Sonntag, 14. März 2021

Malterdinger Panoramaweg "Augenweide" (Waldrunde erweitert)

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Heute stürmt und regnet es weiter bei uns. Daher nehme ich euch mit auf die Wanderung, die wir am vergangenen Sonntag gemacht haben, als das Wetter richtig toll gewesen ist ;-)
 
Am letzten Oktobertag 2020 haben wir vom Panoramaweg in Malterdingen die Panorama-Runde gewandert. Am vergangenen Sonntag sind wir dann die Wald-Runde dieses tollen Weges gegangen. Da sie uns in der Original-Fassung etwas kurz war und wir 2 der Sehenswürdigkeiten so überhaupt gar nicht zu sehen bekommen hätten, haben wir die Wald-Runde um ein paar Kilometer erweitert und sie dadurch ungefähr doppelt so groß gemacht, wie sie eigentlich ist. Aber das hat sich auf jeden Fall gelohnt :-)
Los geht es am Wanderparkplatz gegenüber der Malterdinger Schutzhütte. Hier führt auch der Vierburgenweg vorbei, den wir 2018 in zwei Etappen schon bezwungen haben. Wie auch in Malterdingen am Rathaus, findet sich hier oben ein Wanderportal mit ein paar Infos zum Weg.

An der Schutzhütte halten wir uns links und wandern druch den Wald. Es geht leicht hinauf. Hinter uns kommen ein paar Mountainbiker an. Die lassen wir passieren. Dann haben wir den Weg schnell wieder für uns.
Blühende Weidenkätzchen sehen wir überall am Wegesrand. Eine große Weide an einem kleinen See steht in voller Blüte. Der ganze Baum summt! Es müssen tausende von Bienen und Hummeln unterwegs sein.
Die Krone ist so hoch, dass wir die kleinen Insekten nicht erkennen können. Aber wir stehen eine ganze Weile unter dem Baum und lauschen dem Summen.

Der kleine Weiher mit den jungen Bäumen drum herum, ist auf Grund der Renaturierung eines Tonabbau-Gebietes geschuldet. Hier wurde bis 2001 Ton für Ziegel abgebaut. Als die Firma wegen rückläufiger Zahlen hier nichts mehr arbeitete, wurde das Gelände renaturiert.

Als wir aus dem Wald heraus kamen, konnten wir in ein kleines Tal hinab sehen. Dort unten steht ein einzelner Hof mitten in der Pampa. Der Schlüpfinger Hof. An diesem führt der Wanderweg vorbei. Oben am Waldrand steht ein Waldsofa mit herrlichem Blick. Leider war es schon belegt.


Der Frühling lässt sich überall blicken. Schmetterlinge, Schneeglöckchen, Osterglocken und die ersten Märzveilchen lassen sich sehen. Und dann, am Wegesrand, ein Naturkunstwerk vom letzten Jahr. Diese kunstvoll vertrocknete Distel-Blüte hat mich irgendwie in ihren Bann gezogen.
Wieder im Wald, sehen wir einen Anhänger rumstehen. Wir wundern uns, was das wohl ist. Denn als Futterstation für Rehe ist er nicht geeignet. Dann sehen wir das Schild "Vorsicht Bienen". In dem Anhänger sehen Bienenkästen auf zwei Etagen. Durch die Spalten in der Wand können sie ein- und ausfliegen. Aber scheinbar sind die Kästen aktuell unbewohnt, denn es war kein wildes Gewusel zu sehen und auch nichts zu hören.

Eine Weile wanderten wir auf dem Pfannenstielweg weiter. Ein kurioser Name. Wir haben keine Ahnung, wieso der Weg so benannt wurde, fanden den Namen allerdings irgendwie lustig.
Wir kamen an der Stelle eines Hügelgrabes vorbei. Wirklich viel sehen konnte man davon leider nicht. Oder wir waren zu doof, es zu erkennen. Immerhin die aufgestellte Infotafel gibt etwas Auskunft über diesen Ort.

