Montag, 10. September 2018

Wanderung vom Feldberg nach Hinterzarten

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Unser Wanderwunschzettel für 2018 ist tatsächlich fast abgearbeitet :-) Und das obwohl wir wegen der Hitze fast den ganzen Sommer nicht wandern konnten. Sechs Touren sind noch übrig, denn gestern sind wir eine weitere Strecke gelaufen.

Dafür sind wir schon extrem früh aufgestanden. Der Wecker klingelte uns schon um 5:30 Uhr aus den Federn. Nach einem üppigen und herzhaften Frühstück habe ich den Abwasch erledigt und um kurz nach 8 Uhr haben wir uns auf den Weg gemacht.
Unser Weg, Karte von Komoot
Mit der Straßenbahn ging's erstmal zum Hauptbahnhof. Von dort mit dem SEV Bus (der blöde Zug fährt nämlich immer noch nicht in den Schwarzwald) bis nach Titisee und von dort nochmal mit dem SBG-Bus Nr. 7300 bis zum "Feldberger Hof" (oben auf dem Feldberg).
im SEV Bus nach Titisee
Der SEV Bus nach Titisee war voll, aber es hat jeder noch einen Sitzplatz bekommen. Oben in Titisee sah die Sache aber schon anders aus. Horden von Senioren rotteten sich an der Bushaltestelle zusammen. Unsere Hoffnung, dass viele von denen vielleicht mit dem anderen SEV Bus nach Schluchsee weiterfahren würden, zerschlug sich schnell. Aus den Gesprächen hat sich ergeben, dass die alle auch auf den Feldberg wollten. Da war nämlich ein Kolpingfest mit einer Messe in der Feldbergkirche :-/ Da hatten wir uns scheinbar den denkbar schlechtesten Tag ausgesucht. Und so kam es, dass wir von Titisee bis zum Feldberg im Bus stehen mussten. Zum Glück war der Bus dermaßen voll, dass der Fahrer im Schneckentempo den Berg raufgegurkt ist und man in den teils engen Kurven nicht so arg hin und her geschleudert wurde.

Auf dem Feldberg haben wir die Rentnerhorden dann hinter uns gelassen und uns eine Bergfahrt für die Feldbergbahn inkl. Eintritt zum Feldbergturm gekauft. Das kostet 8,20 EUR pro Person. Naja, eigentlich ist da ja noch gar nicht der Feldberg. Zumindest nicht der Gipfel. Denn die Feldbergbahn fährt einen nur auf den etwas vorgelagerten Seebuck hinauf.
Blick zum Seebuck
Eingang Feldbergbahn

Feldbergbahn
Oben angekommen sind wir gleich beim Bismarckdenkmal gewesen. Von dort hat man einen fantastischen Blick hinab zum Feldsee, den man nur zu Fuß erreichen kann. Da wollten wir ja später auch noch hin.

Blick hinab zum Feldsee
Bismarckdenkmal
Vom Bismarckdenkmal ist es dann nur noch ein Katzensprung bis zum Feldbergturm, der auch nicht so wirklich auf dem Feldberg steht. Denn von hier aus ist der Feldberggipfel noch ca. 1,8 km entfernt :-)
Da oben war die Hölle los! Menschenmassen, Bierbänke, eine Trachtenkapelle baute gerade gegenüber des Kuchenbuffets auf. Natürlich! Es war doch Tag des offenen Denkmals und im Turm konnte man Führungen mitmachen.
Wir haben uns dann erstmal zum Turm durchgeschlagen und sind mit dem Aufzug in den 11. Stock hochgefahren. Dort befindet sich die Aussichtsplattform. Die Rundumsicht war atemberaubend. Das hatten wir in 11 Jahren erst zum zweiten Mal. Sonst war es immer total neblig, wenn wir mal dort oben waren. Wir konnten hinab zur Bergstation der Feldbergbahn und zum Bismarckdenkmal sehen.
Gleich daneben sahen wir den Feldberger Hof und die ganzen anderen Gebäude, die da unten die Touristen anlocken. Und hinter dem nächsten Berg schimmerte eine blaue Fläche - der Schluchsee.


