Donnerstag, 2. April 2020

Unsere letzte Wanderung vor dem 1. Corona-Lockdown - Von Zähringen nach Glottertal

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Diese Wanderung haben wir am 15. März 2020 gemacht. Eine Woche bevor die Ausgangsbeschränkung in Kraft trat. Seit dem waren wir nicht mehr wandern.
Unsere Route, Karte von Komoot
Wir wollten ausschlafen und nicht erst irgendwo hin fahren. Da wir dieses Jahr noch nicht auf dem Rosskopf waren und er sich für uns als Halbtagstour bestens anbietet, hatten wir beschlossen, dort hinauf zu wandern.
Von der Haltestelle Reutebachgasse ging es hinauf. Geplant war, durch das Wohngebiet bis zum Waldrand zu gehen. Aber mir großer Freude stellten wir fest, dass die Sperrung der Altbachschlucht bereits aufgehoben war und alle Sturmschäden restlos beseitigt wurden. Der Aufstieg durch die Schlucht ist wirklich schöner, als durch das Wohngebiet :-)
Altbachschlucht
Altbachschlucht
Über den steilen Steinbruchweg gelangten wir durch den Wald hinauf. Die Pumpe ging ordentlich und ich schwitze schnell. Aber so ganz weg war die Kondition dann doch nicht, auch wenn wir davor länger nichts gemacht hatten und ansonsten im Frühjahr eher kleine Touren mit Schatz' Cousin F unternommen hatten.
Abzweig Steinbruch- und Hebsackweg
Bereits auf den ersten 2 km bemerkten wir, dass ungewöhnlich viel los war auf den Wanderwegen. Klar, auf dem Rosskopf ist immer recht viel los. Er ist sehr stadtnah und es gibt zwei oder drei Downhill Trails für Mountainbiker. Weil bereits andere Wanderer am weißen Kreuz rasteten, sind wir dort einfach vorbei marschiert und haben den Weg hinauf zu den Windrädern fortgesetzt.
Das Weiße Kreuz
Einer von vielen Wegen zur Ladstatt
Auch an der Ladstatt, der großen Wanderwegekreuzung auf halber Höhe war ziemlich viel Trubel. Wanderer und Mountainbiker aus allen Ecken kamen dort zusammen. Wir waren ja schon zig mal dort oben und kennen den Berg wie unsere Westentasche. Aber so vielen Menschen, sind wir dort noch nie begegnet! Klar, die Geschäfte hatten zu dem Zeitpunkt schon geschlossen. Scheinbar waren viele in die Natur statt shoppen, ins Kino oder ins Theater gegangen. Wir fanden das natürlich blöd. Denn auch da hieß es ja schon, man solle möglichst 1,5 bis 2 Meter Abstand einhalten, um auf Nummer sicher zu gehen. Das war an diesem Tag auf den schmalen Wanderpfaden absolut nicht möglich. Zumal auch viele Mountainbiker ihre extra für sie ausgewiesenen Wege verließen und zusätzlich zu den Wanderern auch noch auf den Wanderpfaden unterwegs waren.
Blick zur Zähringer Burg
Vom Waldweg oberhalb der Reutebachhöfe hatten wir dann, zwischen den noch kahlen Bäumen hindurch, einen schönen Blick hinüber zur Zähringer Burg. Inzwischen ist das Gasthaus dort oben auch bis auf weiteres geschlossen und somit kommt man auch nicht mehr an den Schlüssel für den Burgturm.
Mitte März war der Frühling schon voll in die Freiburger Wälder eingezogen. Überall grünte und blühte es schon fleißig. Wir haben etliche Zitronenfalter gesehen - aber keine wollte sich für ein Foto niederlassen.

Die kleinen Waldbäche waren voll und sprudelten teils über die Wanderpfade hinweg. Eine gute Gelegenheit, sich mal den Schlamm etwas von den Wanderstiefeln spülen zu lassen :-) Aber auch durch die dicken Stiefel bekam man vom eiskalten Wasser schnell kalte Füße. Also lieber weiter wandern :-)
Knapp unterhalb der Windräder tat sich dann wieder eine Lücke zwischen den Bäumen auf. Man hatte einen guten Blick hinab auf Teile Freiburgs und ins Rheintal. Ganz hinten am Horizont konnten wir den verschneiten Gipfel des Grand Ballon in den französischen Vogesen ausmachen.
Blick zum Grand Ballon
Dann erreichten wir die Windräder und wussten, nun sind wir ganz oben. Da uns bis hier her so unfassbar viele Menschen begegnet sind - auch ältere Semester, die es ohne ihre "Schummel-Fahrräder" wohl gar nicht so weit hinauf geschafft hätten - haben wir davon abgesehen, auch noch bis zum Aussichtsturm zu gehen. Ich hätte gerne die Aussicht von dort oben genossen. Aber wie voll würde es dort sein, wenn auf den Wegen dort hin schon so ein Gewimmel ist? Immerhin hat man dort einen sonnigen Rast- und Grillplatz mit Aussichtsturm. Eine größere Menschenansammlung wollten wir damals schon vermeiden und wanderten daher direkt weiter.