Wir wandern weiter und kommen an einer Stelle vorbei, an der ein Gedenkstein den Sterbeort eines Forstrats markiert, der hier inmitten seines geliebten Waldes sein Leben aushauchte. Oben am Weg haben wir uns noch gewundert, wieso der Wegesrand mit einem stabilen Holzzaun und Stahlseilen gesichert war. Als wir unten um die Kurve bogen, wurde uns der Sinn des ganzen klar.
Ein kleiner Steinbruch. Der Weg führt am oberen Rand vorbei - wenn man genau hinschaut, sieht man auf dem Bild oben die Planken vom Zaun. Wenn man dort die Böschung runterpurzelt, fällt man sehr steil und sehr tief die Bruchkante des Steinbruchs hinunter, die man vom oberen Weg noch gar nicht erkennen kann. Kein Wunder also, dass man dort zur Sicherheit einen Zaun errichtet hat.
Durch die Bäume durch, sehen wir weiter unten am Weg roten Stein blitzen. Eigentlich führt unser Weg vorher nach links hinab ins nächste Tal. Aber ich bin neugierig und gehe ein paar hundert Meter weiter, um zu sehen, was das wohl ist.
Ein weiterer Steinbruch! Und was für einer. Die Wand ist riesengroß! Buntsandstein. Hier wurden Steine für Häuser und sogar für das Freiburger Münster gehauen. Unglaublich! Diese roten Sandsteinfelsen kannte ich bisher nur aus anderen Gegenden. So nahe hatte ich keine vermutet.

Ich gehe wieder zurück zur Kreuzung. Schatz hatte mich schon gesucht, weil er nicht gemerkt hat, dass mich die Neugierde etwas "abgetrieben" hatte. Wir wandern den Panoramaweg weiter. Auf einem schmalen Pfad geht es hinab. Hohlwege führen an einem trockenen Bachlauf entlang.
 
 Unten angekommen sehen wir eine tolle Rastmöglichkeit. Niemand da! Da werden wir unsere Rast machen. Leider liegt der Platz nicht ganz in der Sonne und die Wolken werden immer dichter.
Schatz hatte als Vesper eine belegte Laugenstange für jeden besorgt - und ein Streusel-Teilchen! Wir haben lecker geschmaust und weil es uns dann ohne die Sonne etwas zu kühl wurde (immerhin hatten wir nur um die 10 Grad), sind wir weiter gewandert.
Wir haben die ersten blühenden Anemonen gesehen. In ein paar Wochen werden sie den Waldboden in einen dicken grün-weißen Teppich verwandeln. Aber am letzten Sonntag waren sie nur vereinzelt zu entdecken.
Dann kamen wir an eine Kreuzung, die uns bekannt vorkam. Ja, hier kreuzen sich die Panorama- und die Wald-Runde von der "Augenweide". Wir laufen ein Stückchen über inzwischen bekannte Wege. An einer Stelle haben wir einen schönen Blick hinab auf Heimbach.
Dort unten startet der St. Gallus Rundweg. Den haben wir auf der Wald-Runde auch ein paar Mal gekreuzt. Genug, um uns neugierig zu machen. Den wollen wir demnächst auch unbedingt mal gehen. Ausgangspunkt ist das Rathaus von Heimbach.
Dann kommen wir zu der Kreuzung, wo man die Abkürzung von der Panorama-Runde gehen kann. Auf dieser Strecke stehen noch zwei Sehenswürdigkeiten, die man, wenn man die Panorama-Runde komplett oder die Wald-Runde wandert, gar nicht zu sehen bekommen würde. Daher haben wir uns entschlossen, diese "Abkürzung" einfach an die Waldrunde dran zu stückeln.
Vorbei an schönen Moosteppichen wandern wir hinauf auf den Weinberg. Hier oben steht "der Galgen". Der Name lässt vermuten, dass hier in grauer Vorzeit Verbrecher gehängt wurden. Aber dem ist nicht so, wie die Tafel verrät. Heimbach verfügte nicht über eine hohe Gerichtbarkeit und daher bleibt der Sinn und Zweck dieses Bauwerks weiter im Dunkeln.