Blick zum Schluchsee
Den richtigen Feldberggipfel mit Funkmast konnten wir sehen. Da wird uns eine der nächsten Touren wohl hinführen :-)
Blick zum Feldberggipfel
Feldberggipfel
Daneben dann das schmale Tal, durch das sich die Straße nach Todtnau windet.
Blick Richtung Todtnau
Und über dem Herzogenhorn, hinter dem Nebel, ganz schwach und erst beim zweiten Blick zu sehen, konnten wir die schneebedeckten Gipfel der Alpen ausmachen. Eiger, Mönch und Jungfrau schälten sich aus dem Dunst.
Ganz schwach sind die Alpen zu sehen (ca. Bildmitte)

Nahaufnahme von Eiger, Mönch und Jungfrau in den Alpen

Was für ein Erlebnis :-) Die Alpen konnten wir von dort oben nämlich beim letzten Besuch mit Aussicht nicht ausmachen. Am Lift mussten wir dann wieder eine weile Anstehen, um wieder hinab zu kommen. Unten spielte gerade die Trachtenkapelle zum Frühschoppen auf und es wurde immer voller. Eine Führung im Turm haben wir uns daher geschenkt. Wir wollten weg.

So folgten wir der roten Raute auf weißem Grund, an der Bergstation hinab Richtung Feldberger Hof. Der Abstieg war sehr steil. Meine Knie fanden das alles andere als lustig. Aber im Schneckentempo hab ich es dann auch hinab geschafft. Unten hielten wir uns dann links, um zu dem Weg zu kommen, der hinab zum Feldsee führt.
den rechten Weg sind wir noch nie gelaufen
Natürlich haben wir uns dort für den linken Weg entschieden. Der ist richtig toll und sehr urig.
Über einen steinigen und wurzeligen Weg geht es in Serpentinen hinab durch den Wald. Die letzten Male, die wir hier gelaufen sind war es nebelig und es herrschte eine beinahe mystische Stimmung. Gestern war es schwer, ein Bild zu bekommen, wo keine Menschenmassen drauf waren. Von mystischer Stimmung waren wir weit entfernt, denn es war laut im Wald. Gruppen von anderen Wanderern, die lauthals vor sich hin quatschten. Der Weg ist auch bei Sonnenschein toll, aber gestern hat es uns dort gar nicht gefallen :-(



Im Hintergrund schon wieder die nächsten Wanderer!
Dann kamen wir unten an und sahen gleich eine Schar Menschen auf den Bänken sitzen und reden. Wir sind also links herum um den Feldsee gelaufen. Weg von den Massen.
Feldsee
Auf dem Weg haben wir dann auch tatsächlich etwas Ruhe gehabt. Dort gibt es nämlich nicht so viele Bänke. Die einzige Bank, die wir entdeckten war belegt. Dazu setzen kam aber nicht in Frage, da geraucht wurde. Das muss echt nicht sein.
Feldsee
Die ganze Gegend ist nämlich ein Naturschutzgebiet. Und ich wollte mich nicht wieder aufregen, wenn ich sehen müsste, wie die Dame dann ihre Kippen auf den Boden wirft. Naturschutz? Also sind wir weiter gezogen.
Im Feldsee ist baden verboten
Erst am anderen Ende des Feldsees haben wir dann eine Bank gefunden. Es waren zwar auch Leute da, aber die waren recht leise. Das hat uns gut gefallen. Also haben wir dort ein bisschen gesessen, bevor wir die Runde um den See fortgesetzt haben.
Bismarckdenkmal vom Feldsee aus gesehen
Feldsee mit Bismarckdenkmal (oben)
Vom anderen Ufer aus konnten wir dann zurück und hinauf schauen. Dort sahen wir wieder das Bismarckdenkmal, von dem wir vorher hier hinab gesehen hatten. Kurz vor der kleinen Brücke haben wir dann den Feldsee verlassen und folgten der roten Raute weiter zum Raimartihof.
Dort waren die Wege dann schon wieder etwas leerer. Wie ich vermutet hatte waren die vielen Leute auf dem Feldberg nur auf dem kleinen Feldsee-Rundweg unterwegs.

Kleine Mauereidechse
Am Raimartihof war es dann wieder proppenvoll. Alle Tische waren belegt, daher machten wir uns schnell weiter.
Raimartihof
Wir folgten weiterhin der roten Raute Richtung Hinterzarten/Titisee. Und je weiter wir uns vom Feldsee entfernten, desto ruhiger wurde es auf der Strecke :-)

Der Weg führte über schmale Pfade und breite Waldwege, durch Schatten und Sonne. Es gab nur wenige Steigungen und wir kamen zügig voran.
Unterwegs entdeckten wir doch tatsächlich die ersten Pilze! Was hatten wir letzten Sommer Pilze auf unseren Touren. Und dieses Jahr noch keinen einzigen. Ich war ganz aus dem Häuschen :-) Und bei den kleinen weißen Pilzen sollte es nicht bleiben.
Viele Pilze haben wir nicht gesehen, aber doch eine Hand voll :-) Ich hab immer noch keine Ahnung, ob da was essbares beigewesen wäre. Wenn wir Pilze sammeln, dann nur auf Fotos ;-)



