[Dieser Post enthält durch Links zu externen Seiten und Firmennennungen Werbung, die ohne Auftrag, ohne Sponsoring und ohne Bezahlung erfolgt] Heute waren wir bei Waldtraut vom Mühlwald - dem
höchsten Baum Deutschlands. Dort waren wir jetzt schon zum dritten Mal, allerdings ist unser letzter Besuch schon einige Jahre her.
 |
| Unsere Runde, Karte von der Runtastic App |
 |
| An der Haltestelle Wonnhalde |
Gestartet sind wir, wie schon bei der letzten Wanderung, an der Haltestelle "Wonnhalde". Am unteren Wonnhaldesee ging es vorbei und dann aber nicht auf dem breiten Weg zum oberen See sondern rechts auf den schmalen Pfad (den ausgewiesenen Wanderweg).
Recht steil führte er hinauf bis auf einen breiten Waldweg. Dort haben wir uns dann links gehalten und schon noch wenigen Schritten waren wir am Rehbrunnen. Der war heute besonders schön, da das Wasser frei von Algen und das Reh frei von Graffiti war.
 |
| Rehbrunnen |
 |
| Blüten am Wegesrand |
Auf einem breiten Waldweg ging es dann auch weiter. Nach kurzer Zeit sahen wir von weitem eine ältere, kleine und zierliche Frau mit einem riesigen Hund. Der Hund riss sich los. Ich sagte noch zu Schatz, er solle langsamer gehen, irgendwas würde da vorne nicht stimmen. Als wir dann doch dort ankamen, rannte der Hund, wie ein Berserker, von einer Person zur anderen. Spaziergänger, Jogger, Radfahrer....alle wurden sehr aggressiv angebellt und angeknurrt. Der Hund rannte hin und her wie von der Tarantel gestochen und weißer Sabber lief ihm aus dem Maul. Es war echt beängstigend. Die Frau rief und pfiff auf der Hundepfeife, aber der Hund hörte einfach nicht. Irgendwann warf die Frau dann einfach die Arme in die Luft und rief: "Was soll ich denn jetzt machen?!" Na toll! Sehr hilfreich. Wenn ich mir einen Hund anschaffe, dann auch einen, den ich im Griff habe und nicht umgekehrt. Der Hund war ähnlich groß wie ein Berner Sennenhund. So verrückt wie der sich aufgeführt hat, hätte selbst Schatz wohl Probleme gehabt, den Hund zu halten. Und die Frau war höchstens 160 cm groß und rappeldürr. Wir sind langsam und vorsichtig weitergegangen und haben versucht, den Hund im Auge zu behalten, ohne ihn direkt anzusehen. Als wir endlich vorbei waren, waren wir echt erleichtert.