Oben auf der Spitze des Vögelisbergs - der eigentlich nur ein großer Hügel ist - steht der Auswanderer-Gedenkstein. Im 19. Jahrhundert herrschte in dieser Gegen Elend und Armut. Weil die Gemeinde sich auf Dauer die Unterstützung der armen Familien nicht leisten konnte, wurde ihnen Geld gegeben, um in die "Neue Welt" überzusiedeln. Das kam die Gemeinde am Ende billiger. Für diese ausgewanderten Familien wurde dieser Gedenkstein errichtet.
Dort wo heute der Gedenkstein steht, war damals der Gemeindewald. Der Erlös aus dessen Holz hat die Umsiedlung der armen Familien nach Amerika und Afrika finanziert. Über das Schicksal der über 200 Auswanderer ist heute kaum etwas bekannt.
Von der nun kahlen Kuppe des Vögelisbergs haben wir eine tolle Sicht über die von Weinterrassen geprägte Landschaft. Wir wander wieder hinab und kommen dann zum Haus des Schützenvereins.


Dort steht der Willistein. Er ist ein Gemisch aus verschiedenen Gesteinsarten dieser Gegend. Die hübsche Weide hinter dem Willistein fand ich allerdings viel interessanter ;-)
Hinter dem Schützenhaus geht es nach rechts weiter. Steil hinab führt der Weg ins nächste Tal.
Wir durchqueren das Tal und müssen hier die Kreisstraße überqueren. Es ist nicht viel los, aber aufpassen muss man trotzdem. Die Autos fahren sehr schnell und die Stelle, wo der Wanderweg die Straße kreuzt ist nicht gut einsehbar.
Auf der anderen Seite geht es nun wieder hinauf. Wir sind nun schon gute 11 km gewandert. Der Aufstieg aus dem Tal ist daher wirklich sehr anstrengend. Und zum Auto zurück müssen wir ja auch noch!

Immer wieder geht es ein Stück hinauf, dann wieder ein bisschen auf ebenen Wegen und dann wieder hinauf. Die Weinterrassen verlangen mir einiges ab. Die Kräfte schwinden nun schnell.

Dann erreichen wir endlich wieder den Wald. Noch gute 2 km bis zum Auto. Die schaffe ich jetzt auch noch.


Dann verläuft der Weg wieder auf gleicher Trasse wie der St. Gallus Weg. Das muss ein Wink des Schicksals sein. Wir MÜSSEN diesen anderen Themenweg wirklich auch mal wandern :-)
Wir folgen einem Grenzweg. Alle paar Meter finden wir einen alten Grenzstein. Wir sind nun im Vierdörferwald. Nur noch wenige hundert Meter trennen uns vom Auto.


Wir sind wieder am Wanderparkplatz. Er ist doch noch gut voll geworden. Wir sind froh, dass wir nicht noch später hier angekommen sind. Ich bin platt, aber glücklich. Es war eine tolle Wanderung und es gab viel zu entdecken.
Unsere erweiterte Waldrunde hatte 15,5 km und wir waren 5 Stunden unterwegs. Davon 3,5 Stunden reine Gehzeit.

Montag, 1. März 2021

Über den Kybfelsensteig auf den Brombergkopf

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Samstag waren wir wieder wandern. Es war leider nicht so warm wie gedacht, aber trotzdem wanderbares Wetter. Bei praller Sonne und um die 11 Grad haben wir uns gegen 11 Uhr auf den Weg gemacht. Mit der Straßenbahn ging es in die Wiehre. An der Haltestelle Holbeinstraße steht das Holbeinpferd. Das ist die Figur eines Fohlens, dass regelmäßig neu gestaltet wird. Wir haben es zur Fußball-WM schon in den Deutschlandfarben gesehen, im Leo-Look oder in Regenbogenfarben. Einmal war es komplett golden und ein anderes Mal komplett blau.
Dieses Mal erwartete es uns im "Wahl-Pulli" der Grünen und darunter sah es mal wieder aus wie ein Leopard.
Von der Haltestelle aus kann man über einen schmalen Pfad hinauf zur Straße. Die Straße führt nach Günterstal und zur Talstation der Schauinslandbahn.
Hat man die Straße überquert, ist man direkt im Wald. Bequemer geht es fast nicht. Das finde ich immer wieder faszinierend an der Stadt Freiburg. Die schönsten Wanderwege beginnen nur einen Steinwurf entfernt der Stadt, sind bequem mit dem ÖPNV zu erreichen und zum Teil richtig urig, obwohl so nah an der Großstadt. Man könnte meinen, man sei mitten im tiefsten Schwarzwald :-)
Das sind wir aber nicht. Der ausgewählte Berg ist der Brombergkopf. Er ragt wie eine Halbinsel in die Stadt hinein und wird von den Stadtteilen, Günterstal, Wiehre, Oberau, Waldsee, Littenweiler und Kappel umschlossen.
Direkt am Anfang, auf dem Günterstaler Waldweg fanden wir diesen beschrifteten Stein. Ja, was bedeutet das denn eigentlich? Ich bin Atheist. Religionsunterricht habe ich zwar freiwillig mitgemacht, aber nur, um den Notendurchschnitt zu heben. Denn man bekam für Anwesenheit schon die Note 2 :-D
Wir liefen die ersten 1-2 km auf unserem Jahrestagsweg. Diesen sind wir zum ersten Mal "rückwärts" gelaufen. Während mir der Weg gleich irgendwie bekannt vorkam, hat Schatz felsenfest behauptet, wir wäre den Weg noch nie gelaufen :-D Und das alles nur, weil man mal in die andere Richtung geht.
 
