Komoot

Die Locheichen-Route beginnt am Wanderparkplatz in Gellershausen. Von dort brauchten wir nur dem gelben Eichhörnchen zu folgen. Wir hatten vorab im Internet geschaut, wie rum wir den Rundweg laufen sollten und entschieden uns dafür, gegen den Uhrzeigersinn zu wandern. Im Nachhinein betrachtet war das auch genau richtig so.

Über eine asphaltierte Straße ging es anfangs erstmal durch die bereits abgeernteten Getreidefelder. Wir überholten eine quatschende Gruppe Radfahrer, die noch die richtige Richtung beratschlagten und näherten uns langsam dem Waldrand.



Schlehen
Wir hatten gute 1,5 km zurückgelegt, da überholte uns die Fahrrad-Gruppe - und blockierte die nächste Bank, die wir eigentlich angestrebt hatten. Also wanderten wir weiter. Der Waldrand kam immer näher und laut Karte sollte dort eine Hütte sein. Die peilten wir als nächstes an, denn es war in der Sonne doch sehr warm und es ging die ganze Zeit schon moderat bergauf.
Wir waren nicht mehr weit weg von der Hütte (die etwas abseits unserer Route lag), da überholten uns schon wieder die Radler :-( Als wir uns der Hütte näherten, hörten wir sie dort schon von weitem. Also wanderten wir wieder weiter. Wir waren heilfroh, als die Locheichen-Route kurze Zeit später vom breiten Waldweg auf ein schmales Pfädchen wechselte :-D
Unten stand ein Schild, dass der Pfad für Radler und Reiter verboten wäre. Ein Pferd wäre wohl anfangs noch irgendwie durchgekommen, aber die Radler hätten auf dem Pfad keinen Spaß gehabt, denn alle paar Meter musste man einen umgefallenen Baum überwinden :-)
Der Pfad wand sich weiter, zum teil recht steil, den Berg hinauf. Unterwegs sahen wir ziemlich viele Schmetterlinge. Allerdings so gut getarnt, dass wir sie immer nur sahen, wenn sie vor uns wegflogen. Einen hab ich dann aber doch noch rechtzeitig erwischt :-)
Oben angekommen fanden wir dann endlich eine große Bank im Schatten, auf der wir unsere Rast einlegten.
Von dort ging es ohne Steigungen weiter bis zur Locheiche. Der Weg oben im Buchen-/Eichenwald war wunderschön und wir waren ganz alleine. Die Ruhe war wunderbar!

Der Weg blieb spannend, weil es weiterhin ein paar Kletterpassagen gab. Diese ließen sich aber alle gut übersteigen oder sogar umgehen.



Als wir die Locheiche erreicht hatten, ging der Weg schon wieder leicht bergab und wir folgten dem gelben Eichhörnchen weiter - zurück Richtung Wanderparkplatz.
Vom einen Wald, ging es kurz zwischen zwei Feldern hindurch in den anderen Wald. Von dort war es dann nur noch ein Katzensprung bis zum Auto.


Kurz bevor wir das Auto erreichten hörten wir eine Kuh lauthals muhen. Die freute sich wohl darüber, dass ihr Bauer gerade einen frischen Heuballen auf die "Wiese" fuhr. Denn Gras gab es dort nicht mehr. Auch im Sauerland sieht man den Dürre-Sommer 2018.
Als wir aus dem Wald traten war unser Auto das einzige, was noch auf dem Parkplatz stand. Als wir ankamen, standen dort noch einige andere Autos - wahrscheinlich alles Hunde-Leute :-D
Von Gellershausen fuhren wir dann wieder gute 50 Minuten zurück. Unterwegs noch eine schlecht ausgeschilderte Umleitung. Aber der Rundweg war richtig toll.

Zuhause gab es Kaffee und Kuchen. Meine Mutter kam auch noch vorbei. Und weil Abends der Himmel richtig klar war, fuhren wir um kurz nach 21 Uhr nochmal los, um bei der Medebacher Sternwarte vorbei zu schauen. Und es hat sich sowas von gelohnt!


 Wir haben die Venus gesehen, die aktuell aussieht wie ein Halbmond. Danach konnten wir den Jupiter sehen, samt rotem Fleck und seinen vier Monden.

Mein persönliches Highlight war jedoch der Saturn. Gestochen scharf zu sehen mit seinen Ringen. Es war der Hammer! Leider ist das Foto durch das Teleskop total misslungen:
Der ovale Fleck sollte der Saturn sein
Zum Abschluss haben wir noch den Mars betrachtet - samt dunkler Flecken, die wohl von einem Sandsturm stammten. Und eine Sternschnuppe konnten wir auch noch sehen - denn die Perseiden sind dieses Wochenende wieder zu sehen :-D

Ich bin echt froh, dass das Wetter gestern mitgespielt hat. Das war ein tolles Erlebnis :-)