Freitag, 10. August 2018

Urlaub im Sauerland (2018) Tag 3 - Medebacher Bergweg (Etappe 3)

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Gestern haben wir tatsächlich die erste Wanderung nach 2 Monaten Zwangspause wegen Hitze gemacht. Und dann auch noch die längste und anstrengendste Tour auf unserer Liste. Auf dem Plan stand die 3. Etappe vom Medebacher Bergweg. Insgesamt hat der Weg ca. 64 km. Die 1. Etappe und die 2. Etappe wanderten wir bereits im letzten Sommer.

Etappe 3 hatte 20 km. Dafür waren wir gut 7 Stunden unterwegs.
Karte aus der Komoot App
Weil es wieder so warm werden sollte, sind wir schon um 5 Uhr aufgestanden, weil wir früh los wollten. Da jetzt aber zwei Männer mit nervösem Darm aufeinander trafen, kamen wir erst so gegen 8 Uhr los :-( Papa fuhr uns nach Küstelberg, wo wir letzten Sommer Etappe 2 beendeten.
Haus Ewers in Küstelberg
Küstelberg
Dort folgten wir dem rot-weißen Kreuz des Medebacher Bergwegs hinab ins Tal. Die Strecke war uns anfangs zu 90 % gut bekannt, denn sie verläuft gleich mit dem Kleinbahn-Wanderweg - von dem wir ja auch schon eine Etappe gewandert sind (darüber schrieb ich noch in meinem alten Blog).


Bei angenehmen 20 Grad ging es bergab durch schattigen Wald. Es war herrlich, endlich mal wieder in der Natur unterwegs zu sein, ohne zu zerlaufen!




Später wechselte der Waldweg wieder in eine asphaltierte Straße. Ein Zeichen dafür, dass wir uns auf das nächste Dorf zubewegten.
Und richtig. Schon bald kam das Örtchen Deifeld in Sicht. Am Rande von Deifeld führte uns der Weg dann weiter in Richtung Referinghausen.
Fast in Deifeld
Blick zurück nach Küstelberg
Hagebutten

Weg durch Deifeld
Nachdem wir Deifeld hinter uns ließen, ging es durch einen schönen kleinen Buchenwald weiter. Wir sahen ein Reh am Hang. Ich hatte gerade die Kamera in Position gebracht, da kamen von oben zwei Radfahrer - und das Reh war weg :-(

Schon nach ein paar Kilometern erreichten wir den kleinen Ort Referinghausen. Hier ging es ein kurzes Stück an der Straße entlang und dann vorbei an der Kirche.
Referinghausen
Referinghausen
Am Waldrand führte der Weg hinauf. Nicht sehr steil, aber andauernd. Zuerst über asphaltierten Weg, später über Waldwege.

Viele Tiere waren nicht zu sehen. Hier und da mal ein Schmetterling, eine Eidechse oder andere Insekten. Am schlimmsten waren die Fliegen, die uns teilweise zu Hauf umschwärmten und uns gewaltig auf den Keks gingen.

Schlehen
Am Ende des Weges lag bereits das nächste Dorf: Titmaringhausen. Immerhin zeichnet sich der Bergweg ja dadurch aus, dass er alle Medebacher Ortsteile mit einbezieht. Bis Titmaringhausen - bei den "Ureinwohnern" liebevoll nur Tit genannt - war der Weg super zu gehen und kaum anstrengend. Obwohl es inzwischen in der Sonne doch wieder ordentlich warm wurde.
Titmaringhausen
Titmaringhausen
Auch in Titmaringhausen ging es durch die Dorfmitte und an der Kirche vorbei. Bis hierher alles paletti.
Titmaringhausen

Aber dann begann der Aufstieg zur Diemelquelle. Der Weg war sehr steil, sehr lang und sehr sonnig. Wir haben für die knapp 3,5 km fast 1 Stunde benötigt. Jede schattige Bank hielt als Rastplatz her. Die Wasserflaschen leerten sich schnell.

Im Schneckentempo ging es immer weiter hinauf. Immerhin belohnten uns die tollen Aussichten für den vielen Schweiß, der uns teilweise in den Augen brannte.