Bis zum Jägerbrunnen sind wir auf bekannten Pfaden gewandelt. Hier war es auch noch recht voll, denn in der Nähe waren ein Grillplatz und ein Spielplatz von wo aus wir Rauch und Lärm hörten.
Erst ab dort sind wir einen uns unbekannten Weg eingeschlagen. Denn obwohl wir hier rund um Freiburg schon etliche Wege gewandert sind, waren wir unseres Wissens noch nie wirklich auf dem Brombergkopf. Im Zickzack ging es den Berg hinauf. Vorbei an kahlen Laubbäumen, Tannen und Mammutbäumen.

Wir passierten diesen Gedenkstein, der uns vage vertraut vorkam. Ich glaube, diesen Weg sind wir schonmal gewandert. So langsam kommt wieder Leben in die winterverschlafenen Wälder. Überall sprießt und blüht es schon.
An einer Stelle lichtete sich der Wald zu einem schmalen Korridor. Dort hindurch konnte man hinüber zum Schönberg blicken. Auch dort oben sind wir schon mehrere Male gewesen.
An einer anderen Stelle gab der Wald den Blick hinüber zum Lorettoberg frei, wo wir den Hildaturm erspähen konnten. Gebaut im Jahre 1886 zu Ehren Hildas von Nassau, der letzten Großherzogin von Baden, ragt er fast 23 Meter in die Höhe.
Und dann kam endlich der Hinweis auf den Weg, den wir die ganze Zeit wandern wollten. Der Kybfelsensteig ist ein teilweise gebirgig anmutender Pfad, den wir so in der direkten Umgebung von Freiburg eher nicht vermutet hatten. Durch eine andere Wandersfrau sind wir auf ihn aufmerksam geworden.
Die meiste Zeit verläuft der Steig über schale Pfade mit dicken Steinen und Wurzeln durch den Wald. Das mögen wir sehr. Der alpine Charakter fehlt auf dem von uns begangenen Stück, was uns sehr zu gute kam, da nirgendwo freie Sicht in die Tiefe war ;-) Ob es weiter oben ander aussieht, können wir natürlich jetzt nicht beschwören. Denn der Kybfelsensteig führt noch ein Stückchen weiter hinauf, bis zum Kybfelsen, auf dem wir auch schon ein paar Mal waren - aber immer von der anderen Seite kommend.

