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Die ersten Lockerungen sind in Kraft, seit dem 29. Mai dürfen auch Hotels, Pensionen und Freizeitparks wieder öffnen. Und wir gehen jetzt auch wieder "richtig" wandern. Unsere erste Wanderung nach 10 Wochen Corona-Pause war am 21. Mai.
Wir haben 14 km auf dem Rundweg zusammenbekommen, waren (reine Gehzeit) 3,5 Stunden unterwegs und haben dabei 470 Höhenmeter gemeistert. Die erste richtige Wanderung nach dem Corona-Lockdown führte uns wieder hinauf auf den Rosskopf.Naja, nicht ganz hinauf. Aber halt in die Richtung. Dort waren wir das letzte Mal vor Corona wandern. Und nun das erste Mal "nach" Corona. Man merkte deutlich, dass die Geschäfte und Restaurants wieder geöffnet sind. Es ist wieder schön leer im Wald. Zumindest da, wo wir gewandert sind war es das.
Am 21. Mai war nämlich Himmelfahrt bzw. Vatertag. Wir haben uns bewusst vom Gipfel mit seinem Aussichtsturm und der Grillstelle fern gehalten. Außerdem haben wir die Tour auf den breiten Waldwegen geplant, um notfalls die immer noch geltenden Abstandsregeln einhalten zu können. Dass man immer noch Abstand halten soll, scheinen nämlich aktuell sehr viele zu vergessen, wo immer mehr "Normalität" einkehrt.
Start war an der Haltestelle "Tullastraße". Durch den kleinen Park hinter dem P+R Parkplatz ging es am Bahndamm entlang Richtung Süden. Wir unterquerten die Bahngleise und kamen dann zur Hinteren Steige. Das sind unglaublich viele Treppen, die durch das Wohngebiet hinauf auf den Berg führen.
Am Ende erreicht man die Straße "In der Röte". Die Straße führt einen zur Ecke Sonnhalde und Meisenweg. Dort führt ein Wanderweg durch den Wald hinauf zur Eichhalde. Bequemer geht's fast nicht :-D
Am oberen Ende dieses kleinen Waldweges ist man schon auf der Eichhalde. Dieser Straße folgten wir ein Stückchen. So kamen wir am wohl schönsten Aussichtspunkt von Freiburg vorbei.
Dieser befindet sich direkt in der Kurve über dem Rebhang und bietet den (für mich) schönsten Blick auf die Stadt. Man sieht das Münster, beide Stadttore, die Uni und im Hintergrund den Schönberg und die Ruine der Schneeburg.
Ein Stückchen weiter ist dann schon das Mercure Panorama Hotel, hinter dem es zurück in den Wald geht. Der Waldweg dort nennt sich Hirzberg-Jägerhäusle-Weg. Und diesem folgten wir bis zum Krottenweiher.
Ab dort ging es dann nicht besonders steil, aber stetig bergauf. Erst über den Fuchsköpfleweg und später über den Ladstattweg.Auf dem Fuchsköpfleweg haben wir tatsächlich ein kleines Reh stehen sehen. Wir blieben stehen. Wir starrten es an, es starrte uns an. Ich zückte die Kamera in Zeitlupe, um es bloß nicht zu verschrecken. Und dann kamen von hinten zwei laut labernde Weiber (man sieht ihre Beine schon auf dem Bild) und das Reh ergriff die Flucht.
Darum liebe ich einsame Wanderungen und verabscheue Wandergruppen und Co. Die sind einfach zu laut und unaufmerksam. Wenn man ständig nur labert, kann man doch die Natur gar nicht genießen.
Der Ladstattweg führt - wie könnte es ander sein - zur Ladstatt. Der großen Wanderwege-Kreuzung oben im Wald. Von dort folgten wir der Beschilderung Richtung Rosskopf. Von dem Weg aus kann man, wenn man weiß wo sie ist, die Zähringer Burg an einer Stelle durch die Bäume blitzen sehen.