Ganz in der Nähe ist der Martinsfelsen. Auch dort gibt es eine schöne Rastmöglichkeit. Vielleicht hätten wir dort mehr Glück.
Als wir uns dem Felsen näherten hörten wir keine Stimmen. Wir waren guter Dinge, dass die Bank dort frei sein würde. Was sie am Ende auch war - weil der ganze Fels gesperrt war :-( Scheinbar ist das Holzgeländer, das zur Absturzsicherung dient, marode. Daher war des Betreten des Felsens untersagt. Schade.
Gesperrter Martinsfels

Mit dem Zoom der Kamera konnte ich trotzdem ein nettes Bild in die herrliche Landschaft machen. Dann wanderten wir weiter. Und irgendwie war ich stolz auf mich, denn ich hatte es ohne Pause bis hier her geschafft. Das war das erste Mal überhaupt!
Blick vom Martinsfels
Rast machten wir dann am Ochensenlager. Das is eine kleine Schutzhütte etwas unterhalb des Martinsfelsens. In der schattigen Hütte war es zwar recht frisch, aber immerhin konnten wir kurz sitzen und die Beine ausstrecken :-) Wir verputzten die mitgebrachten Brote, tranken etwas Wasser und setzten dann unseren Weg fort.
Ochsenlager
Erst ein Stück bergab, dann wieder hinauf bis zum Streckereck. Von dort hatten wir nochmal eine richtig tolle Aussicht auf das Föhrental. Aber auch hier waren sämtliche Bänke belegt und zahlreiche Leute saßen auf Picknickdecken auf der Wiese.
Blick vom Streckereck ins Föhrental
Ein paar Schritte weiter verschob sich der Blickwinkel und gab freie Sicht auf Emmendingen.
Blick vom Streckereck auf Emmendingen
Sogar bis zur Ruine Hochburg konnten wir sehen. Etwas im blauen Dunst gelegen konnte man sie dennoch schnell erkennen.
Blick vom Streckerec auf die Ruine Hochburg
Glück hatten wir mit einem Schmetterling, der sich bereitwillig ablichten ließ, bevor er weiter zog :-)
Eine zweite kurze Rast machten wir auf einem gefällten Baumstamm fern der Menschenmenge. In der Sonne ließ es sich dann auch mit T-Shirt gut aushalten, an diesem 15. März :-)

Über schöne schmale Pfade wanderten wir dann wieder Talwärts. Ziel war nämlich das Örtchen Glottertal. Berühmt geworden in den 1980er Jahren durch die "Schwarzwaldklinik". Heute ist eine Psychosomatische Klinik in dem Gebäude und man kann es nur von außen besichtigen.
Und auch auf diesen sehr schmalen Pfaden mussten wir irgendwie den Mountainbikern ausweichen. Zum Teil war das echt nicht so einfach. Es war einfach nicht überall genug Platz.


Zwischendrin nochmal ein toller Blick zur Hochburg. Dort waren wir zuletzt vor ca. 2 Jahren, als wir den Breisgauer Vier-Burgen-Weg gewandert sind.
Blick zur Hochburg
Dann hatten wir von jetzt auf gleich den Wald hinteruns und fanden uns am Waldrand oberhalb von Glottertal wieder. Der Blick über das grüne Tal mit ein paar Häusern bis hin zum noch bräunlichen Kandel. Wenn die Bäume dort oben auch wieder alle Grün sind, sieht das Bild wieder etwas hübscher aus ;-)
Blick zum Kandel
Von einem Waldsofa aus konnten wir nochmal etwas den Blick schweifen lassen. Dann machten wir uns auf den Weg hinab ins Dorf.


