[Dieser Beitrag kann indirekt Werbung ohne Auftrag enthalten, durch Markennennung, Ortsnennung oder Verlinkung]
Der Zwei-Burgen-Pfad ist ein archäologischer Themenpfad zwischen Münstertal und Staufen, den wir am Pfingstsonntag (31. Mai) gewandert sind. Er bietet auf ca. 13 km kompakte Infos zu zwei untergegangenen Burgen. Etwas Kondition sollte man aber dennoch mitbringen, denn es sind etwa 500 Höhenmeter zu bewältigen. Mal auf breiten Wegen, aber auch auf sehr schönen schmalen Pfaden.
![]() |
| Der Rundweg, Karte von Komoot |
Den Rundweg kann man von zwei Punkten aus beginnen. Entweder am Schützenhaus Etzenbach (bei Staufen) oder am Parkplatz Riggenbach (bei Münstertal).
Wir sind von Etzenbach aus gestartet. Dort ist ein relativ großer Parkplatz direkt unterhalb vom Kletterwald auf dem an diesem Tag fast alles frei war - denn der Kletterwald ist aktuell noch wegen Corona geschlossen.Wir sind die Tour gegen den Uhrzeigersinn gewandert, um das "hässliche" Stück direkt am Anfang "weg zu bekommen" ;-) Denn die ca. 2 km zwischen Staufen und Münstertal verliefen meist über Asphalt und waren echt nicht so toll. Wie gesagt, sie verliefen MEISTNS auf Asphalt. Zu Beginn ging es jedoch über einen schmalen Pfad und dann über einen Wiesenweg erstmal ein Stückchen hinauf.
Schnell erreichten wir die erste Infotafel zum Bergau bei Etzenbach. Das Schild wies darauf hin, dass ca. 25 m oberhalb unseres Standorts, der noch offene Eingang eines Bergbaustollens wäre.
Und tatsächlich, wir fanden ihn. Von unten konnte man ihn zwar nicht sehen, aber wenn man über diesen kleinen Trampelpfad den Hang hinauf kraxelte, konnte man ihn sehen. Der Pfad führte bis zum Stollen hinauf. Aber so weit hoch bin ich nicht gekletter. Ich wäre da im Leben nicht wieder runter gekommen, denn es war ziemlich steil und der Untergrund lose und rutschig.
Seit dem 11. Jahrhundert wurde in der Gegend Silberbergbau betrieben und erst 1929 beendet, als die Bergbaugenehmigung aufgehoben wurde.
Nach dem Stollen führte der Weg etwas hinab und dann auf die asphaltierte Straße, die dann bis nach Müstertal hinein führte. Das wohl "unschönste" Stück, des gesamten Wanderwegs. Da half auch die schöne Landschaft nicht sonderlich.Theoretisch hätte man diese paar Kilomenter auch mit der S-Bahn fahren können. Aber erstens hätten wir dann den Stolleneingang nicht gesehen und zweitens hatten wir keine Lust, eine Stunde auf die nächste Bahn zu warten. In der Zeit sind wir die 3 km dreimal gelaufen ;-)
| Blick über die Obstwiesen zum Belchen |
In Münstertal angekommen ging es bald links hinauf und wieder zurück in den Wald. Vorbei an einem Grillplatz mit Tretbecken. Schatz war hier als Kind oft mit seinen Eltern, wenn sie vom Besuch der Oma zurück kamen.
Leider war im Tretbecken kein Wasser, weshalb wir uns den Abstecher dort hinunter dann auch gespart haben.
Nicht sehr steil, aber dafür stetig ging es weiter bergauf. Über breite Waldwege und Wiesenwege stiegen wir immer höher.
| Da hockt ein blauer Schmetterling |
Es war warm. Ich bin wegen des Intervallfastens ohne Frühstück los und ich merkte, wie mir minütlich die Kräfte schwanden. Das war kein schönes Gefühl.
