Montag, 7. Juni 2021

Verspätete Jahrestags-Wanderung 2021

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Diese Wanderung haben wir schon am 22. Mai 2021 gemacht. Zu unserem Jahrestag wiederholen wir ja traditionsgemäß immer unsere erste gemeinsame Wanderung - mein Bruder und seine Freundin gehen immer in das Restaurant ihres ersten Dates. So hat halt jeder seine eigene "Tradition" :-)
 
Dieses Jahr hat das im April bei uns aber mal so gar nicht geklappt, weil das Wetter nie mitspielen wollte, wenn wir Zeit hatten. Mitte Mai war es dann aber endlich soweit.  Nicht nur, dass wir die Tour nachholen konnten. Ich habe auch das erste Mal meine neue Kamera draußen testen können :-)
Karte von Komoot
 
Wir sind mit der Straßenbahn zur Haltestelle Wonnhalde gefahren. Dort staunten wir nicht schlecht. Seit unserem letzten Besuch vor gut einem Jahr hatte sich hier ja so einiges verändert. Unter anderem war der schöne Fußweg weg, der um die große Wiese führte. Stattdessen ein Bauzaun und ein hässlicher Erdwall.
Wir mussten also an der Straße entlang laufen. Die tolle Sicht die man sonst hier hätte war vom Erdwall verdeckt. Echt nicht schön. Am anderen Ende dann eine große Tafel. Hier wird ein neues Hochwasserrückhaltebecken gebaut. Das hatte ich zwar vor Monaten mal in der Zeitung gelesen, es aber nie mit diesem Ort in Verbindung gebracht.
Wenn alles so kommt, wie auf der Tafel gezeit, wird der neue Damm deutlich höher als der alte, aber einen Spazierweg wird es auf seiner Krone auch wieder geben.
Im Wald angeommen konnte ich dann mal den Zoom meiner Kamera testen. Denn bereits am ersten kleinen Weiher saßen Enten und Schildkröten.

Sowohl am unteren See, als auch an den oberen, fielen mir diverse laminierte Zettel ins Auge. Zuerst dachte ich, jemand sucht ein entlaufenes Haustier. Sowas sieht man in Freiburg in letzter Zeit häufiger.
Aber nein! Es waren Hinweise. Sowas habe ich in meinem ganzen Leben noch NIE auch nur IRGENDWO gesehen, dass man die Menschen darauf hinweisen muss, den Froschlaich im Wasser zu lassen. Ob das auch an Corona liegt und dass jetzt mehr Leute in der Natur herum streunen, die vom Umgang mit und dem Verhalten in der Natur eigentlich keine Ahnung haben? Aber scheinbar sind diese Zettel auch berechtigt, denn ich habe in meinen fast 14 Jahren hier - und wir sind jedes Jahrum diese Zeit hier oben - noch nie so wenige Kaulquappen im Weiher gesehen, wie an diesem Mai-Tag :-(

Weiter ging es auf der schon oft beschriebenen Strecke. Vorbei am Rehbrunnen und durch den Günterstaler Wald.


Blick zum Schwabentor

Sowohl Weitwinkel als auch Makro-Funktion meiner Kamera haben mich begeistert. Viel umgewöhnen muss ich mich auch nicht. Sie liegt, da etwas breiter, nicht so gut in der Hand. Und der Tragegurt ist blöd. Vielleicht kann ich den alten an die neue Kamera dran machen. Mal sehen, ob das klappt :-)





Vom Eibenbrunnen mit Blumenschmuck ging es weiter Richtung Günterstal. Tolle Aussichten immer wieder zwischen den Bäumen hindurch.


Blick über Günterstal zum Kybfelsen

Kybfelsen
 
Und am Marxenweiher dann ein persönliches Highlight. Ein Molch! Seit Teenagerzeiten habe ich keinen Molch mehr gesehen. Meine ehem. beste Freundin hatte im Garten einen Teich. In dem waren jedes Jahr Molche. Da sah ich dann auch meine letzten Exemplare. Nun hier "in freier Natur" die kleinen Amphibien zu beobachten war ein richtig tolles Gefühl.
Drei Stück hab ich gesehen. Wobei ich anfangs sogar fast vorbei gelaufen wäre, weil sie mucksmäuschen Still, halb unter einem Blatt versteckt, in der Sonne trieben.