Glottertal
Eine Katze umkreiste unsere Beine, als wir uns einem Hof näherten. Sie schnurrte wie verrückt, aber wenn man sie streicheln wollte, schnappte sie nach einem. Verrückte Katze :-D

In Glottertal angekommen spazierten wir etwas an der Glotter entlang. Ein Blick auf die Fahrplan-App verriet, dass wir noch gute 25 Minuten totschlagen mussten, bis der Bus kommen würde.

An der Glotter
Spontan holten wir uns dann ein Eis in einem Eiscafé - die hatten da noch offen. Dort war auch ziemlich viel Betrieb und das Eis schmeckte hervorragend. Hätte ich gewusst, dass es vorerst das letzte sein würde, hätte ich vielleicht eine Kugel mehr gekauft.

In der Sonne sitzend haben wir dann auf den Bus gewartet. Dieser brachte uns nach Denzlingen, von wo aus wir mit der S-Bahn wieder nach Freiburg fuhren. Während in Glottertal an diesem schönen Nachmittag noch nichts von Corona zu bemerken war, sah es in den Bussen, wo der Fahrer mit rot-weißem Flatterband abgesperrt war, schon wieder etwas anders aus.

Wie gesagt, diese Tour haben wir vor 3 Wochen gemacht. Damals sah es noch etwas anders aus als heute. Wir dürften zwar auch heute noch raus gehen und wandern. Aber es ist sicherlich nicht leerer in den Wäldern geworden. Und wie will man auf diesen schmalen Pfaden den nötigen Abstand einhalten? Irgendwo anders hin zu fahren, bringt auch nicht viel, denn im Kaiserstuhl sind - das haben wir von Bekannten erfahren - auch immer noch größere Menschengruppen unterwegs. Stundenlang irgendwo hin fahren, in der Hoffnung, dass es dort dann leerer ist auf den Wegen, wollen wir auch nicht. Daher bleiben wir vorerst zuhause. Das Wandern fehlt uns sehr. Das schöne Wetter lockt uns auch. Es ist nicht leicht, in diesem Jahr.

Könnt ihr noch ohne Menschenaufläufe wandern gehen oder sind die Wälder bei euch auch voll geworden?

Montag, 24. Februar 2020

Isteiner Klotz Rundweg 2020


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Letzte Woche Sonntag (16. Februar) waren wir zum zweiten Mal mit Schatz' Cousin F wandern, der ja im Herbst den Jakobsweg in Angriff nehmen will. Dieses Mal hatten wir uns eine etwas längere Tour mit ein paar mehr Höhenmetern ausgesucht, aber immer noch "einfach" genug, damit F sie auch schaffen würde.
Unser Rundweg, Karte von Komoot
Da F noch eine Freundin, E, mitbrachte, waren wir dieses Mal das erste Mal überhaupt zu viert unterwegs. Und ich muss sagen: Es hat echt gut gepasst. Sowohl von den Charakteren her, als auch vom Tempo :-)
Ausgesucht hatten wir uns den Isteiner Klotz Rundweg, den wir im Sommer 2018 bereits zum zweiten Mal gewandert waren. Und ich muss sagen, auch wenn es dieses Mal nicht so grün und "bunt" war wie im Sommer, hat die Tour auch im Winter ihren Reiz.
Im rund 40 Minuten entfernten Efringen-Kirchen haben wir wieder oben am Bahnhof geparkt und sind dann unter den Gleisen durch und links hinauf auf dem Rebberg.



Blick zurück auf Efringen-Kirchen
Von oben hatten wir einen tollen Blick zurück nach Efringen-Kirchen und sogar bis nach Basel in der Schweiz.
F und E beim loswerden ihrer Jacken
Die schweizer Alpen konnten wir jetzt im Winter viel deutlicher erkennen, als damals im Sommer. Das hat uns echt gut gefallen.
Blick auf Basel mit Alpen im Hintergrund
Blick auf Istein mit dem Isteiner Klotz (mitte rechts)
Von oberhalb des Kalkwerks hatten wir dann wieder den tollen Blick hinb auf Istein und den Isteiner Klotz. Mit blauem Sommerhimmel wirkte das Bild damals etwas freundlicher ;-)
Oben auf dem Isteiner Klotz fanden wir dieses Mal ein kleines Gehege mit Hühnern. Der einzige Hahn hat uns argwöhnisch beäugt. Im Wald fanden wir ein paar Schneeglöckchen am Wegesrand. Die Felder rundherum waren allerdings noch alles kahl und unbearbeitet.