Dem breiten Waldweg sind wir dann für ca. 2 km gefolgt, bis uns ein Hinweisschid nach rechts den Berg hinaufführte. Von der Abzweigung geht es dann gute 2 km stetig bergauf.
Nicht sehr steil, aber doch spürbar. In einer Linkskurve kamen wir an einem Brunnen vorbei, der dort 1934 errichtet wurde.
Da hatten wir ungefähr die Hälfte des Aufstiegs zum Baum geschafft. Nach gut einem weiteren Kilometer kamen wir dann wieder an einen Abzweig. Das Schild verkündete, dass es nur noch 500 m bis zur Waldtraut wären. Es ging allerdings jetzt wieder hinab.
Und da war sie: Waldtraut vom Mühlwald in ihrer ganzen Pracht. Was uns zuerst auffiel: Sie hat eine neue Datentafel bekommen! Die ist viel schöner als die alte und macht auch Angaben zu Holzvolumen, Höhe, Umfang und Alter etc.
Direkt am Stamm ist eine Holzliege. Die ist wirklich sehr bequem und wenn man darauf liegt, kann man gemütlich am Stamm hinauf in die weit entfernte Krone blicken.
Und weil außer uns niemand dort war, haben wir uns entschlossen, dort eine kleine Rast einzulegen. Die Stille da oben war herrlich.
 |
| Buntspecht |
Nach der Pause ging es die 500 m wieder zurück, die wir gekommen waren, zurück auf den Illenbergweg und dort weiter hinauf bis nach Horben. Der Weg war ganz angenehm zu gehen, obwohl es auch hier stetig bergauf ging.
 |
| Blick zum Kybfelsen |
In einer großen Pfütze kurz vor Horben, fanden wir Froschlaich. Eine Fantastillion kleine Eier. Ob die dort eine Überlebenschance haben? Die obersten Eier waren schon an der Luft. Die Pfütze wird die nächsten Tage/Wochen auf jedenfall austrocknen. Manchmal mutet die Natur echt grausam an. Oder werden die Frösche - wie manche Menschen - auch immer dümmer?!
Die letzten 100 m nach Horben hinauf hatten es wirklich in sich. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal einen so steilen Weg gegangen bin. Am Ende waren wir dann aber direkt in Horben, zwischen neuen und alten Häusern, auf einer asphaltierten Dorfstraße - ich hab gedacht, meine Lunge fliegt gleich aus dem Brustkob.
Auf der Straße hielten wir uns rechts. Wir gingen zur Luisenhöhe hinauf. Das ist ein schönes, altes Hotel im Schwarzwaldstil. Leider schon seit Jahren geschlossen und es wird immer wieder gemunkelt, dass es abgerissen werden soll, da sich niemand findet, der es sanieren will/kann. Irgendwas mit den Brandschutzauflagen, las ich mal. Wirklich schade um das schöne, alte Gebäude.
 |
| Luisenhöhe |
 |
| Blick zum Kaiserstuhl |
 |
| Blick zum Schauinsland |
An der Luisenhöhe trafen wir dann auch wieder die älteren Herrschafen, die wir bei der letzten Wanderung im Sternwald auch hinter uns hatten - mit dem kleinen, quietschenden Hund. Die Welt ist halt doch ein Dorf.
Nach dem ehem. Hotel kommt man direkt in den Wald. Dort haben wir uns an die blaue Raute auf weißem Grund gehalten, der wir bis zum Kunacker folgten.
 |
| Kunacker |
Dort wollten wir eigentlich eine weitere kurze Rast einlegen, aber die einzige Bank dort, war schon belegt. Also sind wir der blauen Raute Richtung Lorettoberg weiter gefolgt. Nach 1-2 km hat man vom Weg eine wirklich fantastische Sicht auf Freiburg. Die beiden Stadttore, Bahnhof, Münster, diverse Kirchen...sogar unser Haus konnten wir sehen! Auch unseren Startpunkt, die Wonnhalde konnte man von dort oben gut sehen. Waren wir echt so hoch gestiegen? Wahnsinn. Wenige Schritte nach der tollen Aussicht, fanden wir dann auch eine Bank, auf der wir unsere zweite Rast nachholten.
 |
| Blick auf Freiburg (und unser Haus) |
 |
| Unser Startpunkt an der Wonnhalde |
 |
| Noch mehr Blüten am Wegesran |
Bis zum Lorettoberg waren es nur noch ein paar Kilometer. Unvermittelt wurde es wieder belebter auf dem zuvor menschenleeren Waldweg, dann kam plötzlich ein Waldparkplatz und keine 50 m weiter waren wir wieder in der Zivilisation: asphaltierte Straßen, Häuser, Menschen, Autos. Vom Lorettoberg hat man, zwischen den Bäumen hindurch, auch eine schöne Aussicht Richtung St. Georgen und Rheintal.
 |
| Kurz vor dem Waldparkplatz |
 |
| Notgelandete u. vollbeladene Biene |
 |
| Blick vom Lorettoberg, unten links das Heliotrop |
Immernoch folgten wir der blauen Raute, vorbei am Hildaturm von 1886. Einem kleinen Aussichtsturm auf dem Lorettoberg. Er war das Hochzeitsgeschenk der Stadt Freiburg an die Prinzessin Hilda von Nassau die den letzten Großherzog Badens, Friedrich II., ehelichte. Heutzutage kann man den Turm von April bis September an bestimmten Tagen für einen Obolus von 1 EUR besichtigen. Wir waren mal wieder zu früh dran. Aber irgendwann schaffen wir es auch mal in den Turm!
 |
| Frühling in Freiburg |


Nicht weit entfernt fanden wir die Lorettokapelle - die dem Berg seinen Namen gibt. Sie ist eine von vielen Nachbildungen der Basilika vom Heiligen Haus im italienischen Loreto und wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg gebaut, als Dank für den Sieg über die Franzosen. Während des österreichischen Erbfolgekriegs kam es 1744 zu einer weiteren Auseinandersetzung zwischen Österreich und Frankreich. Der französische König Louis XV. wählte den Platz vor der Kapelle, um die Beschießung Freiburgs zu beobachten. Obwohl die kriegsführenden Parteien abgesprochen hatten, dass der Feldherrrenhügel Louis' XV. nicht beschossen werden sollte, und Louis dafür das Münster nicht beschießen wollte, schlug eine Kanonenkugel in die Kapelle ein, verfehlte aber den französischen König. Die Kugel ist noch heute über der Kapellentür zu sehen. Die Kapelle beherbergt eigentlich 3 kleine Kapellen unter einem Dach, wobei die Lorettokapelle die Mittlere ist. Die war echt schön. Ich habe aber davon Abstand genommen, ein Foto zu machen. Dazu hätte ich den Blitz benötigt und ich wollte die 3 älteren Herrschaften nicht beim Beten stören. Rechts (westlich) wurde die Josephskapelle angebaut. In der waren wir drin. Auf dem kleinen Altar stehen die Bilder diverser Päpste. In die Annen- und Joachimskapelle (links bzw. östlich) konnten wir nicht rein, da sie für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist.

 |
| Josephskapelle |
 |
| Die Kanonenkugel über der Kapellentür |
Vom Lorettoberg ging es dann hinunter in den Stadtteil Wiehre, wo wir noch das "Anna Kirchle" besucht haben. Der Hochaltar dort (von 1755) wurde aus der Freiburger Festung gerettet, bevor die Franzosen diese sprengten. Es ist der einzige Gegenstand, der von der Kirche der Freiburger Festung übrig geblieben ist.
 |
| Das Anna Kirchle in der Wiehre |
 |
| Der Hochaltar aus der ehem. Festungskirche |
 |
| Annaplatz in der Wiehre |
 |
| ehem. Feuerwehrhaus am Annaplatz |
Wieder in der Stadtmitte angekommen, sind wir mit der Straßenbahn dann wieder nach Hause gefahren.
 |
| Martinstor |
 |
| Sonnenuntergang vom heimischen Balkon |