In einer Wiese ließ sich ein Zitronenfalter ablichten. Die sind gar nicht so leicht zu knipsen, da das ganz "nervöse Zappelphilippe" sind :-D Aber dieser hier blieb brav sitzen.
Zitronenfalter
Blick zurück zum Feldberg
Von einer Holzmanufaktur mitten im Nirgendwo hatten wir dann nochmal einen schönen Blick zurück zum Feldberg, wo wir unsere Tour gestartet hatten. Wie weit weg das aussieht!
An der Holzmanufaktur gab es sogar eine Sonnenuhr, die Sommer- und Winterzeit anzeigte. Ein Blick auf die Uhr im Handy verriet: Die Sonnenuhr geht richtig :-D
Sonnenuhr
Weiter auf der roten Raute Richtung Hinterzarten/Titisee. Wir wollten spontan entscheiden, ob wir nach Hinterzarten oder Titisee laufen. Und da beide Orte immer in die gleiche Richtung angezeigt wurden, war das auch kein Problem. Aber eigentlich hatten wir am Ende eher Titisee im Kopf.
Im Wald immer wieder große Steinbrocken. Manche so groß wie ein Kleinwagen. Da möchte man nicht in der Nähe sein, wenn die von irgendwo runterpurzeln.

Auch Ameisenhügel fanden wir einige am Wegesrand. Und je weiter wir liefen, desto weniger Menschen begegneten uns. Allein die Mountainbiker waren etwas lästig. Denn dort teilt man sich den Wanderweg und den Mountainbike Trail. Überall hängen Schilder von wegen "Gegenseitige Rücksichtnahme" und "Natur gemeinsam genießen". Aber teilweise kamen die einfach nur von hinten angeschossen - ohne Rücksicht auf Verluste. Die haben wir zum Teil nur deshalb frühzeitig gehört, weil die Bremsen quietschten :-/
riesiger Ameisenhügel

Kurz vor Hinterzarten erwarteten wir dann noch einen Abzweig nach Titisee. Aber es kam keiner. Also liefen wir weiter. Schon fast in Hinterzarten kamen wir an einem kleinen Teich vorbei, in dem ein paar Karpfen schwammen.

Karpfen

Als wir den kleinen Waldpfad verließen und in den Ort kamen, sahen wir die Adlerschanze, halb versteckt hinter Bäumen. Von hier waren wir noch nie nach Hinterzarten reingekommen :-)
Adlerschanze Hinterzarten

Über einen kleinen Waldpfad ging es weiter. Irgendwann dann der Wegweiser, der weiter nach Titisee führte. Aber nein. Jetzt waren wir ja schon in Hinterzarten. Nochmal 5 km zurück nach Titisee wollten wir nun doch nicht laufen. Also gingen wir weiter zum Bahnhof. Zwischendrin immer wieder tolle Blicke über den Ort :-)
Blick über Hinterzarten
Der Pfad zum Bahnhof in Hinterzarten

Wir kamen an der Kirche und dem Rathaus vorbei. Beides hatten wir noch nie aus der Nähe gesehen.
Rathaus Hinterzarten
Und dann waren wir am Bahnhof, wo uns der SEV Bus nach Freiburg vor der Nase weg fuhr. Aber wie auch sonst der Zug, fährt der Bus alle 30 Minuten. Ich habe mir ein Eis gekauft und wir haben eine Bank im Schatten geentert und haben dann auf den Bus gewartet.

Auch in dem bekamen wir noch einen Platz und fuhren gemütlich zurück nach Freiburg.
Bahnhof Hinterzarten


Im SEV Bus von Hinterzarten nach Freiburg
Als wir das erste Mal vom Feldberg aus gelaufen sind, wollten wir nach Hinterzarten und kamen versehentlich in Titisee raus. Gestern wollten wir eigentlich nach Titisee und kamen in Hinterzarten heraus :-D Wieder Zuhause haben wir uns erstmal die Schuhe von den Füßen geschält und zum Lüften ans Fenster gestellt :-) Und danach nichts wie ab unter die Dusche.
Den restlichen Abend haben wir gemütlich auf der Couch verbracht. Es war eine tolle Tour. Gute 13 km für die wir ca. 3 Stunden gebraucht haben. Oben auf dem Seebuck haben wir - mit Gondelfahrt und Turmbesichtigung - auch nochmal eine Stunde verbracht.

Der Herbst kann so bleiben, wie er ist. Ich freue mich schon jetzt auf die nächsten Touren, wo immer sie uns auch hinführen :-D