Auch die Windräder auf dem Rosskopf kamen immer näher. Aber so weit hoch wollten wir ja an dem Tag nicht. Wir gingen an der Abzweigung geradeaus weiter und kamen so zur Rottecksruhe. Dort wollten wir eigentlich unsere Rast machen. Aber die Schutzhütte dort ist nicht mehr vorhanden :-(
So nah am Gipfel hörten wir dann das Gejohle und Gegröhle im Wald. Vatertag! Und wir haben uns über die Entscheidung gefreut, dem Gipfel an diesem Tag keinen Besuch abzustatten :-)
Okay, wandern wir halt die 2 km bis zur Zähringer Burg weiter und machen unsere Pause dort.
Zwischendurch immer mal wieder schöne Aussichten durch die Bäume hindurch. Eine haarige Raupe kreuzte unseren Weg und wir kamen der Burg immer näher.
Große Steinbrocken, wie Kopfsteinpflaster, fanden sich in Teilen des Waldweges und wir fragten uns, ob das wirklich eine mittelalterliche Straße zur Burg gewesen sein könnte? Wir wissen es nicht. Aber der Gedanke, dass hier vor hunderten Jahren Menschen und Fuhrwerke zu und von den Herren der Burg entlangkamen, ist irgendwie toll :-)Durch die Bäume hindurch kann man hier bis zum Kandel blicken. Dort wollen wir auch irgendwann mal wieder hinauf :-)
Kurz vor der Zähringer Burg entdeckten wir den ersten Fingerhut in diesem Jahr. Ich liebe den rosa Digitalis. Auch wenn er giftig ist.
Wir kamen auf dem Weg unterhalb des Burgturms heraus und dort war die Hölle los. Menschenmassen! Große Gruppen, Familien mit Kindern. Und alle latschten zur Burg hinauf :-( Da gibt es nur zwei oder drei Bänke und der Platz vor dem Turm ist nicht gerade groß. Es gelten immer noch die Corona-Abstandsregeln, auch wenn die Leute es wohl mehr und mehr vergessen. Wir haben die Ruine also auch ausgelassen und wanderten weiter.
Weiter unten wussten wir dann, wieso da oben so viel los war. Die Gaststätte unterhalb der Burg hat ja auch wieder geöffnet. Um möglichst viele Leute mit Abstand bewirten zu können, hat man die Hälfte der Tische von der Terrasse auf die gegenüberliegende Waldlichtung gestellt. Und alle Tische waren belegt. Es war uns unangenehm, staubig und verschwitzt zwischen den essenden Gästen hindurch zu laufen. Aber der Wanderweg führte dort nun quasi "mitten durchs Lokal" :-/ Und wenn man schön gegessen hat, macht man natürlich mit der Familie einen Verdauungsspaziergang zur Burg hinauf.
Wir wanderten über den Kohlerweg hinab und am Ende gelangten wir in die Altbachschlucht. Da fanden wir dann endlich eine schöne Rastmöglichkeit. Eine Bank am Bach, sogar im Halbschatten :-) Schatz wollte unbedingt Pause machen. Ich fand das voll bescheuert - immerin waren es von dort nur noch gute 30 Minuten bis zur Haltestelle!
Aber der Liebste setzte seinen Dickkopf durch und so machten - kurz vorm Ziel - wir Rast in der Schlucht. Während wir da saßen, kamen uns wieder duzende Menschen entgegen, die wohl alle hinauf zum bereits recht vollen Waldspielplatz wollten. Da ist nämlich auch noch eine Grillstelle.
Wieder im Stadtteil Zähringen angekommen ging es am Friedhof und am Bürgerhaus vorbei, wieder zur Haltestelle "Tullastraße".
Wie bereits erwähnt 3,5 Stunden reine Gehzeit und 470 Höhenmeter und das so ziemlich ohne Pause. Am Abend war ich platt. Aber nicht so platt wie nach den Touren, die wir zuletzt in der March oder im Mooswald gemacht haben. Der Untergrund unter den Füßen scheint tatsächlich eine sehr große Rolle zu spielen, wie man sich nach der Tour so fühlt. Denn die 14 km in der March - ohne Steigungen, aber mit viel Asphalt - machten definitiv mehr Beinschmerzen als die Tour oben durch den Wald mit ordentlich Steigungen.
Inzwischen sind wir zum Wandern auch mal wieder richtig weg gefahren. Davon erzähle ich euch aber ein anderes Mal.




