Wir haben ausgeschlafen und am Morgen waren auch die Blasen über den Blasen wieder etwas besser. Blasenpflaster ließen sich nur zwischen den Zehen überhaupt nicht richtig anbringen, daher habe ich es gelassen.
Nach dem Frühstück war ich einkaufen. Ein bisschen Wasser, ein bisschen Obst und ein paar Kleinigkeiten die noch fehlten. Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, die neue Milch-Tankstelle eines mir gut bekannten Bauern aufzusuchen und mir dort frische Milch zu zapfen. Klar, die ist etwas teurer als die Milch aus dem Supermarkt. Aber das Geld kommt zu 100 % bei Michael an und frischer geht es wirklich nicht - FAST wie direkt von der Kuh ;-) Ich werde mir einen Liter mit nach Freiburg nehmen, wenn unser Urlaub endet!
Vom Einkauf zurück war Schatz dann auch soweit und Papa fuhr uns nach Eppe. Dort ließ er uns raus. Vorher hatte er uns einen tollen Wanderweg erklärt - durch's Aartal bis nach Münden. Laut der Karte sollte der etwa 12-15 km haben. Den wollten wir gehen.
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| Unsere Strecke, Karte von Komoot |
| Blick zurück auf Eppe |
Unter den Bäumen im Schatten konnte man es gut aushalten. Aber an manchen Stellen im Aartal hatte sich so viel schwülwarme Luft gesammelt, dass mir plötzlich die Brille beschlug. Wir kamen uns vor, als würden wir durch das Palmenhaus eines Botanischen Gartens wandern. Puh! Das war echt anstrengend. Dabei war es mit knapp 25 Grad endlich einmal nicht so extrem warm.
Ein klitzekleines Stückchen mussten wir an der neu gemachten Landstraße nach Goddelsheim entlang. Aber mit dem breiten Seitenstreifen und dem wenigen Verkehr unter der Woche, war das kein Problem.
Wir erreichten die Aarmühle. Erst ab hier konnten wir auf Waldwegen weiter wandern.
| Die Aarmühle |
Zwischendurch fing es auch leicht an zu regnen. Es war nicht genug, um die Regenjacken auszupacken, aber genug, um meine Mütze aufzusetzen, um die Brillengläser trocken zu halten.
| Das Aartal |
Die alte Brücke mit dem rostigen Geländer war nur wenig vertrauenserweckend. Am Rand bröselte der Beton weg, das Geländer hatte auch schon bessere Zeiten erlebt. Schnell ein Foto und nichts wie rüber :-)
Kurz vor einem Hof hatten wir dann wieder Asphalt unter den Sohlen. Dafür trafen wir unterwegs auf eine Weinbergschnecke und einen Mini-Frosch.
Am Wegesrand blühte die Heide und die hohe Luftfeuchtigkeit saugte regelrecht an unseren Kräften.
Kurz vor den Fischteichen hätten wir nun links wieder auf einen schönen Waldweg abbiegen sollen, um der Aar weiter nach Münden zu folgen. Leider war genau dieser Waldweg an diesem Tag gesperrt. Holzernte! Na toll. Da wir von der Straße aus die Waldarbeiter sowohl sehen, als auch Kettensägen und Äxte hören konnten, blieb uns leider nichts anderes übrig, als rechts an den Fischteichen vorbei zu wandern.
So blieb uns leider auch der Asphalt erhalten - und zwar noch bis nach Medebach hinein. Je näher wir den Fischteichen kamen, desto mehr stank es. Wir sahen auch bald den Grund für diesen fiesen Geruch: Fischkadaver! Irgendwelche Vögel haben sich wohl Fische aus den Teichen geschnappt, um diese am Wegesrand zu verputzen. Denn am Straßenrand lagen etliche tote, halb gefressene und halb verweste Fische herum und stanken zum Himmel. Nichts wie weg hier!
| Waldecker Grenzstein |
Meine Füße bzw. die Blasen an selbigen machten auch schon wieder Zicken. Von daher war der Unmut darüber, nun doch nicht den gewünschten Weg wandern zu können, schnell verflogen. Noch knapp 3 km bis nach Medebach. Kurz vor dem Ort haben wir dann endlich eine Bank gefunden, auf der wir mal rasten konnten. Ich war total platt. Die Schwüle Luft hier ist so mega anstrengend.
| Medebach ist schon in Sicht |
Eine Minute, bevor wir Papas Haus erreichten, rief er bei mir an und wollte wissen, ob er uns schon in Münden abholen könnte. Er war ziemlich überrascht, als wir plötzlich in der Tür standen :-)
Daheim dann nur noch Schuhe aus. Füße hoch. Für den nächsten Tag waren viele Gewitter und immer wieder Regen angekündigt. Wir haben uns also entschlossen, einen "Gammeltag" einzuschieben. Keine Unternehmungen, keine Wanderungen. Einfach nur Füße erholen lassen und hoffen, dass wir die eine geplante Tour vielleicht Anfang der nächsten Woche noch machen könnten. Auf die hatte ich mich nämlich schon besonders gefreut. Aber für die müssten mich meine Füße nochmal 17 km tragen.
Von den für diesen Tag geplanten 12-15 km hatten wir am Ende nur etwas über 9 km, da wir ja statt nach Münden nach Medebach laufen mussten. Am Ende war das nicht so schlimm, denn wir waren auf Grund der hohen Luftfeuchtigkeit so fertig, als seien wir 25 km gelaufen.
Nachmittags kam Mama mit dem Hund noch vorbei und brachte den restlichen Kuchen mit, den wir dann genüsslich verputzt haben.
Zum Abendessen gab es einen Texas Bohnen-Eintopf und wir haben noch einen schönen Abend zusammen verbracht, bevor das Bett rief.





