Am Samstag waren wir nochmal wandern. Wir sind etwas früher aufgestanden und konnten so schon um 9:30 Uhr losmarschieren. Auf dem Plan stand die 1. Etappe des Kleinbahnwanderwegs.
Die Kleinbahn Medebach-Steinhelle war eine 750 mm Schmalspurbahn, die von 1903 bis 1953 fuhr. Die 37 km lange Strecke war sehr steigungsreich und führte von der Kleinstadt Medebach (an der Grenze zum ehem. Land Waldeck) bis zum Bahnhof Steinhelle (an der Bahnstrecke Nuttlar-Frankenberg).
| ehem. Bahnhof heute |
Gestartet sind wir in der Bahnhofstraße (Ecke Hengsbecke). Da wir von der Oberstraße kamen, kamen wir automatisch am ehem. Medebacher Bahnhof vorbei, der heute das Natursteinwerk Schmiedeler beinhaltet. An der Ecke Bahnhofstraße/Hengsbecke befindet sich an der Halle der ehem. Firma Schmidt Aufzüge die Infotafel zum Kleinbahnwanderweg. Hier ist der Startpunkt der Etappe 1.
Das Wegezeichen ist ein Bild des ehem. Viadukts in Deifeld. Wir starten über die Straße Am Weddel und wandern auf dem ehem. Bahndamm am Weddelsee vorbei.
| alter Bahndamm am Weddelsee |
Es geht über asphaltierte Landwirtschaftswege weiter Richtung Oberschledorn. Kritisch beäugen uns die Kühe links auf der Weide.
Immer wieder Weitblicke in die sauerländische Landschaft - Wiesen, Felder, Wald und sanfte Hügel.
Wir erreichen den Radweg entlang der L854 und müssen unsere Regenjacken auspacken. Es hat uns doch tatsächlich ein Regenschauer erwischt. Der Mann, der uns entgegen kommt fragt, ob wir Schirme haben - nein, nur die Regenjacken. Ja, er hätte seine Frau angerufen, die würde ihn abholen :-D Wir wandern weiter. Das bisschen Regen stört uns nicht weiter.
Am Doppelkreuz überqueren wir die Landstraße und wandern weiter Richtung Langeln. Nach nur 15 Minuten, kurz vor Langeln, können wir die Regenjacken schon wieder ausziehen. Wir werden sie nicht mehr brauchen. Leider ist es jetzt etwas schwül.
| Goldhausen (Hessen) im Regen |
Langeln besteht nur aus 1-2 Häusern und etlichen Kühen. Dann geht es wieder auf den Radweg, der uns bis nach Oberschledorn hinein führt.
In Oberschledorn angekommen, werden wir von einer Blindschleiche begrüßt. Aber wir machen nur fix ein Foto und wandern weiter über den Alten Bahndamm in die Ortsmitte.
An der Kirche vorbei geht es Richtung Ortsausgang. Aber vorher schon wieder nach rechts, zwischen Wohnhäusern hindurch und hinein in einen herrlichen Buchenwald.
Dort finden wir eine Bank im satten Grün der Buchen, mit Blick auf die Wilde Aa, die unter uns fließt. Wir hatten uns auf dem Weg zum Startpunkt ein Schnitzelbrötchen gekauft :-)
Das da ein ECHTES Schnitzel drauf war - und nicht wie in Freiburg dieses billige "Pressfleisch" - hat uns positiv überrascht. Nach der Pause folgen wir der Wilden Aa weiter nach Referinghausen.
In Referinghausen finden wir diesen bepflanzten Stuhl mit Spruch - der hat uns extrem gut gefallen :-)
Durch Referinghausen ging es hindurch und hinten wieder in den Wald. Dort hatten wir dann den Dittelsbach zur Rechten.
Wieder über einen schönen Wald-Wiesen-Weg, durch Buchenwald bis nach Deifeld. Ein paar wenige Pilze finden wir auch.
In Deifeld kommen wir am Tretbecken vorbei. Das hat sich ordentlich verändert, seit wir da 1999 unseren Schulabschluss begossen haben ;-)
In Deifeld geht es den Pfarrweg hinauf - eine kurze, aber sehr steile Straße. Das schmucke Fachwerkhaus zur Linken entschädigt für den Schweiß ;-)
In der Ortsmitte von Deifeld finden wir einen Bildstock mit Infos zur Deifelder Viadukt. Ob es auch genau an dieser Stelle stand, ist uns nicht bekannt.
Von Deifeld aus geht es auf dem Radweg, der auf dem ehem. Bahndamm angelegt wurde, weiter bis nach Wissinghausen. Nun haben wir wieder ausschließlich Asphalt unter den Wanderschuhen. Das strengt an, die Beine werden schon schwer.
Auch am Radweg die allgegenwärtigen Kühe und sogar Bovisten. Eine Mini-Bahn und ein Sessel aus Paletten stehen auch am Weg.
| hier geht's 200 m an der Landstraße entlang, bis kurz vor die Kurve |
An der unteren Spitzkehre denken wir das erste Mal, wir wären falsch. Denn von Radwegen, Gehwegen, Wald- und Wirtschaftswegen wechselt man nun auf einen schmalen, wurzeligen Pfad, der teilweise sogar ziemlich zugewachsen ist. Aber der Wegweiser lässt keinen Zweifel. Dort geht es weiter.
| untere Spitzkehre |
Der schmale Pfad führt wieder hinauf zur Landstraße, die es nun zu überqueren gilt. Über einen breiten Weg geht es hinauf zur oberen Spitzkehre.
Von der oberen Spitzkehre hat man einen tollen Ausblick über die Gegend und die Dächer von Wissinghausen.
| Blick von der oberen Spitzkehre |
| Original Bahnschotter? |
| Fast in Küstelberg |
| Blick ins Sauerland bis zum hessischen Goldhausen |
| Park in Küstelberg |
Auf der anderen Seite des Parkplatzes ist schon die Busshaltestelle und dir Kirche. Dort sitzen wir noch etwa 15 Minuten, bis der S30 uns zurück nach Medebach fährt.
| Wasserscheide in Küstelberg |
Schatz hat mal wieder die A-Karte gezogen. Er hat sich eine Blase unter dem Zehnagel eingefangen. Ich wusste gar nicht, das sowas geht! Google führt zu Marathon-Foren. Die haben sowas scheinbar häufiger. Tipp: Blase öffnen, alles sauber halten und wenn es nach 3 Tagen nicht besser ist, ab zum Doc.
Jetzt heißt es abwarten. Wir hoffen, wir können in den paar Tagen, die wir noch hier sind, wenigstens noch die 2. Etappe vom Kleinbahnweg wandern - nochmal gut 18 km. Den geplanten Medebacher Bucht Rundweg (MB) haben wir schon verschoben. Durch die hitzebedingte Wanderpause in Freiburg bin ich für die 26 km dieses Jahr nicht fit genug. Also, Daumen drücken.
