Dienstag, 18. Juni 2019

Von Freiburg zum Mauracher Berg und zurück

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Am Sonntag entschieden wir uns für eine Wanderung, die wir quasi an der Haustür beginnen konnten. Denn wir wollten ausschlafen und trotzdem wandern gehen. Daher brauchten wir was, ohne lange Anfahrt.

Unser Wunschzettel gab die perfekte Tour her und so starteten wir nach dem Frühstück unseren Rundweg.
Unsere Wanderung, Karte von Komoot
Von der Haltestelle Reutebachgasse ging es die gleichnamige Straße hinauf und hinter dem Bahnhof Zähringen über den Höheweg immer parallel zu den Bahngleisen.
Blick vom Höheweg zum Rosskopf

Neunzig Prozent dieses Rundwegs sind langweilige Wirtschaftswege zwischen Wiesen und Feldern hindurch. Sehr viel Asphalt. Eigentlich könnte man auch mit der Bahn nach Denzlingen fahren und die Tour dort am Bahnhof starten, dann spart man sich etliche Kilometer Weg. Aber wir sind auch der Bewegung wegen nicht mit dem Zug gefahren, sondern hin und zurück gelaufen. Nicht sehr spannend, dafür Kalorien verbrannt.


Storch
Graureiher
Der Weg verläuft an Ortsrand von Gundelfingen entlang, auch parallel der Gleise und dann durch Wiesen und Felder, vorbei an einem Obsthoft mit Kirschen, Äpfeln und Erdbeeren bis nach Denzlingen. Die Tristesse des Weges wurde immerhin durch die schöne Landschaft, den wolken-/nebelverhangenen Kandelgipfel und etliche Störche in den Wiesen etwas aufgelockert :-)




Nebelverhangener Kandelgipfel (rechter Bildrand)
In Denzlingen ging es dann etwas durch den Ort - auch nicht sonderlich spannend. Denzlingen liegt ein paar Kilometer nördlich von Freiburg und hat etwa 13.500 Einwohner. Der Ort war schon zur Römerzeit besiedelt und Denzlingen hat seinen Namen vom alemannischen Stammesfürst Denzilo, der sich im 5. Jahrhundert dort niederließ.
fast in Denzlingen



fast am Mauracher Berg
Von der Mauracher Straße aus führt dann ein schmaler, steiler Pfad, teilweise mit eingearbeiteten Stufen auf den Mauracher Berg hinauf.
Oben angekommen dann schon der erste schöne Ausblick über Denzlingen hinweg bis zum Schwarzwald. Auf der "Papst-Bank" (ein Überbleibsel des Papstbesuchs in Freiburg vor einigen Jahren), verschnaufen wir kurz. Dann halten wir uns rechts und folgen dem Fahrweg an Kleingärten vorbei und in einer weiten Linkskurve weiter hinauf. Auf dem Gipfel des Berges ist eine Aussichtsplattform, von der aus man einen unverstellen Blick in die Gegend hat.
Blick über Denzlingen
Aussicht vom Mauracher Berg
Man kann den Schwarzwald sehen, den Kaiserstuhl, die dahinter befindlichen Vogesen und sogar der Turm vom Freiburger Münster lässt sich im Dunst ausmachen.
Blick auf Emmendingen mit Eichbergturm am rechten Bildrand




Blick über Denzlingen zum Rosskopf
Blick über Denzlingen nach Freiburg mit Münsterturm am linken Bildrand
Der Weg führt uns weiter, ein Stückchen durch die Weinreben, die gerade ihre Blüte beenden und Stecknadelkopf große Träubchen bilden und mit einem Schwenk nach rechts wieder in den Wald.

Freiburger Münster

Blick zum Kaiserstuhl


Dem Waldweg folgen wir weiter bis zur Ruine der Kirche St. Severin, die sich auf dem Osthang des Mauracher Bergs befindet. Wir haben hier die Hälfte unseres Rundwegs erreicht und machen auf einer der (inzwischen) zahlreichen Bänke Rast und verputzen den mitgebrachten Kartoffelsalat.






Im gothischen Türbogen steht die Jahreszahl 1497. Ob die kleine Kirche da renoviert oder neu gebaut wurde, ist nicht sicher. Sicher ist jedoch, dass schon vorher ein Sakralbau dort oben stand. In den Jahrzehnten vor der Reformation war St. Severin ein beliebter Wallfahrtsort.

Wir hatten die Ruine lange Zeit für uns alleine. Erst, als wir eh schon wieder am gehen waren, kamen andere Wanderer hinzu.


Über halb ausgewaschene Stufen ging es wieder hinab vom Mauracher Berg und wir hielten uns in einem linken Bogen, um den Berg unten einmal zu umrunden. Der Weg führt durch schattigen Wald immer entlang des Feuerbachs bis zur Bahnbrücke im Gewerbegebiet.





Ab dort sind wir dann auch wieder ausschließlich auf Asphalt unterwegs. Durch das Gewerbegebiet geht es auf der Kirchstraße wieder Richtung Süden. Vorbei am Storchenturm (in der Hauptstraße), der ehem. Kirche St. Michael im alten Dorfzentrum, auf dem seit über 25 Jahren wieder Störche brüten.


Und vorbei am Stapflehues (ebenfalls in der Hauptstraße), eines der wenigen Gebäude, die den 30-jährigen Krieg überstanden haben.
Über die Hachberger Straße verlassen wir Denzlingen wieder, kommen vorbei an Kirschbäumen und Feldern mit Getreide.
Auf dem Heimweg hatten wir dann wieder den Blick zum Kandel, der zwischenzeitlich frei von Wolken und Nebel war. Man konnte nun sogar etliche Gleitschirme um den Gipfel kreisen sehen.
Blick  zum Kandel
Nachdem wir die Bundesstraße unterquert haben, wird der asphaltierte Wirtschaftsweg ungewöhnlich breit. Hier befinden wir uns nun auf der alten Bundesstraße. Links und rechts stehen Bäume und überall sieht man Wiesen und Felder. Nichts - außer der Breite des Weges - deutet noch auf die ehemalige Bedeutung hin.
Die ehem. Bundesstraße ist heute ein ordinärer (aber sehr breiter) Feldweg


Die ehemalige Bundesstraße führt uns wieder nach Gundelfingen hinein. In der Ortsmitte angekommen machen wir spontan Pause in einem Eiscafé und gönnen uns einen Eisbecher. Schatz den Nussbecher. Ich den After-Eight-Becher, denn so einen hatte ich noch nie.
Fachwerkhaus in Gundelfingen
After Eight Becher :-)
Ausgeruht, aber etwas steif machen wir uns auf, die letzten ca. 3 km zu bewältigen. Wir folgen der Alten Bundesstraße weiter bis zur Wendeschleife der Straßenbahn und dann noch ein Stück weiter.

Hinter dem Supermarkt biegen wir von der verkehrsreichen Straße ab und laufen über den leeren Supermarktparkplatz weiter. An dessen Ende kommt eine Art kleiner Park mit Bäumen, Rasen und einem Spielplatz, auf dem 2-3 türkische Familien alles mit Beschlag belegt haben und in Grüppchen (Männlein und Weiblein getrennt) grillen. Es duftet herrlich. Gut, dass es bis zur Haltestelle nur noch ein paar Hundert Meter waren :-D Dort beendeten wir dann unseren Rundweg und fuhren nach Hause.

Insgesamt hatten wir 3,5 Stunden reine Gehzeit für knapp 18 km. Es gab nur 130 m Steigung. Fast alles davon war die Erklimmung des Mauracher Bergs :-)