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Am 16. August haben wir ausgeschlafen. Für die letzten 3 Tage unseres Urlaubs war viel Regen angekündigt. Den von Schatz so sehr gewünschten Medebacher-Bucht-Rundweg konnten wir also mal wieder vergessen.
Nach dem Frühstück rief Onkel W an. Oma hatte die Nacht gut überstanden. Es ginge ihr den Umständen entsprechend gut, sie bliebe aber sicherheitshalber noch weiter auf der ITS (= Besuchsverbot) :-/ Wir waren dennoch alle deutlich erleichtert.
Da wir die Tage zuvor in der Lokalzeit im WDR (Video in der Mediathek leider nicht mehr verfügbar) von einem neuen Wanderweg im Nachbardorf erfuhren, sind wir spontan zum wandern dort hin gefahren. Die Fahrt dauert kaum 15 Minuten. Parken kann man in Referinghausen direkt in an der Straße beim "Kleinbahnwaggon" auf einem kleinen Wanderparkplatz.
Der Weg ist sehr gut ausgeschildert und wird mit 7 km und nur 180 Höhenmetern beworben. Ich sage es direkt vorneweg: Die 180 Höhenmeter sind echt "schlecht" verteilt und stellenweise geht es echt sehr steil bergauf. Auch auf den schmalen Pfaden braucht es an mind. einer Stelle wirklich Trittsicherheit, da der Pfad sehr schmal, am Hang und halb ausgewaschen ist.Zuerst geht es aber mal vom Wanderparkplatz durch das Dorf. Vorbei an der Kirche und an sauerländer Fachwerk bis zum ersten Gedanken-Ort, dem Unterholz.
Den nächsten Open Mind Place, das Oberholz, kann man von hier aus schon sehen. Zu erreichen ist es über einen neu angelegten Pfad. Hier geht es zwar ordentlich bergauf, aber noch ist es gut zu schaffen.
Über ein sehr kurzes Stück Straße geht es auf den Waldrand zu. Dort dann nach rechts, über hohe, in den Hang gearbeitete Stufen auf einen schmalen Pfad. Der Weg ist mega steil und sehr schweißtreibend.
Oben kommt man dann aber wieder auf einen breiten Weg, der einen eben an Weiden vorbei führt. Man erreicht anschließend die Verbindungsstraße nach Düdinghausen. Hier ist zum Glück wenig Verkehr, denn man folgt der Straße gut 200 m bis zum Sportplatz.
Hinter dem Sportplatz geht es dann über einen Feldweg weiter durch eine offene Landschaft. Nach Links hat man den Blick zum nächsten Dorf, Düdinghausen.
Bald erreichen wir den Hügel, auf dem früher das Osterfeuer abgebrannt wurde. Jetzt steht hier der Sonnenklang. Zum Sonnenuntergang soll es hier besonders schön sein. Wir begnügen uns am Vormittag mit der bequemen Liege und dem Blick über das Dorf.
Da der Open Mind Places Wanderweg bis hierher mit dem "Milchweg" (einem Erlebnisweg für Kinder) identisch ist, finden sich am Sonnenklang auch noch so manch andere spannende Sachen - wie z. B. ein Tannenzapfen-Ziel-Werfen-Spiel.
Vom Sonnenklang geht es erstmal wieder hinunter nach Referinghausen. An der Hauptstraße entlang, wo zum Glück nicht viel Verkehr ist. Der öde Abschnitt an der Straße wird allerdings durch so manchen Hingucker etwas aufgepeppt.
Kurz vor dem Wanderparkplatz (hier könnte man jetzt auch aufhören und die Tour quasi in zwei Runden aufteilen), gehen wir links in die Straße Auf der Polter und folgen den Wegweisern weiter und wieder den Berg hinauf.