Ein Blick auf die Uhr zeigte, dass ich noch 30 Minuten hätte, bis ich was essen könnte. Die nächste Bank für eine Rast wäre meine!
Natürlich kam keine Bank! Als es endlich soweit war, haben wir uns auf einem Stapel gefällter Bäume niedergelassen. Ich hatte noch überlegt, ob ich es nicht doch noch etwas aushalten würde, war aber am Ende froh, dass wir dort gerastet und ich etwas gegessen hatte.
Denn ohne eine weitere Rastmöglichkeit ging es noch viel weiter bergauf. Wir fanden Unmengen an Fingergut am Wegesrand und oben im lichten Wald.
Ein bis zwei Kilometer oberhalb der Stelle, an der wir Pause gemacht hatten, kam dann die nächste Infotafel. Auch zum Bergbau in der Gegend.
Die sogenannten Pingen, die eingefallen Schächte, konnten wir jedoch nicht erkennen. Entweder hatten wir da keinen Blick für oder die Natur hatte sie versteckt.
Weiter ging es auf einem schmalen Pfad. Uns sind nur wenige Menschen begegnet, obwohl das Wetter herrlich war.
Immer wieder hatte man zwischen den Bäumen hindurch einen schönen Blick zum Belchen. Da oben waren wir auch schon ewig nicht mehr.
Der schmale Pfad führte zu einer Wegekreuzung oben im Wald. Noch 600 m bis zur ersten untergegangenen Burg, der Rödelsburg. Unsere Rast lag nun schon eine gute Stunde zurück. So wirklich viel hatte mein Körper vom Esse noch nicht verarbeitet. Meine Beine waren recht wacklig. Aber diese 600 m bergauf schaffe ich jetzt auch noch! Im Hinterkopf die leise Hoffnung, dass wir dort dann den höchsten Punkt erreicht hätten - genau wussten wir es aber nicht.
Der schmale Pfad zur Rödelsburg hat uns sehr an das Gebiet rund um den großen Kandelfelsen erinnert. Nur das hier die moosbewachsenen Steine sehr viele rechte Winkel aufwiesen und scheinbar teile der verfallenen Burg waren.
Unterhalb der Burg dann nochmal eine Infotafel. Fast geschafft. Auf dem Schild stand, dass von der Rödelsburg nicht mehr viel übrig ist.
Man weiß auch nicht viel von der Burg. Ein paar Steinhaufen hier und da, ein paar Wälle und Gräben und ein kleiner Tagebau - vermutlich für Eisenerz.
Am Ende des Wegen war ein Steinkreis aufgetürmt. Ob dort wirklich mal ein Burgturm stand, ober ob man ihn einfach so aus den umliegenden Steinen errichtet hat, wissen wir nicht. Dort oben war es voll. Als wir ankamen, saßen dort 4-5 Leute und rasteten. Wir setzten uns außerhalb am Wegesrand unbequem auf einen Felsbrocken und warteten. Als die anderen abhauten, kamen schon wieder die nächsten Wanderer an. Ich hab schnell ein Foto gemacht, als gerade der Wechsel stattfand.
Bleiben wollten wir dann aber doch nicht. Es war uns zu voll und zu laut. Also weiter und wieder hinab zur Wegekreuzung. Denn die Rödelsburg war auf dem Rundweg nur ein kleiner Abstecher.
Unten an der Kreuzung, wo es dann auf dem Rundweg weiter ging, fanden wir die nächste Tafel zur Rödelsburg. Dort stand auf der linken Seite nochmal das gleiche Text wie auf der Tafel oben bei der Burg (sicher für diejenigen, die den Abstecher nicht machen wollen oder können).
Außerdem konnten wir noch lesen, dass es keine historischen Überlieferungen oder urkundlichen Erwähnungen zur Rödelsburg gibt, dafür aber wohl ein paar Legenden.