Blick auf die schweizer Alpen
Dem Klotzenweg folgend ging es weiter über den Isteiner Klotz. So spektakulär er auch von unten aussieht, so "normal" ist er oben drauf.

Waldweg auf dem Isteiner Klotz
Kurz vor unserem Rastplatz mit Tisch und Aussicht auf den EuroAirport, fanden wir eine Auftürmung aus Tannen und Holz. Oben drin steckte die badische Fahne. Ob da wohl schon für ein Osterfeuer aufgebaut wurde? Gibt es die hier unten in Südbaden überhaupt so, wie ich sie aus dem heimischen Sauerland kenne?
Nach der Rast ging es hinab vom Isteiner Klotz und durch einen kleinen Tunnel unter den Bahngleisen hindurch. Nur ein paar hundert Meter weiter kamen wir dann unten am Isteiner Klotz an.

Vituskapelle in einer Felsnische im Isteiner Klotz
Die Vituskapelle war leider verschlossen. Wer Bilder von innen sehen will, muss dem Link oben zum Beitrag von 2018 folgen ;-)

Was uns beim letzten Mal auch nicht so recht aufgefallen war, war die historische Wasserstandstabelle, die sich in der Anbrandungskehle des Rheins am Isteiner Klotz befindet.

Mit Schatz in der Kehle sieht man erstmal, wie riesig diese ist. Kaum zu glauben, dass die von Rhein aus dem Felsen gewaschen wurde.
Vom Isteiner Klotz ging es dann noch in den Ort Istein hinein. Dort gibt es ein paar schöne alte Fachwerkhäuser zu sehen. Ein bisschen Kultur beim Wandern schadet nie ;-)




Unglaublich viele Katzen haben wir dieses Mal auf der Wanderung getroffen. Dafür haben sich alle anderen Tiere um diese Jahreszeit noch recht rar gemacht.


Von Istein aus ging es dann an den Rhein. Diesem folgten wir bis zu den Isteiner Schwellen.
Eigentlich wollten wir den Rhein zugewandten Weg benutzen. Aber da die Furt zu viel Wasser führte, kamen wir dort nicht trockenen Fußes rüber. Also mussten wir den vom Rhein abgewandten Weg benutzen.


Der Rhein führte an den Isteiner Schwellen recht viel Wasser, so dass wir auch nicht auf die Felsen im Rhein kamen. Das war vor zwei Jahren im Sommer ja auch schon der Fall, obwohl es da ja so trocken gewesen ist. Auf den Isteiner Schwellen waren wir 2015 und es war ein besonderes Erlebnis.
Isteiner Schwellen
Letzte Woche blieb uns nur, die Schwellen aus der Ferne zu bestaunen. Und dann ging es am Rhein weiter.
Isteiner Schwellen

An dem Sonntag war es so warm, dass wir tatsächlich im T-Shirt wandern konnten. Und das mitten im Februar! Wir haben also ordentlich was für unseren Vitamin D Haushalt getan :-)
Unter der Autobahn hindurch ging es dann zurück nach Efringen-Kirchen. Noch ein paar hundert Meter durch den Ort und zurück zum Auto.

Auf dem Dach einer Kirche fanden wir sogar das erste Storchenpaar, das wir dieses Jahr zu Gesicht bekommen haben. Das Nest ist scheinbar noch nicht ganz fertig. Aber der Platz schon wieder in Besitz genommen.
Nachdem wir wieder in Freiburg waren, sind wir mit F und E noch spontan bei uns um die Ecke ins Eiscafé gegangen. Dort haben wir bei fast 18 Grad unser zweites Eis im Jahre 2020 verputzt. Kaum zu glauben, dass wir ja eigentlich noch mitten im Winter sind :-D
Der Rundweg am Isteiner Klotz hatte knapp 15 km und wir haben für die Runde gute 4 Stunden gebraucht (davon 3 Stunden in Bewegung).

Am gestrigen Sonntag war eine weitere Tour mit F und E geplant. Wir sind auch los, mussten die Tour aber nach nur 3-4 km wieder abbrechen. Der Sturm erreichte uns doch schon früher als geplant und während es sich in Freiburg mit dem Wind in Grenzen hielt, war es oben im Kaiserstuhl - auf den kahlen Höhen - extrem ungemütlich. Sicher ist sicher.

Da es F wegen Restalkohol eh nicht so gut ging, kam ihm der wetterbedingte Abbruch der Tour wohl auch ganz gelegen ;-)