Es geht recht steil hinauf. Erst über Asphalt, dann über einen Waldweg. Wir pusten, schnaufen und schwitzen. Das es so anstrengend würde, hätten wir nicht gedacht. Belohnt werden wir mit einem tollen Ausblick und dem nächsten "Gedanken-Ort", dem Pflug.
Über einen Wiesenweg und super schmale Pfade führt uns der Weg weiter. An einer Stelle ist der Pfad am Hang so schmal und ausgewaschen, dass man wirklich trittsicher sein sollte.
Das ist zum Glück nur ein kurzes Stück und dann geht es auf breiterem Weg weiter zu einem Grillplatz.
Dort gegenüber befindet sich auch das Trainingsgelände der Bogenschützen. An diesem Montag war dort niemand. Wir konnten also unbeschadet den Wanderzeichen über den Übungsplatz in den Steinbruch hinein folgen und am Ende wieder links abbiegen.
Hier ging es dann nochmal ziemlich steil bergauf. Ich dachte schon, der anstieg würde gar nicht mehr enden, als uns das Wegezeichen dann glücklicherweise wieder nach links auf einen ebenen Wiesenweg schickte, statt weiter den Berg hinauf.
Nach gut einem Kilometer erreichten wir eine kleine Kapelle am Wegesrand. Hier verlief einst die Heidenstraße. Der Jahrhunderte alte Handeslweg zwischen Leipzig und Köln.
Wir folgten der Heidenstraße einen sanften Hügel hinauf bis zu den Himmelstropfen. Von allen Orten auf diesem Wanderweg gefielen mir die Himmelstropfen am besten :-)
Von der Kuppe des Hügels konnte man sogar bis zum hessischen Goldhausen bei Korbach sehen. Die kleine Burguine dort oben, haben wir ebenfalls schon einmal (2008) besichtigt.
Nicht weit weg von den Himmelstropfen findet sich der Heidentempel. Er ist auf dem Wanderweg quasi ein Abstecher. Denn hier geht es nicht geradeaus weiter, sondern wieder ein Stück zurück, bevor man dann wieder in den Wald abbiegt.
Der Abstieg durch den Eichen- und Buchenwald wieder hinab ins Dorf war traumhaft schön. Er erinnerte ein bisschen an unsere Wanderung im Nationalpark Kellerwald.
Am Ende kamen wir wieder Auf der Polter heraus. Hier fanden wir noch die kleine Figur, die einem, angetrieben durch Wasserkraft, ständig die hölzerne Zunge herausstreckte :-D
Und dann waren wir wieder am Auto. Weil wir zum Mittagessen wieder bei Papa sein wollten/sollten, haben wir uns ein bisschen beeilt auf diesem Weg. Im Internet war der Weg mit 2 Stunden angegeben. Das ist aber die reine Gehtzeit, wenn man gemütlich geht und gut zufuß ist. Wir hatten im Eiltempo eine reine Gehzeit von 1,5 Stunden geschafft, waren allerdings tatsächlich fast 2,5 Stunden unterwegs. Solltet ihr den Weg mal gehen, nehmt euch auf jedenfall genug Zeit mit. Man kann sich hier nämlich noch deutlich länger aufhalten ;-)
Bei Papa gab es Chili Con Carne zum Mittagessen und den verregneten Nachmittag und Abend verbrachten wir relaxend Zuhause.












Meiner Meinung nach darf eine Wanderung gerne kurzweilig sein. Das ist auch schön. Viele Kilometer sind nicht alles. Steile Abschnitte brauche ich nicht unbedingt . Lieber etwas länger und dafür etwas flacher;)
AntwortenLöschenSchöne Bilder hast Du mitgebracht .
LG heidi
Wir hatten bei der Tour echt gedacht, die wäre "mal eben schnell" zwischendurch drin. Die müssen wir unbedingt nochmal wandern - mit mehr Zeit zum verweilen. Es lohnt sich wirklich! Und bei mir auch lieber etwas weiter und dafür nicht so steil :-D
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