Montag, 27. Januar 2020

Wanderung von Burkheim zur Burg Sponeck und zurück

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Am Sonntag vor zwei Wochen sind wir dem tristen Grau in Freiburg entflohen und zum Wandern Richtung Kaiserstuhl gefahren. Eigentlich wollten wir gegen 10 Uhr los. Schatz hatte allerdings einen sehr trödeligen Tag und kam gar nicht in den Quark, so dass wir erst gegen 11:30 Uhr los kamen.
Unser Rundweg, Karte von Komoot
Geparkt haben wir auf einem tollen großen und kostenfreien Parkplatz mit herrlicher Aussicht im 30 Minuten entfernten Burkheim.
Dort sind wir losgelaufen Richtung Jechtingen. Die Route hatten wir bei einer anderen Wandersfrau "geklaut" und an unsere Bedürfnisse angepasst ;-) Daher sind wir nicht immer 100 % der offiziellen Beschilderung gefolgt. Ein hoch auf die Wander-Navigations-App auf dem Smartphone.
Zuerst einmal ging es den Weinberg hinauf. Die Steigung hielt sich in Grenzen, war aber dank der Kälte doch ziemlich anstrengend. Belohnt wurden wir mit einem noch besseren Blick auf die Umgebung.
Burkheimer Schloss

Blick zurück auf Burkheim
Als es noch ein bisschen weiter hinauf ging, wurde der Ausblick nochmal ein Stück besser. Hier und da fanden sich tatsächlich noch einzelne Blüten am Wegesrand. Aber grundsätzlich ist es hier ja auch immer noch etwas wärmer als bei uns in Freiburg. Nur an diesem Sonntag haben wir davon kaum was gespürt.
Es war nur 3 Grad warm. Der starke Wind ließ es sich jedoch deutlich kälter anfühlen. Ich war froh, über die dicke, winddichte Jacke mit dem hohen Kragen und der doppellagigen Wanderhose :-)
Blick auf Burkheim und den Kaiserstuhl dahinter
Von fast ganz oben erhaschten wir sogar einen Blick auf den Münsterberg in Breisach, der sich als Silhouette aus dem Dunst schälte.
Breisach am Horizont
Während wir Mitte November noch Schmetterlinge am Tuniberg an den übriggebliebenen Trauben vorfanden, war hier am Rhein keine Traube mehr zu sehen. Die Reben waren ratzekahl abgeerntet. Vom Weinberg hatten wir dann noch einen Blick auf Bischoffingen, wo wir vor 2 Jahren SchwieMu in der Klinik besuchten - damals war es so heiß.
Blick auf Bischoffingen
Auf dem Haberberg
Vom Weinberg aus kamen wir direkt in einen kleinen Wald hinein. Auch hier lagen schon ziemlich viele Bäume am Boden - gefällt. Wahrscheinlich Opfer der letzten zwei Hitzesommer. Kurz bevor es wieder hinab ging, erreichten wir die Haberberghütte. Dort war es trocken und vor allem windgeschützt. Wir entschlossen uns, dort unsere Rast zu machen, auch wenn wir gerade erst losgelaufen waren. Wer weiß, ob wir nochmal so einen windgeschützten Ort an der Strecke gefunden hätten. Im Nachhinein war das die richtige Entscheidung, denn alle anderen Rastmöglichkeiten waren windumtost und daher eher ungemütlich bei der Kälte.
Rast in der Haberberghütte
Von der Hütte hatten wir den ersten Blick auf den Rhein, zu dem wir nun unterwegs waren. Aber auch Jechtingen konnten wir von dort oben toll überblicken.
Blick zum Rhein
Haberberghütte
Blick auf Jechtingen
Nach der kurzen Rast - viel hatten wir ja eh nicht dabei, immerhin waren es nur 15 km und kaum Höhenmeter - wanderten wir den Haberberg wieder hinab und hielten dabei grob auf Jechtingen zu. Kreuz und Quer durch Weinreben und Felder wanderten wir aber am Ort vorbei und weiter Richtung Rhein.
Von einem Feldweg aus hatten wir dann einen tollen Blick zurück zum Haberberg mit seiner Hütte. Der Hügel sah von unten irgendwie größer aus, als von oben.
Blick zurück zum Haberberg
Und dann gelangten wir an den Rhein. Die üblichen Warnschilder begrüßten uns und warnten vor rasch eintretendem Hochwasser durch den Betrieb von Staudämmen und Kraftwerken.
Altwasser in den Rheinauen

Wir folgten dem Rheinuferweg in südliche Richtung. Flussaufwärts sozusagen.
Unzählige Wasservögel tummelten sich hier in der Nähe des Stauwehres. Kormorane, Enten, Schwäne und einen Graureiher haben wir entdeckt.



Auch an einem "Meilenstein" des Rheins kamen wir vorbei. Laut der Infotafel haben wir die dem guten Herrn Tulla zu verdanken, der den Rhein begradigte und für die Schifffahrt so besser nutzbar machte. Scheinbar gibt es von denen nicht mehr viele. Die Distanzangaben sind in Myriametern und daher für mich eher verwirrend als hilfreich.

Nun ging es durch die Rheinauen wieder weg vom Rhein. Durch einen kleinen Wald einen weiteren Hügel - dem Humberg - hinauf und auf der anderen Seite wieder hinab.