Beim Marxenweiher dann auch was Neues. Da wir dieses Jahr doch etwas später dran waren als sonst, und auch der Frühling lange nicht in die Puschen kam, konnten wir die Blüte eines chinesischen Baumes bestaunen, der hier im Arboretum wächst. Der Baum hat den lateinischen Namen "Paulownia tomentosa" (laut der Tafel an seinem Stamm) und blüht mit langen lila Blüten, die von der Form her ein bisschen an unseren Fingerhut erinnern.
Einige der Blüten waren vom Wind zu Boden geweht worden und konnten somit auch näher betrachtet und bestaunt werden.
Hinter dem Kloster St. Liboa kamen wir wieder in den Freiburger Stadtteil Günterstal.
Kurz durch den Ort, dann wieder ab in den Wald. Die bekannte Strecke führte uns am Jägerbrunnen vorbei und auf schmalen Pfaden weiter durch den Sternwald.
Hier war einiges los. Wanderer, Spaziergänger, Familien. Der Kinderkunstpfad, der bei unserem ersten Besuch 2007 noch richtig prächtig war, ist inzwischen kaum noch zu sehen. Lediglich der Baum-Drache ist durch gefällte Bäume nun wieder vom Weg aus sichtbar - und so ziemlich das einzig verbliebene Kunstobjekt hier.
Dafür gibt es jetzt ein gut genutztes Outdoor-Gym, wo eine größere Gruppe junger Menschen sich fit hielt. Wir marschierten auf altbekannten Wegen weiter zum Wasserschlössle. Kurz vor dem Hochbehälter in Schlösschen-Optik fanden wir diesen Zwerg am Wegesrand. Er war nicht allein und die Idee finde ich total goldig :-)

Beim Wasserschlössle waren mal wieder alle Bänke belegt. Wir genossen also, wie eigentlich immer, nur kurz die Aussicht von hier oben auf die Stadt und gingen dann 100 m weiter. Wieder im Wald machten wir auf einem Baumstamm unsere Rast.


Über zum Teil schlammige Wege ging es für uns weiter hinauf. Nächstes Ziel war die Franzosenschanze. Der Wald war satt und grün. Überall zwischterte es und uns begegneten kaum noch Menschen.

Blick über Freiburg zum Kaiserstuhl
 
Die Bäume standen hier dichter und man hatte nur noch an ganz wenigen Stellen einen Blick in die weite Rheinebene. Akeleien blühten hier oben in zartem pink. Und an einer Wegekreuzung saß eine Hornisse auf dem feuchten Boden und sammelte scheinbar Baumaterial für ihr Nest.



Wir waren nun auf der Schattenseite des Berges. Die schmalen Pfade wurden zusehends schlammiger. Schatz hasst schlammige Wege und wurde etwas unleidlich. Auch ich machte mir so meine Gedanken. Denn auf dieser Seite des Berges würden wir ja auch über einen steilen, steinigen Pfad unseren Abstieg zum Waldsee angehen.

Während wir weiter wandern entschließen wir uns, diesen Pfad zum Waldsee aus Sicherheitsgründen dieses Mal nicht zu begehen. Zu groß ist die Angst, auszurutschen. Auf den spitzen Steinen will man keines Falls stürzen und den Hang hinunter zu fallen ist ebenfalls eine Sache, die es zu vermeiden gilt.
Von weitem schon, hörten wir die Sägemännle klingeln. Mein persönliches Highlight auf jeder unserer Jahrestagstouren. Ich liebe die vom Waldbach angetriebenen Figürchen einfach :-)

Und dann entdeckten wir doch tatsächlich die gelbe Koralle. Den Pilz sehen wir sonst immer erst später im Jahr und waren daher völlig überrascht.

Bald schon erreichten wir das Waldgasthaus St. Barbara. Hier saßen, dank der ein paar Tage zuvor erlaubten Öffnung der Gastronomie schon wieder einige Leute an den Tischen. Der Gastwirt bot sogar einen Schnelltest an, für vorbeikommende Wanderer. Ein echt komisches Gefühl, nach so langer Zeit, wieder Menschen in einer Gaststätte zu sehen.
Wir sind nur vorbei gewandert, haben die Aussicht ins Dreisamtal genossen und uns dann überlegt, welchen Weg wir nun einschlagen würden, um den rutschigen Pfad zum Waldsee zu umgehen.
Wir entschlossen uns, den breiten Waldweg hinab nach Littenweiler zu nehmen. Von dort aus hatten wir an einer Stelle den Blick hinauf nach St. Märgen im Schwarzwald. Seine beiden Klostertürme waren mit bloßem Auge weithin sichtbar.


Über eine ruhige Nebenstraße ging es hinab in den östlichsten Stadtteil Freiburgs. Und nach einer Weile erreichten wir die Haltestelle Lassbergstraße.
Während wir in der Bahn saßen, ging uns auf, dass wir ja gar nicht bis in die Stadtmitte fahren konnten. Denn durch eine Baustelle endet diese Linie von Littenweiler aus kommend vor dem Schwabentor.
Schwabentor

Statt auf den SEV Bus zu warten, spazierten wir kurzerhand die gut 600 m bis zur nächsten Haltestelle. Durch die Konviktstraße, die zu dieser Jahreszeit eine der schönsten Straßen Freiburgs ist, da die Glyzinien blühen.
Konviktstraße
 
An der nächsten Haltestelle bestiegen wir die Bahn heimwärts. Alles in allem hatte diese Tour gute 14 km und wir hatten eine reine Gehzeit von knapp 3,5 Stunden. Obwohl wir diese Tour jedes Jahr um die gleiche Zeit wandern, entdecken wir doch jedes Mal wieder ein bisschen was neues :-)