Montag, 24. August 2020

Sauerland-Urlaub 2020 - Tag 5 (Wanderung von Eppe nach Medebach)

[Dieser Beitrag kann indirekt Werbung ohne Auftrag enthalten, durch Markennennung, Ortsnennung oder Verlinkung]



Wir haben ausgeschlafen und am Morgen waren auch die Blasen über den Blasen wieder etwas besser. Blasenpflaster ließen sich nur zwischen den Zehen überhaupt nicht richtig anbringen, daher habe ich es gelassen.
Nach dem Frühstück war ich einkaufen. Ein bisschen Wasser, ein bisschen Obst und ein paar Kleinigkeiten die noch fehlten. Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, die neue Milch-Tankstelle eines mir gut bekannten Bauern aufzusuchen und mir dort frische Milch zu zapfen. Klar, die ist etwas teurer als die Milch aus dem Supermarkt. Aber das Geld kommt zu 100 % bei Michael an und frischer geht es wirklich nicht - FAST wie direkt von der Kuh ;-) Ich werde mir einen Liter mit nach Freiburg nehmen, wenn unser Urlaub endet!
Vom Einkauf zurück war Schatz dann auch soweit und Papa fuhr uns nach Eppe. Dort ließ er uns raus. Vorher hatte er uns einen tollen Wanderweg erklärt - durch's Aartal bis nach Münden. Laut der Karte sollte der etwa 12-15 km haben. Den wollten wir gehen.
Unsere Strecke, Karte von Komoot
Papa ließ uns also im Aartal bei Eppe raus - wegen uns hätte er gar nicht so weit aus dem Ort raus fahren müssen - und wir wanderten von dort immer am Fluss Aar entlang durch das Tal.

Blick zurück auf Eppe
Am Anfang wieder auf einem geteerten Wirtschaftsweg. Aber ein paar Insekten haben wir am Wegesrand entdeckt. Leider haben die uns auch entdeckt. Ich wurde auf dem Stückchen gleich 5 Mal von einer (oder verschiedenen?) Bremse angefallen. Mistvieh!

Unter den Bäumen im Schatten konnte man es gut aushalten. Aber an manchen Stellen im Aartal hatte sich so viel schwülwarme Luft gesammelt, dass mir plötzlich die Brille beschlug. Wir kamen uns vor, als würden wir durch das Palmenhaus eines Botanischen Gartens wandern. Puh! Das war echt anstrengend. Dabei war es mit knapp 25 Grad endlich einmal nicht so extrem warm.



Ein klitzekleines Stückchen mussten wir an der neu gemachten Landstraße nach Goddelsheim entlang. Aber mit dem breiten Seitenstreifen und dem wenigen Verkehr unter der Woche, war das kein Problem.
Wir erreichten die Aarmühle. Erst ab hier konnten wir auf Waldwegen weiter wandern.
Die Aarmühle
Für eine ganze Weile war der Wegweiser vom Lichtenfelser Panoramaweg unser Begleiter. Aber wir konnten diesem Weg nicht die ganze Zeit folgen.
Zwischendurch fing es auch leicht an zu regnen. Es war nicht genug, um die Regenjacken auszupacken, aber genug, um meine Mütze aufzusetzen, um die Brillengläser trocken zu halten.
Das Aartal
Die Aar führt noch recht viel Wasser. Im Vergleich zur bereits an vielen Stellen trockenen Gelänge flossen hier richtige Wassermassen durch das Tal.


Die alte Brücke mit dem rostigen Geländer war nur wenig vertrauenserweckend. Am Rand bröselte der Beton weg, das Geländer hatte auch schon bessere Zeiten erlebt. Schnell ein Foto und nichts wie rüber :-)

Kurz vor einem Hof hatten wir dann wieder Asphalt unter den Sohlen. Dafür trafen wir unterwegs auf eine Weinbergschnecke und einen Mini-Frosch.


Am Wegesrand blühte die Heide und die hohe Luftfeuchtigkeit saugte regelrecht an unseren Kräften.

Kurz vor den Fischteichen hätten wir nun links wieder auf einen schönen Waldweg abbiegen sollen, um der Aar weiter nach Münden zu folgen. Leider war genau dieser Waldweg an diesem Tag gesperrt. Holzernte! Na toll. Da wir von der Straße aus die Waldarbeiter sowohl sehen, als auch Kettensägen und Äxte hören konnten, blieb uns leider nichts anderes übrig, als rechts an den Fischteichen vorbei zu wandern.