Dann erreichten wir den Grenzweg. Dieser verläuft entlang der Grenze zwischen Hessen und Nordrhein-Westfalen. Hier war so ziemlich oben und es ging eine ganze Weile gemütlich über einen breiten geraden Waldweg weiter. Hallelujah! Das Schlimmste hatten wir überstanden :-D


Der breite Weg führte noch ca. 1,5 km bis zur Diemelquelle. Außerdem ging hier oben ein teils kräftiger Wind. Da kam es uns nicht so heiß vor. Die lauthals quasselnde Wandergruppe vor uns machte zum Glück Rast an einer Schutzhütte, so dass wir sie hinter uns lassen konnten.

An der Diemelquelle angelangt waren wir verwundert, wie viel Wasser hier noch war, wo doch alle anderen Bäche und Flüsse rundherum fast trocken sind.
Diemelquelle mit Rastplatz
Diemelquelle
Diemelquelle
Von der Diemelquelle waren es dann nur noch 500 m bis zu unserem Ziel für die Mittagsrast: Die Graf Stolberg Hütte.

Graf Stolberg Hütte
Da oben gab es richtig heftige Böen, so dass die Schirme nicht aufgespannt werden konnten. Da drinnen sitzen aber auch nicht in Frage kam, brutzelten wir in der Sonne vor uns hin. Getränke kamen relativ schnell und auch die Karte war schnell durchstöbert. Ich entschied mich für die Wanderbrotzeit. Wurst, Käse und Butter direkt von den Metzgern der benachbarten Orte bzw. von der Upländer Molkerei in Usseln. Und es war saulecker! Satt waren wir auch.
Wanderbrotzeit in der Graf Stolberg Hütte
Gute 90 Minuten verbrachten wir oben an der Hütte. Dann waren unsere Bäuche gefüllt, der Geldbeutel leerer und die Füße erholt. Also wanderten wir weiter. Bis nach Düdinghausen war es ja nicht mehr allzuweit.

Aber zuerst ging es nochmal ein Stückchen rauf - zum/zur Kahle Pön und dem Gipfelkreuz.

Blühende Heide
Der Weg dort hinauf war wunderschön. Ein kleiner uriger Pfad durch die Hochheide. Die Heide blüht wie verrückt und dort oben gibt es jede Menge Heidelbeeren :-)


Wilde Heidelbeeren
Blick zum Ettelsberg-Turm
Von da oben hatten wir einen tollen Blick hinüber zum Ettelsberg samt Ettelsberg-Turm bei Willingen. Dort in der Nähe waren wir letztes Jahr ja auch wandern.
Ettelsberg-Turm bei Willingen
Hochheide
Usseln
Weiter ging es über den Skihang. Mit Blick auf Usseln folgten wir dem Wiesenweg hinüber zu dem kleinen Wäldchen.

Blick nach Usseln

Am Gipfelkreuz angekommen machte sich gerade eine niederländische Familie auf den Weg. Daher blieben wir noch kurz sitzen, um den anderen einen Vorsprung zu gewähren - die waren nämlich auch recht laut (mit 3 kleinen Kindern).
Gipfelkreuz auf dem Kahle Pön

Auf der Kahlen Pön war es lustig, dass das GIPFELkreuz nicht der höchste Punkt war. Denn unsere Wanderstrecke führte von dort nochmal etwas weiter hinauf, so dass wir zum Gipfelkreuz hinunter sehen konnten :-D Echt seltsam. Aber im Gipfelbuch haben wir uns noch eingetragen.
Blick hinab zum Gipfelkreuz

Blick Richtung Goldhausen
Als wir aus dem Wald wieder raus waren, hatten wir einen tollen Blick hinüber zum hessischen Goldhausen samt Aussichtsturm. Von nun an ging es wirklich nur noch bergab bis nach Düdinghausen.
Goldhausen bei Korbach


Der Weg wechselte von breiten Waldwegen zu schmalen Hohlwegen und dann zu Wiesenwegen. Der Hohlweg war ein richtig schönes, uriges Stück des Weges - aber sehr steil.

Wir passierten das Tretbecken und sahen dann unser Etappenziel - die Düdinghauser Kirche. Als sie in Sicht war, rief ich das Papa-Taxi wieder an, und keine 15 Minuten später fuhren wir nach Hause.
Etappenziel in Düdinghausen
Die 3. Etappe hat uns genauso gut gefallen wie die ersten beiden im letzten Jahr. Eine Etappe fehlt uns jetzt noch, dann haben wir den Medebacher Bergweg vollständig erwandert. Die letzte Etappe steht für Sonntag auf dem Plan.