Der Steig führt vorbei an diesem Waldsofa, das wir letztes Jahr bei einer anderen Wanderung bereits entdeckt hatten. Als wir ankamen, war die Liege leider belegt. Daher nahmen wir erst auf der zum Wald hingewandten Bank platz.
Dann machten sich die anderen Wandersleut wieder von dannen und wir huschten schnell auf die Liege, denn von unten hörten wir schon wieder die nächsten Wanderer kommen.
Wir haben dort kurz gerastet und die Sonne und den bombastischen Ausblick genossen. Einer der schönsten Aussichtspunkte auf die Stadt. Man sieht das Freiburger Münster in voller Pracht.
Ebenso die beiden mittelalterlichen Stadttore, diverse Kirchen, die Universität, das Theater und und Hauptbahnhof.
Man blickt hinüber zum Flugplatz und seinem neuen Nachbarn, dem neuen Fußballstadion - das immer noch nicht richtig fertig ist.
Und dann, ich musste mich ein bisschen um die Tanne beugen, hatte ich sogar einen Blick auf unser Haus :-D Das war irgendwie cool!
Lange geblieben sind wir nicht. Nur ein paar Minuten. Dann gaben wir das Waldsofa für die nächsten Wanderer frei und machten uns auf den Weg zum Brombergfelsen. Dass es hier oben, außer dem Kybfelsen noch einen weiteren Felsen gibt, wussten wir auch noch nicht.

Der Brombergfelsen war ein bisschen enttäuschend. Wir kennen ja den Kybfelsen und hatten mit was ähnlich spektakulärem gerechnet. Leider erwies sich der Felsen als ein von Wald umstandender, meist im Erdreich versteckter großer Felsbrocken, von dem wir nur den obersten Knubbel sehen konnten. Nichts besonders spektakulär und die erwartete Aussicht blieb auch aus.
Also wanderten wir direkt auf dem Kybfelstensteig weiter. Die nächsten paar Kilometer waren ein Klacks, denn der Pfad verlief ohne nennenswerte Steigungen.


An einer Stelle mussten wir etwas kreativ werden. Denn gleich zwei umgestürzte Bäume versperrten den Pfad. Das Fahrrad, was davor liegt gehört zu den Mountainbikern, die hinter den Bäumen auf einem Baumstamm rasteten.
Während Schatz sich dafür entschied, einfach drüber zu klettern, entschied ich mich, am oberen Hang entlang drum herum zu steigen. Ehrlich gesagt hatte ich Schiss, dass ich mir an der rauhen Borke meine dünn gewordene Wanderhose aufreiße und dann mit blankem Hintern hätte weiter wandern müssen ;-) Ich glaube, ich muss mir mal eine neue zulegen. Denn diese ist bereits über 10 Jahre alt und hat mich schon hunderte Kilometer begleitet.
Nach einem kurzen Ansteig erreichten wir den Aussichtspunkt "Zwei Birken". Birken sind Arschloch-Bäume, denn sie lösen bei mir auch Allergien aus :-/ Zum Glück blühen sie aktuell noch nicht. Erle und Hasel ärgern mich schon genügend.
Die Aussicht war schmal, aber weit. Bis hinüber Richtung Emmendingen konnte man sehen. Schatz müssen wir mal eine Laser-Zielerfassung besorgen. Er stand da, bestaunte die Aussicht. Fand die eine Birke und meinte dann nur: "Und wo soll jetzt die zweite Birke von zwei Birken sein?!". Ich konnte nur mit "Schau mal hinter dich." antworten und mit dem Kopf schütteln :-D
Der steinige Pfad der dann folgte, erinnerte mich optisch extrem an den Weg, den wir beim oberen Schloss auf dem Zwei-Burgen-Weg Münstertal-Staufen gewandert sind. Daher dachte ich im ersten Moment, wir wären doch schonmal hier oben gewesen. Aber an die zwei Birken hätte ich mich definitiv auch erinnert.
Höchster Punkt und fast genau die Hälfte unserer Tour war an der Rehhaghütte erreicht. Hier waren wir definitiv noch nie. Wir haben uns gefreut, dass wir dort oben ganz alleine waren und haben uns in der Sonne niedergelassen. Da merkten wir, wie windig es da oben war. Und der Wind war richtig kalt. Während wir noch überlegten, ob wir hier wirklich sitzen bleiben und rasten sollten, wurde es schnell voller. Dort oben führt ein Down Hill Trail für Mountainbiker entlang und ehe wir uns versahen, wimmelte es dort oben von Radlern und der Lärmpegel stieg - und wir fühlten uns mit all diesen Fremden Menschen so eng auf einem Haufen auch nicht mehr wohl - auch wenn man das Virus in der Natur schnell vergessen kann.
Also zogen wir weiter. Ab jetzt ging es langsam und gemächlich bergab. Nach ein paar Biegungen waren wir schon wieder auf der Schattenseite des Berges. Hier war es deutlich kühler als in der Sonne und die nur um die 10 Grad machten sich schnell bemerkbar.
Zwischen den Bäumen hindurch konnten wir "unseren" Rosskopf sehen. Mal von der anderen Seite als von der Wohnung aus. Unten dran dann das alte (bzw. noch aktuelle) Fußballstadion an der Dreisam.