So blieb uns leider auch der Asphalt erhalten - und zwar noch bis nach Medebach hinein. Je näher wir den Fischteichen kamen, desto mehr stank es. Wir sahen auch bald den Grund für diesen fiesen Geruch: Fischkadaver! Irgendwelche Vögel haben sich wohl Fische aus den Teichen geschnappt, um diese am Wegesrand zu verputzen. Denn am Straßenrand lagen etliche tote, halb gefressene und halb verweste Fische herum und stanken zum Himmel. Nichts wie weg hier!
Waldecker Grenzstein
Dafür erblickten wir kurz hinter den Fischteichen einen braunen Hintern, der über die Straße huschte. Später konnten wir das Reh durch die Bäume hindurch sehen :-)


Meine Füße bzw. die Blasen an selbigen machten auch schon wieder Zicken. Von daher war der Unmut darüber, nun doch nicht den gewünschten Weg wandern zu können, schnell verflogen. Noch knapp 3 km bis nach Medebach. Kurz vor dem Ort haben wir dann endlich eine Bank gefunden, auf der wir mal rasten konnten. Ich war total platt. Die Schwüle Luft hier ist so mega anstrengend.
Medebach ist schon in Sicht
Wir folgten dem Weg einfach immer geradeaus weiter. Vorbei an der Biogasanlage, vorbei am Industriegebiet. Am Ende kamen wir am Friedhof wieder heraus und begaben uns ohne Umwege wieder nach Hause.
Eine Minute, bevor wir Papas Haus erreichten, rief er bei mir an und wollte wissen, ob er uns schon in Münden abholen könnte. Er war ziemlich überrascht, als wir plötzlich in der Tür standen :-)


Daheim dann nur noch Schuhe aus. Füße hoch. Für den nächsten Tag waren viele Gewitter und immer wieder Regen angekündigt. Wir haben uns also entschlossen, einen "Gammeltag" einzuschieben. Keine Unternehmungen, keine Wanderungen. Einfach nur Füße erholen lassen und hoffen, dass wir die eine geplante Tour vielleicht Anfang der nächsten Woche noch machen könnten. Auf die hatte ich mich nämlich schon besonders gefreut. Aber für die müssten mich meine Füße nochmal 17 km tragen.

Von den für diesen Tag geplanten 12-15 km hatten wir am Ende nur etwas über 9 km, da wir ja statt nach Münden nach Medebach laufen mussten. Am Ende war das nicht so schlimm, denn wir waren auf Grund der hohen Luftfeuchtigkeit so fertig, als seien wir 25 km gelaufen.


Nachmittags kam Mama mit dem Hund noch vorbei und brachte den restlichen Kuchen mit, den wir dann genüsslich verputzt haben.

Zum Abendessen gab es einen Texas Bohnen-Eintopf und wir haben noch einen schönen Abend zusammen verbracht, bevor das Bett rief.

Sonntag, 23. August 2020

Sauerland-Urlaub 2020 - Tag 4 (Naturweg Gelängebachtal & Kaffeeklatsch bei Mama)

[Dieser Beitrag kann indirekt Werbung ohne Auftrag enthalten, durch Markennennung, Ortsnennung oder Verlinkung]




Wir haben wieder ausgeschlafen. Immerhin ist Urlaub. In der Nacht hatten sich die Füße gut erholt. Die Blasenpflaster hielten bombenfest. Echt klasse! Eigentlich wollten wir den Vormittag dazu nutzen, eine kleine Runde zu wandern. Aber dann fing es doch an zu regnen und wir verbrachten stattdessen einen gemütlichen Vormittag Zuhause und drehten nur eine kleine Runde durch den Ort.
Zum Mittagessen kochte Papa für uns eine Chinakohl-Hackfleisch-Pfanne.

