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Am 3. Tag im Sauerland haben wir einen Tagesausflug mit kleiner Wanderung unternommen. Wir sind zwei Stunden nach Südwesten gefahren. Denn ich wollte schon immer mal diesen Ort aus der Fernsehwerbung sehen.
Jeder kennt sicherlich diesen idyllischen See, umgeben von Wald, mit dieser kleinen Insel in der Mitte? Geworben wird für ein Bier ⇒guckst du hier ;-)
Lange habe ich gedacht, dass so ein Kleinod sicher nicht bei uns in Deutschland und schon gar nicht im Sauerland zu finden ist. Kanada oder Schweden/Norwegen vielleicht. Das kann ja gar nicht sein, dass sowas quasi direkt vor der Haustür sein soll. Aber, weit gefehlt. Die Krombacher Insel befindet sich tatsächlich in Deutschland. Zwar nicht mehr im Sauerland, aber immerhin im angrenzenden Bergischen ;-)
Nach einer 2-stündigen Fahrt erreichten wir also den Wanderparkplatz Nespen. Viele Autos passen dort nicht hin, aber da wir eh alleine waren, war Platz genug :-)
Wir hielten uns an den Rundweg A5 mit Abstecher
zur Krombacher Insel. Dieser Rundweg hat mit dem Abstecher nur etwa 7 km Länge und kaum Höhenmeter. Da das die erste Wanderung nach unserer langen Wanderabstinenz war, kam uns das gerade recht. Ein Testlauf, sozusagen ;-)
Für Besucher wurde vor ein paar Jahren eine "Aussichtsplattform" gebaut, von der aus man die Insel sehen kann. Las ich im Internet. Die Plattform entpuppte sich bei unserer Ankuft als hübsch gemähte Wiese.Man kommt bis zu einem hüfthohen Zaun und kann dann die berühmte Krombacher Insel ansehen. Also, ich gebe zu: Ich war echt mega enttäuscht. In der Werbung sieht das da so hübsch und idyllisch aus. Idyllisch war es ja schon. Aber die Sicht war gar nicht gut - zumal zwischenzeitlich zwei Bäume direkt in der Sichtachse wuchsen und man daher die Insel kaum als solche ausmachen konnte.
Das war's. Besser wurde es nicht. Oben von dem alten Bahndamm hätte man sicher eine bessere Sicht gehabt. Aber da war das Betreten verboten. Es gab zwar keine Schilder, aber ein zwei Meter hoher, massiver Maschendrahtzaun mit einer Krone aus Stacheldraht spricht da wirklich für sich ;-)
Eine leicht verblasste Infotafel gab es immerhin noch und ein paar Schwäne und Gänse. Das war's. Hierfür waren wir 2 Stunden gefahren. Blöd! Aber immerhin kann ich das jetzt von meiner Wunschliste streichen.
Gut, dass wir noch den Wanderweg hatten. So waren wir die 2 Stunden nicht völlig umsonst gefahren.
Wir gingen also wieder zurück auf den Hauptweg und wanderten den A5 zu Ende. Es war furchtbar schwül an dem Tag. Und obwohl es bewölkt war und uns die Sonne nicht gebraten hat, kamen wir sehr schnell ins Schwitzen...auch ohne große Steigungen.
Da es in der Nähe auch Landwirtschaft gibt, gab es leider auch Massen von Bremsen. Ich kassierte in nur 10 Minuten 5 Stiche. Das war mehr als Murks! Ich durfte nicht langsam laufen. Stehenbleiben war eine Katastrophe. Sofort waren die Mistviecher da.
Ich legte also einen Zahn zu, während Schatz lustig vor sich hin bummelte. Am Ende war er schwer beleidigt, weil er "alleine wandern musste". Ehrlich? Mir egal! Denn ER wird ja nicht komplett zerstochen und muss sich dann tagelang mit juckenden, entzündeten Quaddeln rumplagen. Das bin ICH!
Von daher war es fast gut, dass der Wanderweg zwar sehr schön, aber auch ziemlich unspektakulär war :-) Obwohl ein Großteil des Weges oberhalb der Talsperre verlief, konnten wir den See kaum sehen. Nur hier und da blitze Mal etwas Wasser durch die Bäume. Das war's schon.
Die Wege blieben breit und gut begehbar. Hitze- und Borkenkäferschäden sorgten auch hier für sehr wenig Baumbestand. Das wiederum hieß: Wenig bis gar keine Tiere und keine Pilze in Sicht.
An einer Abzweigung stand "Rom 10,8 km" auf dem Wegweiser. Kurze Überlegung...nein, so weit südlich waren wir dann wohl doch nicht, um mal eben das Colosseum zu besichtigen :-D
Als wir den einzigen Hügel auf der Runde erklommen hatten, ging es hinab ins Dörfchen Odenspiel. Vorbei an hübschen Fachwerkhäusern und Bauernhöfen, über die Landstraße und weiter auf einem Fahrweg.
Die letzten paar hundert Meter mussten wir dann über einen Radweg wandern. Hinter der Kurve war schon wieder der Wanderparkplatz.
Fazit: Wandern macht immer noch Spaß und tut gut. Die Insel war eine kleine Enttäuschung, der Wanderweg schön, aber unspektakulär.
Weniger Bremsen wären super gewesen, dann hätte ich unsere erste Wanderung seit Ewigkeiten auch mehr genießen können. Immerhin hat die Heide hübsch geblüht :-D Und dem Mann hatte es für den Anfang auch gut gereicht. Der Fuß war zwar nach der Runde etwas geschwollen, aber schmerzfrei. Wir tasten uns also weiter langsam ran. Mal gucken, was noch (wieder) so geht und was nicht.
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