An einer anderen Stelle öffnete sich der Blick in die Rheinebene. Im Gegensatz zu letzter Woche ließen sich die Vogesen dieses Mal nicht blicken. Nach dem Kaiserstuhl war Schluss. Ein dick mit Moos überzogener, riesiger Felsbrocken erinnerte mich irgendwie an ein Hobbit-Haus aus Herr der Ringe. Was meint ihr?
Über verschlungene Wege bahnten wir uns den Weg weiter hinab. Plötzlich endete unser Wegweiser mitten in einem Down Hill Trail. Laut dem Wegweiser hätten wir eine fast senkrechte, ausgefahrene Böschung hinab gemusst. Das konnte nie im Leben richtig sein. Ob man dort den Wanderweg für die Mountainbiker geopfert hatte und nur vergessen hatte, die Wegezeichen zu entfernen? Wir wissen es nicht.
Mit ein paar Schlenkern mehr, fanden wir dann einen alternativen Weg hinab zum Waldsee. Der Waldsee liegt im Möslepark, welcher zwischen 1879 und 1885 als Landschaftspark eingerichtet wurde. Damit ist dieses Naherholungsgebiet eines der ältesten in Freiburg.
Der Waldsee entstand, indem 3 Weiher miteinander verschmolzen wurden, die ursprünglich mal zur Eisgewinnung für eine Brauerei angelegt waren.
Durch Hitze und Trockenheit waren im August 2018 rund 1.000 Fische verendet. Die hohe Wassertemperatur, der ausgetrocknete Zulauf und die dicke Schlammschicht, wodurch der See nur noch 1,50 Meter Tiefe hatte, haben zu einem Sauerstoffmangel geführt. Bis Anfang 2019 wurde der See nach 18 Jahren wieder entschlammt. Zuvor wurden die geschützte Teichmuschel, die Große Flussmuschel und die Malermuschel geborgen, die danach wieder eingesetzt wurden. Damit die Muscheln sich fortpflanzen können, werden entsprechende Wirtsfische in den zur Zeit fischlosen Waldsee eingebracht. Durch das Umkippen des Sees ist die Population der Amphibien von knapp 2.400 Krötenpaaren im Jahr 2002 auf rund 400 im Jahr 2019 geschrumpft. Das finde ich wirklich dramatisch.
Die Waldseestraße wurde schon im Jahr 1956 wegen Krötenwanderungen zwischen Waldsee und Möslepark für den Verkehr gesperrt. Seit Mitte der 70er Jahre werden regelmäßig Krötenschutzzäune errichtet. 2019 sollte das zum letzten Mal sein, denn ab 2020 sollte es ein Amphibienleitsystem geben. Doch trotz zweier Krötentunnel fehlt das Leitsystem bis heute und Radfahrer benutzen weiterhin die gesperrte Waldseestraße. Für uns ist es im Frühjahr immer eine Freude am Waldsee zu sein. Man muss ganz vorsichtig laufen an manchen Stellen, weil es dort immer vor Mini-Fröschlein wimmelt(e).
Inzwischen wurde dieser Abschnitt von 5,30 Meter auf 3,50 Meter zurückgebaut und dauerhaft für sämtliche Fahrzeuge gesperrt. Wir hatten uns schon über die "halbe Straße" gewundert :-D Dies war eine Ausgleichsmaßnahme für das Projekt Rotteckring in der Innenstadt. Für eine vollständige Entsiegelung der Waldseestraße, wie sie NABU und Bürgerverein Oberwiehre-Waldsee fordern, reicht jedoch das Geld nicht.
An der nahen Haltestelle "Musikhochschule" sind wir dann wieder in die Straßenbahn gestiegen und haben den Heimweg angetreten.

Unsere Tour hatte rund 12 km und wir waren (inkl. Pausen) gute 4 Stunden unterwegs.