Ein schmaler Pfad führte uns nun - auch immer mal wieder bergauf - zur Etzenbacher Höhe. Ich weiß nicht weshalb, aber wir stellten uns unter der Etzenbacher Höhe irgendwie eine große Wiese mit Rundumsicht vor. Vielleicht mit Bänken und einem Rastplatz.
| Die Etzenbacher Höhe |
Also, wieder weiter. Bisher hatten wir schon mehr als die Hälfte des Rundweges geschafft und immer noch keine richtige Rast machen können - außer dieser Notbehelf auf den Baumstämmen ziemlich am Anfang.
Der Pfad wurde immer schmaler und immer felsiger. Geht es hier wirklich weiter? Muss ja, denn es gab weit und breit keine Abzweigung, die wir hätten verpassen können. Nachdem wir auf den Felsen geklettert waren, fanden wir auch den nächsten Wegweiser. Wir waren wirklich noch richtig.
| Aussicht vom Alten Schloss |
Und dann, quasi an der engsten Stelle, eine neue Tafel. Wir waren nun schon auf dem Gelände des Alten Schlosses, ohne es zu bemerken. Das Alte Schloss ist eigentlich auch "nur" eine Burg. Naja, eine Burgruine. Wenn man die spärlichen Reste denn so nennen mag. Denn vom Alten Schloss ist noch weniger übrig als von der Röttelsburg.
Auch vom Alten Schloss fehlt jegliche geschichtliche Überlieferung, so dass man absolut nichts über die Burg weiß und nur Vermutungen anstellen kann.
Dort, wo sich vermutlich die Hauptburg befand, steht heute ein hölzerner Pavillon. Hier konnten wir endlich richtig rasten und dabei die herrliche Aussicht genießen.
Später ging es dann weiter hinab. Ab hier ging es dann wirklich nur noch bergab bis zum Parkplatz. Vorbei am Josefle, einer kleinen Heiligenfigur unterhalb des Alten Schlosses und nur noch auf breiten Waldwegen.
Wieder fanden wir Fingerhut. Meistens in rosa. Aber auch einen gelben haben wir entdeckt.
Wir kamen an einem Grillplatz vorbei. Hier hätten wir auch nochmal rasten können. Aber wir waren ja gerade erst am Alten Schloss losgelaufen und hätten nur noch gute 3-4 km bis zum Auto.
| Aussicht vom Böckfelsen |
Der Weg führte uns zum Böckfelsen. Dort hatten wir einen tollen Blick ins Tal. Aber von oben hätten wir den Felsen ohne das Schild wohl nicht als solchen erkannt ;-)
Und dann führte der Wanderweg mitten durch den Kletterwald! Sowas habe ich vorher auch noch nicht gesehen. Wie toll das wohl ist, wenn dort dann wirklich Trubel ist und man die Leute beim kletter, rutschen, hangeln und schwingen beobachten könnte... Aber wie schon geschrieben: Akutell wegen Corona noch geschlossen.
Unterhalb vom Kletterwald ging es dann nur noch ein kleines Stückchen weiter über einen breiten Waldweg und dann waren wir schon wieder am Auto.
Der Weg war toll. Uns hat er jedenfalls super gefallen. Schade, dass es zu den beiden Burgen nicht mehr Infos gab. Und schade, dass wirklich so gut wie nichts mehr von ihnen übrig ist. Der Weg ist sehr abwechslungsreich und wechselt schön zwischen breiten Wegen und schmalen Pfaden. Immer mal wieder hat man eine tolle Aussicht. Was er aber gut brauchen könnte, wären 2-3 Rastmöglichkeiten mehr. Wenn die paar vorhandenen nämlich schon voll sind, ist auf dem steilen Hang nämlich keine Möglichkeit mehr, um sich einfach irgendwo anders hinzusetzen.
Wir hatten am Ende 12,5 km auf dem Handy und eine reine Gehzeit von 3,5 Stunden.