Dort im Wald fanden wir einen Baum, der extrem von Spechten bearbeitet wurde, so wie es aussah. Und seltsame "Blumen", die wir noch nie zuvor gesehen haben. Und das mitten im Winter.
Da hat der Specht ganze Arbeit geleistet

So eine Blume habe ich noch nie gesehen
Auf der anderen Seite erreichten wir dann die Burg Sponeck. Leider ist die in Privatbesitz und man kann nur von außerhalb des Zauns die tolle Burg bzw. deren Reste und den herrlichen Burggarten ansehen.
Die Burg wurde auf den Überresten eines spätrömischen Grenzkastells errichtet. Damals war sie noch von 3 Seiten vom Rhein umgeben. Heute ist der Rhein gut 200 m von der Burg entfernt, was auch der gute Herr Tulla fabriziert hat.

Burg Sponeck mit den Mauern des römischen Kastells



Von der Burg Sponeck wanderten wir durch die Rheinauen zurück zum Rhein.



An einer Stelle hieß es, eine kleine Brücke zu überqueren. Der Hinweis "Betreten auf eigene Gefahr!" und die Optik der Brücke, ließen uns mit dem Gedanken spielen, einen anderen Weg zu suchen. Das Teil sah wirklich nicht sehr stabil aus.
Festes dran rütteln zeigte, dass sie wohl doch recht stabil sein sollte. Immerhin wackelte sie kaum. Was soll's...ich trau mich rüber. Wenn sie meinen breiten Hintern trägt, dann auch Schatz :-) Und sie hielt!

Laut unserer Karte sollten wir nun einen kleinen Pfad durch die Rheinauen nehmen, um zurück zum Rheindamm zu gelangen. Wir standen an der Stelle, wo der Pfad sein sollte - aber es war nichts zu sehen. Nur Bäume und Buschwerk. Falls hier mal ein Pfad war, ist er inzwischen völlig im Wald untergegangen. Er ließ sich nichtmal erahnen. Blöd! Also wieder zurück und einen anderen Weg zum Rheindamm finden.
Wo ist der Pfad aus der Karte???
Wir folgten dem Rheindamm in südliche Richtung und kamen an einem kleinen Hafen vorbei. Wir wussten gar nicht, das es hier einen Hafen für kleine (Segel-) Boote gibt. Wieder was gelernt :-) Sogar ein großes Containerschiff konnten wir beobachten. Sowas haben wir hier unten noch nicht so oft gesehen.

Inzwischen ging die Sonne bereits unter. Wir haben einen Zahn zugelegt, denn wir wollten ja, auf dem Weg zurück zum Auto, noch einen Abstecher durch den historischen Ortskern von Burkheim machen. Da wollten wir allerdings nicht unbedingt im Dunkeln durch spazieren.

Also, wieder runter vom Rheindamm und am Burkheimer Baggersee vorbei.
Durch das Naturschutzgebiet "Rappennestgießen" - eine Mini-Version des Taubergießen bei Rust - ging es nun zurück Richtung Burkheim. Links und rechts des Pfades, halb versteckt hinter den Bäumen und Büschen, lugten immer mal wieder kleine Teiche hervor. Ihr Wasser so türkisblau wie das Mittelmeer. Das kam auf den Fotos leider überhaupt nicht raus.

von wegen die Natur könne keine rechten Winkel ;-)

Am Klärwerk fanden wir sehr interessante Schrott-Skulpturen. Das es die dort gibt, war uns auch nicht bekannt. Da hat sich jemand wirklich Mühe gegeben.



Schon nach ein paar hundert Metern sahen wir schon wieder das Burkheimer Schloss auf der Hügelkuppe. Fast geschafft! Inzwischen taten mir auch ordentlich die Beine weh. Schon seltsam, bei diesem eher einfachen Weg.

Burkheimer Schloss
Das Burkheimer Schloss ist die Ruine einer Spornburg, die im Jahre 1231 erstmals Erwähnung findet. Da die Burgreste heute einer Weinkellerei gehören, konnten wir sie auch nur aus der Ferne bestaunen und nicht näher heran.

Schlossmauer in Burkheim
Kunst an der Schlossmauer
Der historische Ortskern von Burkheim ist echt klein, aber sehr sehenswert. Viele alte Häuschen, tolles Fachwerk, bunte Farben, ein altes Stadttor und ein winziger Rest der alten Stadtmauer sind dort zu sehen.





Rathaus von Burkheim

Das Haus zu den fünf Türmen und ein Stück der Stadtmauer (rechts)
Die Szenerie hat mich an die schmucken Dörfer im Elsass erinnert. Dort sieht es zum Teil ja ähnlich aus.
historisches Stadttor von Burkheim
An der Kirche vorbei wanderten wir wieder hinauf zum Parkplatz und zum Auto. Als wir dort ankamen, hatten wir von da oben noch einen wunderschönen Blick auf den Sonnenuntergang.





In der Dämmerung tragen wir dann den Heimweg an und staunten nicht schlecht, als wir nach Freiburg rein fuhren und sämtliche Autos leicht weiß waren. Es muss in der Stadt ziemlich geschneeregnet haben, während wir am Rhein tatsächlich ein paar Sonnenstrahlen abbekommen haben.
Liegen geblieben ist es zum Glück nicht. Und auch Glätte stellte sich glücklicherweise nicht ein.

Für die gut 15 km waren wir zwischen 4 und 5 Stunden unterwegs. Davon 3,5 Stunden reine Gehzeit. Ein toller Rundweg, den wir gerne weiterempfehlen :-)