Am Nachmittag hatte uns Mama zu Kaffee und Kuchen eingeladen - nachträglich zu ihrem 60. Geburtstag. Wir hatten einen schönen Familiennachmittag und gegen Abend ging es dann wieder nach Hause. Wir waren nämlich später am Abend noch verabredet.
Nach dem Abendessen machten Schatz und ich uns nämlich auf, den kleinen Wanderweg, den wir am Vormittag wegen Regen nicht gehen konnten, einfach am Abend zu laufen. Es war nicht mehr ganz so schwül, da ließ es sich super laufen.
Naturweg Gelängebachtal
Start des Rundwegs ist am Marktplatz. Das Wegzeichen ist eine "Europaflagge". Ein Stück ging es durch den Ort und dann hinten direkt in die Felder und hinab ins Gelängebachtal.





Wir konnten super zum Bollerberg hinüber sehen und sogar den Aussichtsturm dort mit bloßem Auge erkennen.

Neugierige Kühe standen am Wegesrand. Mit Wanderern zu so später Stunde hatten sie wohl nicht mehr gerechnet. Die Furt unten am Gelängebach ließ sich mühelos passieren, denn der Bach liegt komplett trocken :-(



Unterwegs gibt es "Hinweistafeln" zur hier befindlichen Landschaft. Leider sind die nur als QR-Code vorhanden und Menschen ohne Smartphone haben nichts von diesen Infotafeln.



Nach ein paar Kilometern war dann schon unser Treffpunkt in Sicht. Während wir nämlich zufuß dorthin unterwegs waren, wollten meine Eltern mit Hund per Auto "anreisen" :-) Der Wanderweg führt dort oben schon immer entlang. Aber diese nette Aussichtsplattform mit Insektenhotel gibt es erst seit letztem Herbst.

Leider hat der Weg - wie so oft im Sauerland - sehr viel Asphaltanteil. Aber hier ist halt viel Landwirtschaft und die Bauern wollen bequem zu ihren Feldern kommen.

An der Platform angekommen, mussten wir nur ein paar Minuten warten, bis meine Eltern angefahren kamen. Derweil haben wir die Aussicht genossen. In der einen Richtung konnten wir das Dörfchen Medelon sehen. In der anderen Richtung sahen wir ein paar Dächer und den Kirchturm von Medebach.
Blick auf Medelon



Diese Aussichtsplatform ist wirklich schön. Die Scheune hinten dran stört ein bisschen. Aber wir hatten dort um 20 Uhr absolute Ruhe. So eine Ruhe sucht man bei uns in Freiburg vergeblich. Außer Vögeln und ein bisschen Wind in den Blättern, haben wir nichts gehört.


Als meine Eltern ankamen und den Hund rausließen, freute der sich wie Bolle uns dort auch zu finden. Wir haben noch etwas da oben gesessen und gequatscht. Dann gingen meine Eltern mit dem Hund noch auf die Wiese und wir traten den Rückweg an.

Da sich der Himmel immer mehr zuzog, haben wir noch eine halbe Nachtwanderung gemacht. Auf offenem Feld ging es noch. Im Wald war es wirklich stockdunkel und abenteuerlich.
Unten im Tal trafen wir dann nochmal die Eltern im Auto. Sina, die coole Socke, durfte vorne sitzen. Das darf sie nur auf den Feldwegen, wenn Papa mit 30 gemütlich ohne Verkehr durch die Gegend schleichen kann :-D



Ein paar Tropfen Regen haben wir noch abbekommen. Aber richtig nass geworden sind wir zum Glück nicht.

Unterm Kahlen, zwischen Glindfeld und Medebach, sind duzende Fledermäuse um uns herum geflattert. Die Lichtverhältnisse wareb zu schlecht und Kamera nicht gut genug, um dieses Erlebnis irgendwie festzuhalten.
Nur noch 2 km bis zum Marktplatz. Im abendlichen Heimatkaff war kaum was los. Zuhause waren wir um kurz vor 22 Uhr.

Wir haben dann noch ein Stündchen mit Papa ferngesehen, dann sind wir ins Bett. Der Rundweg ist nur 11 km lang. Aber meine Füße fanden die kleine Rund absolut nicht gut. Die Blasenpflaster haben zwar super gehalten - ich war total begeistert - aber da sie an einer richtig blöden Stelle klebten, habe ich mir oberhalb der Pflaster beidseitig noch neue Blasen gelaufen - zwischen den Zehen. Echt fies und total uncool :-/ Die taten wirklich höllisch weh. Ich hoffte, der Wanderurlaub wäre nicht schon am 4. Tag gelaufen.